Probleme beim Warntag in NRW
Sirenen stumm, „Nina“ überlastet

Düsseldorf/Münster -

Beim NRW-Warntag wurden am Donnerstag Sirenen und Warnapps getestet. In manchen Städten gab es dabei Probleme: Dort blieben Sirenen aus vielen Gründen stumm. Auch die Warn-App „Nina“ funktionierte örtlich nicht einwandfrei.

Donnerstag, 06.09.2018, 16:03 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 15:31 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 06.09.2018, 16:03 Uhr
Probleme beim Warntag in NRW: Sirenen stumm, „Nina“ überlastet
Beim NRW-Warntag kam bei sechs Prozent der Abonnenten der App „Nina“ keine Nachricht an. Foto: dpa

Bei einem landesweiten Test der Notfall-Alarmsysteme haben am Donnerstagmorgen in Nordrhein-Westfalen Tausende Sirenen geheult. Der Test war insgesamt erfolgreich, zeigte aber auch Schwachstellen im Sirenennetz und bei der Warn-App „Nina“, wie eine Sprecherin des Innenministeriums einräumte. „Der Warntag sollte eine Auseinandersetzung mit dem Thema bewirken - und das hat er auch“, sagte die Sprecherin. Mängel müssten jetzt die Kommunen beheben. Künftig soll der Warntag jährlich stattfinden, der Sirenenalarm halbjährlich - an jedem ersten Donnerstag im März und im September.

Stille in Münster

Um 10 Uhr sollten Sirenen der Kommunen, Lautsprecherfahrzeuge der Feuerwehren und die bundesweite Warn-App „Nina“ gleichzeitig Alarm auslösen. Da sich das Sirenennetz aber noch im Aufbau befindet, waren nicht in allen Städten Sirenen zu hören (hier nachhören: so klingen die Sirenen). So beteiligte Münster sich nicht, weil dort bisher nur zwei von 70 geplanten Sirenen angeschlossen sind. Softwareprobleme gab es in Soest. In Teilen des Kreises Minden gab es keinen Sirenenalarm, in Düsseldorf waren einige Sirenen abgebaut, in Dortmund ist derzeit nur eine Sirene angeschlossen.

„Nina“ überlastet

Auch die Handy-App „Nina“ hielt dem Test nicht überall stand: Der Server wurde durch den landesweiten Probealarm überlastet. Die Warnmeldung sei bei 94 Prozent der Abonnenten angekommen, erklärte ein Sprecher des zuständigen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Die App „Nina“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) kann sowohl bundesweite Gefahrenwarnungen als auch lokale Warnungen von Leitstellen versenden. Bundesweit haben bislang 3,5 Millionen Menschen die Warn-App heruntergeladen, in NRW gut eine Million. Der Probealarm sei für die App ein „Lasttest“ gewesen, sagte ein Sprecher des BBK. Warum die App dem nicht standhielt, wird jetzt untersucht.

20 Millionen Euro für Sirenen

Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte den Warntag initiiert, um Warnmittel zu testen und „das Thema Warnung wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.“ Die Teilnahme sei verpflichtend gewesen, die Umsetzung des Probealarms liege aber bei den Kommunen, teilte das Ministerium auf Anfrage mit.

Wir wollen niemanden durch die Warnungen beunruhigen. Doch die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Menschen oftmals nicht ausreichend informiert gefühlt haben.

NRW-Innenminister Herbert Reul

Für den Wiederaufbau des Sirenennetzes hat das Innenministerium den Kommunen in den vergangenen Jahren 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mittlerweile gibt es wieder 4328 Sirenen in NRW. In den 1990er Jahren waren die meisten abgebaut worden.

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