Großraumdisko in Ibbenbüren
„Aura“ schließt – schon wieder

Ibbenbüren -

Erneuter Abschied: Die „Aura“ in Ibbenbüren schließt am 21. Juli. Es ist bereits das zweite Mal, dass Betreiber und Eigentümer Hans-Bernd Pikkemaat den Schlussstrich zieht. Warum die 3000-Quadratmeter-Disko erneut gescheitert ist:

Dienstag, 03.07.2018, 10:15 Uhr

Großraumdisko in Ibbenbüren: „Aura“ schließt – schon wieder
18 Jahre gab es die Diskothek an der Maybachstraße. 2015 wurde schon einmal Abschied gefeiert. Foto: Archivfoto/Brigitte Striehn

Die „Aura“ schließt. Am 21. Juli, Samstag, öffnen sich die Türen zum letzten Mal für die Gäste. Abschiedsparty. Schon wieder, möchte man sagen. Denn in den vergangenen Jahren ging‘s mit der Ibbenbürener Diskothek auf und ab.

Vor drei Jahren hatte Eigentümer Hans-Bernd Pikkemaat die 3000-Quadratmeter-Disko auf dem insgesamt drei Hektar großen Areal vermietet. Die „ERA“ eröffnete, aber nur für sechs Wochen. Fast ein Jahr blieb die Disko danach geschlossen. In dieser Zeit folgten gerichtliche Auseinandersetzungen mit den Mietern und schließlich die Zwangsräumung. Im Oktober 2016 ging Pikkemaat, der sich aus dem operativen Geschäft in Ibbenbüren eigentlich schon damals per Vermietung oder Verkauf zurückziehen wollte, wieder selbst an den Start, für „ein bis zwei Jahre“. Drei Revival-Partys mit mehreren Tausend Gästen zeigten, dass die „Aura“ weiterhin ihre Fans hatte.

„Die Kosten sind zu hoch“

Aber eben nicht genügend. „Das war nicht ausreichend. Die Kosten sind zu hoch“, muss Pikkemaat nach knapp zwei Jahren einsehen. Zwar sei das Interesse stets da gewesen – zu den Samstagspartys kamen zwischen 500 und 3000 Gästen – aber die „Aura“ hat Platz für 6000. „Die kriegt man heute natürlich nicht mehr“, weiß Pikkemaat, der als Präsident des Bundesverbandes deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe die Entwicklungen in der Branche genau kennt. Vor allem in den vergangenen Wochen habe der Besuch nachgelassen.

Hans-Bernd Pikkemaat

Hans-Bernd Pikkemaat Foto: Linda Braunschweig

„Bei dem schönen Wetter machen die Leute alles andere als in die Disko zu gehen.“ Die Fanmeile zu den Spielen der deutschen Nationalmannschaft bezeichnet Pikkemaat als erfolgreich. „Mit etwas mehr Vorlaufzeit hätte man da noch mehr draus machen können“, sagt der 63-Jährige. Die „Aura“ war kurzfristig in die Bresche gesprungen, nachdem es in Ibbenbüren kein Public Viewing gegeben hatte. Wirtschaftlich sei die Veranstaltung, die „auf sechs bis sieben Spiele ausgelegt war“, aber ein Verlust gewesen, sagt Pikkemaat. Ohne Sponsoren und Eintritt seien solche Events schwierig. Das alles habe aber nichts mit der Entscheidung für die Schließung zu tun. Diese sei kurzfristig vor wenigen Wochen gefallen.

Interessenten gibt es schon

Alle Kosten inklusive Vergnügungssteuer und Stromkosten seien in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Pikkemaat. Die hohen Fixkosten zuzüglich den Ausgaben, um Programm in der Diskothek anzubieten, haben den „Löwen“, so sein Spitzname, bewogen, nun doch wieder einen Schlussstrich zu ziehen.

Was mit dem Objekt passieren soll, weiß Pikkemaat noch nicht, geht die Sache aber ganz entspannt an. „Es ärgert mich natürlich schon, aber immerhin hat die Aura 18 Jahre geschafft.“ Derzeit betreibt Pikkemaat zwei weitere Diskotheken, will mit der Zeit aber einen Gang zurückschalten. Eine oder auch mehrere Vermietungen parallel kann sich der Eigentümer gut vorstellen und natürlich auch einen Verkauf, aber natürlich bei entsprechender Bonität. Das, was er bei der Vermietung 2015 erlebt hat, soll nicht noch einmal passieren. Erste Interessenten gebe es schon, sagt Pikkemaat.

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