Münsterländer beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“
Finale in Darmstadt

Münster -

In Darmstadt geht an diesem Wochenende der 53. Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ zu Ende. Zu den Finalisten, die auf einen Preis hoffen dürfen, gehören auch drei Forscherteams aus dem Münsterland. Sie hatten sich beim Landeswettbewerb Ende März qualifiziert.

Freitag, 25.05.2018, 16:16 Uhr

Christian Sadowski (l.) und Jan-Hendrik Pielke waren beim Landeswettbewerb in Leverkusen (Foto) erfolgreich. Jetzt zeigen sie ihr „Emergency Radio Assist“ beim Bundeswettbewerb.
Christian Sadowski (l.) und Jan-Hendrik Pielke waren beim Landeswettbewerb in Leverkusen (Foto) erfolgreich. Jetzt zeigen sie ihr „Emergency Radio Assist“ beim Bundeswettbewerb. Foto: Gunnar A. Pier

►  Emergency Radio Assist: Nahezu Marktreife hat die Erfindung von Jan-Hendrik Pielke aus Mettingen und Christian Sadowski aus Lienen. Die Schüler des Berufskollegs Rheine haben eine Technik entwickelt, mit der Einsatzkräfte wie die Feuerwehr Autoradios in der näheren Umgebung ansteuern können. So können sie radiohörende Autofahrer beispielsweise auffordern, eine Rettungsgasse zu bilden. Das Interesse der Feuerwehr Rheine ist bereits groß.

►  Physikalische Untersuchungen eines Doppelbechers: Wieso fliegen zwei Plastikbecher, die man aneinanderklebt und per Gummiband durch die Luft katapultiert, merkwürdige Kurven? Simon Hillebrandt vom münsterischen Gymnasium St. Mauritz startete aufwendige Untersuchungen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen.

►  Bohrmaschinenschraubstock mit integriertem Aufspannmechanismus: Felix Röwekemper aus Ibbenbüren weiß, wovon er spricht. Das Festklemmen von Bohrmaschinen im Schraubstock ist mitunter sehr umständlich, bemerkte der Industriemechaniker – und entwickelte eine neue Technik, die er nun in Darmstadt vorstellt.

Preisträger aus dem Münsterland

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  • Felix Röwekämper aus Ibbenbüren bekam gleich zwei Preise für seine Erfindung, die es erleichtert, Werkstücke mit einem Schraubstock unter einer Bohrmaschine zu fixieren. Sollte die Idee auf den Markt kommen, profitiert Röwekämper selbst: Er ist Industriemechaniker.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Simon Hillebrandt vom Gymnasium St. Mauritz in Münster ist einem kuriosen Phänomen  auf die Schliche gekommen: Er hat zwei Plastikbecher aneinander geklebt und mit einem Gummiband durch den Raum geflitscht. Warum die Becher komische Kurven fliegen, hat er untersucht – Sieger im Bereich Physik.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Beke Pierick (Reken), Timon Gronotte (Borken), Aron Haselhoff und Vicky Bietenbeck (Borken, von links), saßen zum Doppelkopf zusammen, als Haselhoff aufsprang und losmusste: ER ist bei der Freiwilligen Feuerwehr, und es brannte. Als das Feuer gelöscht war, kam er wieder in die Runde und berichtete von den Problemen, sich im verrauchten Gebäude zu orientieren. Die Freunde beschlossen, technische Abhilfe zu entwickeln. Mit ihrem aufgemotzten Helm inklusive Wärmebildkamera, Sensoren und Head-up-Display gewannen sie beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" in Leverkusen des Sonderpreis in der Kategorie Elektrostatik, Elektrotechnik und Mikroelektronik.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Mikis Wöhrmann legt drei Finger auf die Saiten seiner Gitarre und schlägt einen Akkord. "Dm" erscheint auf dem Monitor, richtig: "D-Moll". Den Akkord zu erkennen, hat sich der Computer selbst beigebracht - dank der Arbeit des 17-jährigen Schülers am Goethe-Gymnasium. Mit seinem Projekt hat er beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" in Leverkusen den zweiten Preis in der Kategorie Mathematik/Informatik erreicht.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Erik Holzhäuser (links) und Georg Trede vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Münster haben Straßenlaternen mit Sensor entwickelt, die nur dann leuchten, wenn jemand auf der Straße ist. Sonderpreis Umwelt und einem Forschungspraktikum.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Christoph Dumstorf und Lars Zeggelaar vom Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium haben für ihren Beitrag Gewässer in den Rieselfeldern untersucht und herausgefunden, dass sie Mikroplastik enthalten. Darauf aufbauen ließe sich nun die Untersuchung, wo die Stoffe herkommen. Für ihren Nachweis bekamen sie einen Sonderpreis.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Carolin Wegmann (17) vom Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium in Telgte. Unter der Überschrift „Kognition durch Koordination?“ ist sie der Frage auf den Grund gegangen, wie sich mit Bewegung das Kurzzeitgedächtnis von Alzheimer-Patienten verbessern lässt – Platz zwei in der Kategorie Biologie.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Ngân-Hà Stella Lê hat „Die Einflüsse einer veränderten Magnesium- und Kaliumionenkonzentration im Gehirnliquor auf das Feldpotential im CA1-Bereich des Hippocampus mit Bezug auf die Epilepsie und Migräne“ untersucht. Dritter Plaz in der Kategorie Biologie.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Christian Sadowski (links) und Jan-Hendrik Pielke vom Berufskolleg Rheine haben das "ERA - Emergency Radio Assistant" entwickelt. Es soll es Einsatzkräften ermöglichen, Autoradios in der Umgebung anzusteuern. Dazu haben sie einen Blaulichtbalken mit einer mobilen Radioeinheit ausgerüstet. So können beispielsweise Polizisten im Stau durch die Autoradios um sie herum zu den Fahrern sprechen und beispielsweise um die Bildung einer Rettungsgasse bitten. Dafür gab es einen Sonderpreis.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Hannah Boß vom Gymnasium Augustinianum ist mit ihrer Arbeit „Toroidale Planeten – eine Möglichkeit?“ ist sie der Frage nachgegangen, ob es theoretisch Donut-förmige Planeten geben könnte. Ihre Antwort: Im Prinzip ja – aber sie sind sehr unwahrscheinlich. Der Lohn: Platz zwei in der Kategorie Physik.

    Foto: Gunnar A. Pier

Am Samstag werden zunächst Sonderpreise vergeben. Am Sonntagmorgen zeichnet Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in Darmstadt die Bundessieger aus.  

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