Trockenheit gefährdet Ernte
„Die Lage auf vielen Feldern ist dramatisch“

Münster/Borken -

Die Hitze, verbunden mit extremer Trockenheit setzt der Natur zu. Die Landwirte fürchten um die Ernte – gerade auch im Münsterland sieht es nicht gut aus.

Mittwoch, 04.07.2018, 18:50 Uhr

Die Trockenheit und die Hitze setzen dem Getreide zu.
Die Trockenheit und die Hitze setzen dem Getreide zu. Foto: dpa

Drastische Ernteausfälle, extreme Waldbrandgefahr und hoher Wasserverbrauch fürs Bewässern von Gärten und Pflanzen – die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate trifft auch das Münsterland. „Auf vielen Feldern ist die Lage dramatisch. In einigen Regionen wächst kein grünes Blatt mehr“, sagt Heinrich Brockerhoff, Getreideexperte der Landwirtschaftskammer NRW mit Sitz in Münster. Nach einem nassen Herbst trieben die Kulturen in den warmen Monaten ­April, Mai und Juni sehr schnell aus. „Und jetzt wird bei extrem hohen Temperaturen dem Weizen und dem Mais der Wasserhahn abgestellt. Es ist wirklich schlimm“, so Brockerhoff.

Auf vielen Feldern ist die Lage dramatisch. In einigen Regionen wächst kein grünes Blatt mehr.

Heinrich Brockerhoff

Experten rechnen mit ­Ernteausfällen von bis zu 30 Prozent – besonders im Nordosten Deutschlands sei die Lage dramatisch. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es einzelne Regionen, in denen auf Flächen in einer Größe von 100.000 Hektar gar nichts mehr wächst. Auch im Westmünsterland vertrockne zurzeit vor allem auf sandigen Böden ein großer Teil der Pflanzen.

Angst vor Ertragseinbußen

Die zu erwartenden Ausfälle besonders beim Weizen und dem Mais in den Kreisen treffen auch die in der Region stark vertretenen Tiermastbetriebe. Viele Landwirte verfüttern den geernteten Mais oder verkaufen ihn an entsprechende Abnehmer. Dazu kommt ein hoher finanzieller Aufwand für die not­wendige Kühlung und Bewässerung der Ställe und Hofanlagen.

Vor allem die trockenen Gräser und Nadeln, die am Boden liegen, können sich jederzeit entzünden und stellen eine konkrete Gefahr dar.

Friedrich Louen

Neben der Angst vor Ertragseinbußen herrscht in den Wäldern des Landes derzeit die zweithöchste Waldbrandgefahr. „Vor allem die trockenen Gräser und Nadeln, die am Boden liegen, können sich jederzeit entzünden und stellen eine konkrete Gefahr dar“, sagt Friedrich Louen, Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz mit Sitz in Münster. Die Forstexperten geben derzeit verstärkt Verhaltensempfehlungen, um die Gefahr nicht noch höher werden zu lassen. „So einfach es klingt: Aber dazu gehört die Einhaltung des Rauch- und Grillverbots im Wald“, so Louen.

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