Vennemeyer beim Studieninstitut
„Dozententätigkeit ist absolut üblich“

Greven -

Bürgermeister Peter Vennemeyer ist ein gefragter Mann. Auch als Referent in der Ausbildung von Verwaltungsnachwuchs.

Mittwoch, 14.03.2018, 06:03 Uhr

Bürgermeister Peter Vennemeyer ist als Dozent beim Studieninstitut in Münster tätig. „Nahezu jede Kommune entsendet dazu Mitarbeiter“, erklärte Klaus Hoffstadt (rechts).
Bürgermeister Peter Vennemeyer ist als Dozent beim Studieninstitut in Münster tätig. „Nahezu jede Kommune entsendet dazu Mitarbeiter“, erklärte Klaus Hoffstadt (rechts). Foto: Peter Beckmann/Stadt Greven

Der Leser unserer Zeitung war hörbar stinkig. „Das kann doch nicht wahr sein“, polterte er am Telefon los. „Sie schreiben immer in der Stadtverwaltung herrscht Stress ohne Ende. Aber wie ich gehört habe, ist Bürgermeister Peter Vennemeyer während seiner Arbeitszeit als Dozent tätig und lässt sich das auch noch bezahlen.“ Man konnte am Telefon förmlich sehen, wie der Mann rot anlief. Aber: Erst mal ruhig an, erst mal nachfragen.

Klaus Hoffstadt, Leiter Zentraler Steuerungsdienst und Pressesprecher der Stadt, bringt zunächst mal Sachlichkeit ins Gespräch. „Bürgermeister Vennemeyer hat einen Lehrauftrag für Kommunales Verfassungsrecht am Studieninstitut in Münster über 22 Doppelstunden in einem Zeitraum von 15 Monaten“, bestätigt er. Für diesen Unterricht als nebenamtlicher Dozent erhalte er ein geringes Entgelt – genau wie jeder andere nebenamtliche Dozent am Studieninstitut auch.

Das Studieninstitut sei eine Berufsbildungsstätte für Beschäftige der Kommunalverwaltungen und zuständig für deren Berufsausbildung und berufliche Fortbildung. „Dieses Studieninstitut kann überhaupt nur dann funktionieren, wenn es eine große Anzahl nebenamtlicher Dozenten gibt. Denn es wäre schlicht nicht finanzierbar, sämtliche Angebote nur durch hauptamtliche Dozenten zu unterbreiten“, verdeutlicht Hoffstadt. Es wäre überdies nach dem Grundverständnis des Studieninstituts absolut falsch: Denn gerade durch die Einbindung von Praktikern solle sichergestellt werden, dass es viel Input aus der kommunalen Lebensrealität der Kommunen gibt und keine komplett theorielastige Ausbildung.

Das Prinzip sei im Grunde genommen das Gleiche wie im Handwerk. „Wir benötigen Praktiker mit fundiertem theoretischem Wissen.“

Deshalb brauche das Studieninstitut eine Vielzahl von kommunalen Akteuren, die ihrerseits über einen hohen Erfahrungsschatz und eine eigene adäquate Berufsausbildung verfügen. „Das gilt auch für Bürgermeister Vennemeyer. Nahezu jede Kommune unserer Größenordnung entsendet mehrere erfahrene Mitarbeiter als nebenamtliche Dozenten an das Studieninstitut.“ Das sei ein seit Jahrzehnten sehr gut funktionierendes System.

Und Hoffstadt geht auch auf den zeitlichen Aspekt ein. „Abgesehen davon, dass ein zeitliches Engagement von 22 Doppelstunden in 15 Monaten zweifellos überschaubar ist, stellt sich die Frage, was „während der Dienstzeit“ bedeutet?“ Der Bürgermeister habe in der Regel eine 60+x-Stunden-Woche, nehme zahlreiche Termine auch abends und an Wochenenden wahr. „Da kann man sehr froh und dankbar sein, wenn er sich dieses Engagement im Interesse der Auszubildenden – auch bei der Stadt Greven – antut.“

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