Prozess wegen Beihilfe zum Mord
NS-Verfahren: Angeschuldigte sind eingeschränkt verhandlungsfähig

Im NS-Verfahren gegen die beiden 94 und 93 Jahre alten Männer aus dem Kreis Borken und der Stadt Wuppertal liegen die Gutachten zur Frage der Verhandlungsfähigkeit vor. Das hat das Landgericht in Münster am Freitag mitgeteilt. Danach sind die beiden Angeschuldigten aufgrund ihrer körperlichen und psychischen Fähigkeiten nur eingeschränkt verhandlungsfähig.

Freitag, 01.06.2018, 11:12 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 01.06.2018, 10:51 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 01.06.2018, 11:12 Uhr
Prozess wegen Beihilfe zum Mord: NS-Verfahren: Angeschuldigte sind eingeschränkt verhandlungsfähig
Das Lagertor in Stutthof wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wieder errichtet. Das Konzentrationslager war im Vergleich zu an­deren eher klein, ab 1944 wurden auch hier Menschen vergast und die Leichen verbrannt. Foto: dpa

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Dortmund hat die beiden Männer angeklagt, während des Zweiten Weltkriegs im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig eingesetzt gewesen zu sein.

Beihilfe zu hundertfachem Mord?

Der Vorwurf lautet: Beihilfe zum Mord in Hunderten Fällen. Beide Angeschuldigte haben in ihren Vernehmungen zugegeben, zum SS-Wachpersonal des Lagers gehört zu haben. Den Vorwurf der Beihilfe zum Mord bestreiten sie.

Mit Blick auf den Wuppertaler Angeschuldigten empfehlen die Gutachter zwei bis drei Verhandlungstage von Woche mit einer Dauer von jeweils maximal zwei Stunden und einem Tag Pause zwischen den Tagen. Beim Angeschuldigten aus dem Kreis Borken rät der Gutachter zu maximal zwei Verhandlungstagen pro Woche mit einer Dauer von jeweils maximal zwei Stunden. Beide Gutachter empfehlen zudem, Raum für kurzfristige Pausen einzuräumen, teilte Gerichtssprecher Dr. Daniel Stenner weiter mit.

Aufgrund einer akut aufgetretenen Erkrankung bei dem 94-Jährigen aus dem Westmünsterland hat das Gericht mit Blick auf eine etwaige weitere Einschränkung der Verhandlungsfähigkeit eine ergänzende Begutachtung angeordnet. Sobald die vorliegt, will die Kammer über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.   

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