Zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung
Jugendporno mit Halbschwester gedreht

Rheine/Nordwalde -

Geschlechtsverkehr mit der 14-jährigen Halbschwester, Kindesmissbrauch und mehr als 10.000 kinder- und jugendpornografische Bilder und Videos. Vier schwere Vergehen wurden dem 32-jährigen Nordwalder zu Last gelegt, der jetzt zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt wurde.

Mittwoch, 14.03.2018, 17:03 Uhr

Zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung: Jugendporno mit Halbschwester gedreht
Foto: dpa

Beischlaf mit der 14-jährigen Halbschwester, sexueller Missbrauch von Kindern sowie Erwerb und Besitz einer großen Menge kinder- und jugendpornografischer Bilder und Videos – vier Sexualdelikte wurden dem 32-jährigen Nordwalder zu Last gelegt. Das Jugendschöffengericht in Rheine verurteilte ihn am Mittwoch zu zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung.

Damit ging das Gericht sechs Monate über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Der Verteidiger sah ein Jahr und zehn Monate mit Bewährung als ausreichend an, weil sein Mandant sich in eine Sexualtherapie begeben habe und ein Geständnis aller Straftaten ablegte, das den Kindern eine Anhörung vor Gericht erspart habe.

11 470 Bild- und Videodateien

Den Beischlaf soll der mittlerweile nach Süddeutschland gezogene Angeklagte mit dem Einverständnis seiner Halbschwester vollzogen und davon ein 28 Minuten langes Video gedreht haben. Die Initiative beim Geschlechtsverkehr mit seiner Halbschwester sei von ihm ausgegangen, räumte der Angeklagte ein. Im Dezember 2015 soll er eine Elfjährige im Chatroom eindringlich gebeten haben, ihm ein Foto ihres nackten Gesäßes zu schicken.

Im Juli 2016 soll er im Haus seiner Eltern seine sechsjährige Stieftochter und seine achtjährige Cousine gebeten haben, sich nach einer „Modenschau“ nackt vor seiner Kamera zu präsentieren. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung im September 2016 stießen die Beamten auf 11 470 Bild- und Videodateien, die nackte Kinder und Jugendliche in reißerischen Posen und beim Intimverkehr zeigten. Schmerz, Trauer und Entsetzen hätten ihnen im Gesicht gestanden, verlas der Staatsanwalt aus der Anklage.

Angeklagter zeigt Reue

Der Angeklagte räumte alles ein: „Ich wollte mir nicht eingestehen, dass ich so ein Problem habe. Ich weiß, das ist nicht normal und habe deswegen unter extremem Druck gestanden. Am Abend bin ich damit in eine andere Welt eingetaucht. Das böse Erwachen kam, als die Polizei bei mir vor der Tür stand.“ Seine Frau trennte sich von ihm. Seinem Sohn könne er nicht mehr in die Augen sehen. „Ich habe begriffen, was ich für ein Untier bin, damit komme ich nicht klar“, sagte er unter Tränen.

Der Staatsanwalt sah in seiner Reue den deutlichen Willen, an sich zu arbeiten. Der Richter sagte: „Es waren vier schwerwiegende Taten. Die Elfjährige hatte erste Kontakte zum Internet und stößt gleich auf Sie. Auch in der Situation mit den beiden Grundschulkindern im Rahmen der Modenschau ging es nur um die Befriedigung Ihrer Sucht. Die Therapie ist mir zu dünn. Das Geständnis war gut, aber die Beweislage erdrückend.“ Das Gericht lastete ihm an, dass er nicht früher eigenständig eine Therapie begonnen habe. Der Verteidiger kündigte Berufung an.

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