Apisticus-Tag lockt viele Imker und Besucher
Bienen-Pflege – mehr als eine Leidenschaft

Münster -

„Die Honigbiene in freier Wildbahn ist ausgestorben“, sagt Dr. Werner Mühlen, ehemaliger Leiter des Instituts für Bienenkunde an der Landwirtschaftskammer NRW beim 27. Apisticus-Tag in der Speicherstadt in Münster. Dass es diese für Natur und Umwelt unersetzlichen Tiere heute überhaupt noch gibt, sei zahlreichen engagierten Imkern zu verdanken, die vielerorts Bienenhaltung leidenschaftlich als Hobby betreiben.

Sonntag, 11.02.2018, 15:02 Uhr

Besucher informierten sich auf dem Apisticus-Tag in Münster über das Hobby Bienenzucht.
Besucher informierten sich auf dem Apisticus-Tag in Münster über das Hobby Bienenzucht. Foto: Marion Fenner

Die Biene sei zu einem Nutztier geworden, das Betreuung und Pflege von Menschen benötige, erklärt Mühlen . Ihm ist es mit seinen Mitstreitern ein Anliegen, viele Menschen für die Imkerei zu begeistern.

Deshalb stellt die Landwirtschaftskammer NRW gemeinsam mit dem Verein Apis, dem Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker sowie dem Kreisimkerverein Münster den Apisticus-Tag auf die Beine: Die größte Imkermesse Deutschlands mit Produkten, Informationen und vielen Fachvorträgen für Bienenfreunde. Über 4000 Besucher aus dem In- und Ausland schauten sich an, was die 140 Aussteller zu bieten hatten. „Die Zahl der Imker nimmt in der jüngsten Vergangenheit zu“, freut sich Mühlen.

Für das ökologische System sei das sehr wichtig. Die Imkerei sei ein faszinierendes Hobby, mit dem zugleich ein ungemein wichtiger Beitrag für die Allgemeinheit geleistet werde. „Unterstützung für Einsteiger gibt es in Kursen von der Landwirtschaftskammer, die auch bei Fragen den Imkern immer wieder zur Verfügung stehen“, erklärt Mühlen. Daneben gebe es Experten in den örtlichen Imkervereinen. Der Einstieg gelinge mit ein bis zwei Völkern. „Bienenhaltung ist generell überall erlaubt“, betont der Experte. Allerdings sollte der Imker immer auf die Toleranz der Nachbarn setzen. Im Frühjahr und Sommer nehme die Pflege der Bienen rund eine Stunde Arbeit pro Woche in Anspruch. Das sei von jedem zu bewältigen, ist Mühlen überzeugt. Leidenschaftliche Bienenliebhaber werden auch mehr Zeit bei ihren Tieren verbringen, denn das Beobachten der fleißigen Insekten kann pure Entspannung sein. Imkerei sei zudem ein Hobby, bei dem sich die Kosten in Grenzen halten. „Wer einen Teil seiner Honigernte verkauft, kann dabei sogar noch einen kleinen Gewinn erwirtschaften“, versichert der Experte.

Anlässlich der Messe verliehen die Veranstalter den Ehrenpreis „Apisticus des Jahres“ an den Schweizer Regisseur Markus Imhoof, der mit seinem Film „More than Honey“ mit beeindruckenden Bildern nicht nur Imker in die Kinos lockte.

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