Verdacht des versuchten Totschlags
Polizist nach Messerstich schwer verletzt - 19-Jähriger in Untersuchungshaft

Gescher -

(Aktualisiert: 17 Uhr) In Gescher-Estern wurde die Polizei am Mittwoch zu einen Familienstreit zwischen einem 19-Jährigen und dessen Mutter gerufen. Als die Polizisten eintrafen, war der junge Mann zunächst verschwunden. Plötzlich tauchte er wieder auf und attackierte einen Beamten.

Donnerstag, 08.03.2018, 14:50 Uhr

Verdacht des versuchten Totschlags: Polizist nach Messerstich schwer verletzt - 19-Jähriger in Untersuchungshaft
Ein Polizeibeamter wurde vor diesem Haus in Gescher durch einen Messerstich verletzt. Foto: dpa

Nach dem Streit hatte die Mutter ihren Sohn des Hauses verwiesen. Vor der Tür randalierte der 19-Jährige dann, sprach Drohungen aus und trat gegen ein Auto, sodass sich die Frau veranlasst sah, die Polizei zu alarmieren.

Als die Beamten laut Polizeibericht gegen 16 Uhr vor Ort eintrafen, war der 19-Jährige nicht zu sehen und zunächst ein Gespräch mit der Mutter im Haus geführt. Nachdem die Polizisten das Haus wieder verlassen hatten, trafen sie auf den jungen Mann. Plötzlich griff er mit einem Messer einen der Polizisten an und verletzte diesen mit einem Stich in den Bauch schwer.

Der andere Beamte konnte daraufhin den 19-Jährigen entwaffnen und festnehmen. Der verletzte Polizist wurde ins Krankenhaus gebracht - der 55-Jährige, der sich einer Notoperation unterziehen musste, befand sich nicht Lebensgefahr.

19-Jähriger machte keine Angaben 

"Wir haben bei den Ermittlungsbehörden eine Mordkommission eingerichtet", erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. "Im Rahmen der Vernehmung machte der Beschuldigte keine Angaben zum Tathergang oder Sachverhalt", sagte Botzenhardt weiter. "Um festzustellen, ob der 19-Jährige zur Tatzeit unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen steht, wurde ihm eine Blutprobe entnommen", erklärte Kriminalhauptkommissar Thomas Masthoff, Leiter der Mordkommission.

Der Richter folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ Haftbefehl gegen den 19-Jährigen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung.

Polizist geht es nach Notoperation gut

Am Donnerstag äußerte sich Dr. Kai Zwicker, Landrat des Kreies Borken, zum Vorfall: Er sei sehr erleichternd gewesen, als die Ärzte mitteilten, dass beim verletzten Polizisten trotz des Stiches in den Oberkörper keine Lebensgefahr bestand.

Zwicker telefonierte als Leiter der Kreispolizeibehörde bereits mit dem Beamten, dem es nach der Notoperation den Umständen entsprechend gut geht, berichtet die Polizei in einer Mitteilung. "Ich wünsche dem Beamten von Herzen, dass die physischen und psychischen Narben schnell verheilen und möglichst ganz verblassen", sagte Dr. Zwicker.

"Dieser Fall offenbart auf erschreckende Art die Schattenseite des Polizeiberufes. Polizistinnen und Polizisten riskieren im täglichen Einsatz für die Sicherheit der Menschen ihre Gesundheit und ihr Leben. Das kann man gar nicht genug anerkennen. Ich bin froh, dass der Tatverdächtige sofort festgenommen wurde und bin sicher, dass die Ermittlungsbehörden die Umstände der Tat gänzlich aufklären werden", so Zwicker weiter.

Landrat Dr. Zwicker lobte auch das "besonnene und professionelle Verhalten" des anderen Polizisten, der den 19-Jährigen festnahm und die Rettungskette einleitete.

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