Interview mit Klaus Ehling
Die Marke Münsterland sucht nun passende Projekte

Münster -

An der „Marke Münsterland“ wird seit geraumer Zeit intensiv gearbeitet. Nach der inhaltlichen Positionierung der Region sollen nun im Sommer konkrete Projekte für das Münsterland präsentiert werden, die diese Charakterisierung erlebbar machen. Darüber sprach unser Redaktionsmitglied Norbert Tiemann mit dem Vorstand von Münsterland e.V, Klaus Ehling.

Mittwoch, 28.03.2018, 08:03 Uhr

Klaus Ehling blickt im Interview voller Optimismus auf den Markenbildungsprozess im Münsterland.
Klaus Ehling blickt im Interview voller Optimismus auf den Markenbildungsprozess im Münsterland. Foto: Gunnar A. Pier

Unter Ihrer Regie läuft ein Markenbildungsprozess für unsere Region. Im August wurde die Öffentlichkeit über die Identitätsbeschreibung informiert. Das ist nun ein halbes Jahr her. Still ruht der See – oder wird weiter gearbeitet?

Ehling: Intern wird natürlich heftig weiter an diesem Thema gearbeitet; im Sommer werden wir wie vereinbart Ergebnisse liefern. Wir müssen nun erlebbare Produkte und Projekte finden, die zu der Positionierung des Münsterlandes passen, die wir präsentiert haben.

Dabei fanden Begriffe wie „kultivierte Landlust“ und „souveränes Lebensgefühl“ Verwendung. Hat das noch Bestand?

Ehling: Ja, das hat Bestand, weil wir davon überzeugt sind, dass diese Begriffe unsere DNA, wenn man so will, einhundertprozentig treffen. Und weil wir wissen, dass sich noch keine andere Region in dieser Form positioniert. Wir glauben, dass wir hier einen weißen Fleck auf der Landkarte der Regionen gefunden haben, den wir glaubwürdig kommunizieren können. Diese Positionierung werden wir als eine Art interne Handlungsanweisung für das Münsterland verfolgen. Auf diese Kernpunkte müssen zukünftig alle Projekte in der Region einzahlen.

Vorstellung der „Marke Münsterland“

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  • Foto: Wilfried Gerharz
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Gibt es denn schon solche konkreten Projekte, um die Marke Münsterland erlebbar zu machen?

Ehling: Ja. Zum einen geht es um die Idee, dass Menschen von außerhalb in einem Moment wahrnehmen können, was unsere Region konkret ausmacht. Da braucht es eine Art sich selbst erklärendes Oberthema aus dem Alltagsleben, das für das Münsterland stehen kann und das wir zu unzähligen Anlässen für Wirtschaft, Tourismus, Kultur und das Lebensgefühl im Münsterland einsetzen und immer wieder ausspielen können. Das zweite Thema dreht sich um die Frage der Gewinnung von Fach- und Führungskräften, denen wir helfen wollen, mit ihren Familien im Münsterland anzukommen. Unternehmer sagen mir, dass das ein großes Problem ist. Eine solche Kümmerer-Funktion, wie wir sie dazu entwickeln wollen, nimmt noch keine andere Region als Ganzes wahr. Das dritte Thema heißt Mobilität und beschäftigt sich natürlich mit der Frage, wie die Menschen, besonders auch die jüngeren, im Münsterland zukünftig mobil bleiben können, ohne auf ein eigenes Auto angewiesen sein zu müssen.

Soweit so gut; wie geht es weiter?

Ehling: Wir planen am 10. Juli wieder eine größere Veranstaltung, in der wir nach unserem Auftakt am 30. August im vergangenen Jahr die Projekte der breiten Öffentlichkeit vorstellen werden.

Wird auf dieser Veranstaltung auch ein Claim fürs Münsterland präsentiert?

Ehling: Noch nie ist ein Mensch wegen eines Claims von A nach B umgezogen oder ein Tourist irgendwo hingereist. Deshalb möchte ich unbedingt betonen, dass man die Bedeutung eines Claims für eine Region nicht überbewerten sollte. Wir haben eine klare Schrittfolge und werden all das, was wir erarbeiten, professionell tun. Im Juli stehen die Projekte im Mittelpunkt, danach kümmern wir uns um das Thema Kommunikation und Claim. Wenn wir die Marke erfolgreich machen wollen, dauert das viele Jahre.

Konnten Sie eigentlich die Aufbruchstimmung in Sachen Markenbildungsprozess, die seinerzeit spürbar war, über die Zeit retten?

Ehling: Aber ja. Diese Aufbruchsstimmung gibt es auf der Arbeitsebene im Münsterland schon lange und auch auf der politischen Ebene. Wir sind so nah an großen Fortschritten, über die Region hinaus gehend wirksame Projekte zu entwickeln, wie wir es wohl noch nie waren. Bei der Umsetzung wollen wir diesen Schwung unbedingt nutzen, werden dabei aber sicherlich nicht auf den letzten Kritiker warten oder auch Rücksicht nehmen können.

Zur Umsetzung der von Ihnen skizzierten Projekte braucht es Geld, vermutlich viel Geld, oder?

Ehling: Wir bekommen von unseren Mitgliedern 320 000 Euro pro Jahr, die wir dafür einsetzen können. Wenn wir aber über die Region hinaus wahrgenommen werden wollen, müssen wir eine gewisse Wucht entwickeln. Dafür braucht es in der Tat in der Anlaufzeit der ersten drei bis vier Jahre eine siebenstellige Summe. Um diese Summen akquirieren zu können, brauchen wir zukünftig stärker die finanzielle Unterstützung auch durch die Wirtschaft, durch die Unternehmen, denn der Steuerzahler allein wird das nicht leisten können.

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