Umweltfrevel im Naturschutzgebiet
Hausmüll und Reifen in den Wald gekippt

Ottmarsbocholt -

Unbekannte haben am Wochenende eine ganze Anhängerladung voll Abfall im Naturschutzgebiet Davert abgeladen. Bei einer Kontrolle des Ordnungsamtes wurden im Müll Hinweise gefunden, die auf die Spur der Verursacher führen könnten.

Montag, 12.03.2018, 10:03 Uhr

Mitten im Waldgebiet der Davert haben Unbekannte – vermutlich in der Nacht zum Samstag – eine ganze Anhängerladung Müll abgeladen.
Mitten im Waldgebiet der Davert haben Unbekannte – vermutlich in der Nacht zum Samstag – eine ganze Anhängerladung Müll abgeladen. Foto: sff

Was ist das für eine riesen Schweinerei! Und obendrein mitten im Naturschutzgebiet. Dem zufällig daherkommenden Betrachter stockt der Atem: 16 abgefahrene Autoreifen, zwei alte Matratzen, fast ein Dutzend prall gefüllte Abfallsäcke, Papier und Pappkartons mitten im Waldgebiet der Davert. Wer macht denn sowas ?

Laut mehrere Zeugenaussagen war die wilde Müllkippe am Wanderfahrt „Gasleite“ am Freitagnachmittag noch nicht vorhanden. Der oder die Täter müssen – offenbar eine ganze Anhängerladung – Abfall in der Nacht zum Samstag beziehungsweise am frühen Samstagmorgen abgeladen haben.

Matratzen und Müll wurden in den Wald hinein geworfen.

Matratzen und Müll wurden in den Wald hinein geworfen. Foto: sff

Bereits am Wochenende ist das Sendener Ordnungsamt aufgrund von Hinweisen bezüglich des Umweltfrevels tätig geworden. „Ich bin am Samstag selbst vor Ort gewesen, habe mir Gummihandschuhe angezogen und im Müll nach Hinweisen gewühlt“, berichtet Stefan Vorspohl auf Anfrage der WN. Der handfeste Einsatz des Sachgebietsleiters Ordnung war erfolgreich: „Ich habe ein Adressenkuvert gefunden, das zum Verursacher führen könnte. Die Informationen sind bereits an das zuständige Regionalforstamt in Münster weitergeleitet worden“, so Vorspohl.

Diese Behörde ist jetzt für den Fall zuständig und wird den mutmaßlichen Täter umgehend dazu auffordern, den Müll wieder zu beseitigen. Darüber hinaus droht dem Verursachern ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit und ein Bußgeld in Höhe von mehreren Hundert bis mehreren Tausend Euro. „Im Extremfall können es bis zu 25 000 Euro sein“, sagt der Sachgebietsleiter.

Gleichwohl sei nicht von heute auf morgen damit zu rechnen, dass die Autoreifen, Matratzen und der übrige Müll wieder aus dem Naturschutzgebiet verschwinden. Denn das gesetzliche Verfahren räumt dem Verursacher vor der sogenannten Beseitigungsverfügung eine Anhörungsfrist ein. Hierdurch kann sich die Entsorgung um mehrere Wochen verzögern, schätzt Vorspohl. Bis dahin bliebe der Müll in der Natur liegen.

Grundsätzlich ist der Verursacher für die Beseitigung einer wilden Müllkippe zuständig. Ist er nicht selbst dazu in der Lage, werden ihm die Entsorgungskosten in Rechnung gestellt. Für den Fall, dass der Verursacher gar nicht ermittelt werden kann, bleibt bei privaten Flächen der Grundstückseigentümer auf dem Müll und damit auf dem Schaden sitzen. Bei Ablagerungen im Wald ist das Forstamt zuständig. Die Gemeinde erstattet Anzeige.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5586543?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F
CDU, SPD, Grüne und FDP ziehen an einem Strang
Flüchtlingseinrichtung am Pulverschuppen: CDU, SPD, Grüne und FDP ziehen an einem Strang
Nachrichten-Ticker