Brandstifterprozess fortgesetzt
Ein überraschender Zeuge

Westerkappeln -

Am siebten Verhandlungstag vor dem Schwurgericht in Münster zur Brandstiftung im Westerkappelner Orientladen in der Nacht zum 7. Februar stand ungeladen und überraschend ein Zeuge aus Hannover vor dem großen Sitzungssaal. Dieser wisse, wo sich der fünfte Beschuldigte in diesem Verfahren aufhält. Mit dieser Information machte er auch die Richter neugierig.

Mittwoch, 12.09.2018, 21:50 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 16:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.09.2018, 21:50 Uhr
Am Tatort machten Polizei und Sachverständige zahlreiche Fotos. Haben sie dabei etwas übersehen ? Diese Frage wurde jedenfalls im Prozess laut.
Am Tatort machten Polizei und Sachverständige zahlreiche Fotos. Haben sie dabei etwas übersehen ? Diese Frage wurde jedenfalls im Prozess laut. Foto: Frank Klausmeyer

Der 30-jährige, aus dem Irak stammende Angeklagte war bereits vor Prozesseröffnung abgetaucht. Der Zeuge, ein Onkel eines der beiden ausführenden Brandstifter, hatte tatsächlich jedoch nicht viel mehr als heiße Luft im Gepäck. Der Gesuchte sei wieder in seiner alten Heimat, berichtete der 50-Jährige.

Dieser hatte zwar keine genaue Adresse, konnte aber den Namen eines Dorfes nennen. Die Dolmetscherin stellte dazu jedoch klar, dass es sich dabei um eine große Provinz im Nord-Irak handele. „Aufgrund der Aussage kann es doch nur eine Frage der Zeit sein, bis wir ihn haben. Rufen sie mal im Bundesinnenministerium an“, kommentierte einer der Verteidiger den Auftritt mit Galgenhumor.

Viel mehr konnte der Onkel zur Aufklärung nicht beitragen. „Alles, was ich weiß, ist, dass die beiden Jungs reingelegt wurden“, sagte der 50-Jährige über seinen Neffen und den anderen Brandstifter. Von wem, blieb offen.

Aussagen von Spuren-Experten

Die beiden 22 und 23 Jahre alten Männer haben gestanden, das Feuer gelegt zu haben und den 27-Jährigen Ladeninhaber und seinen ein Jahr jüngeren Bruder als Auftraggeber schwer belastet. Bis jetzt gibt es allerdings keinen Beleg für eine Verbindung zwischen den Brandstiftern und den Westerkappelner Brüdern.

Im Mittelpunkt des Verhandlungstages standen am Mittwoch die Aussagen von Spurensicherern der Polizei und eines Brandsachverständigen, die den Tatort untersucht hatten. Dabei stellte der Gutachter fest, dass das Feuer im Orientladen durch die Explosion eines Benzin-Luft-Gemisches ausgebrochen war und nicht umgekehrt.

Dies machte der Experte an den herausgesprengten Fenstern fest. Wäre zunächst ein Schwelbrand entstanden, hätten Ruß- und Rauchanhaftungen an Rahmen und Glasscherben feststellbar sein müssen. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, sagte der Sachverständige.

Orientladen in Westerkappeln ausgebrannt

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  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Frank Klausmeyer
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
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  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
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  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
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  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
  • Ein Bild der Verwüstung bot sich den Einsatzkräften im Westerkappelner Ortskern. Die Feuerwehr war mit rund 50 Leuten im Einsatz. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Foto: Heinrich Weßling
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Kritik an „unsauberer Arbeit“ 

Die Explosion erwies sich für die Bewohner des Hauses möglicherweise auch als glücklicher Umstand. Denn durch die zerborstenen Fenster strömte viel Sauerstoff ins Gebäude, der das Feuer dermaßen anheizte, dass das brennbare Material sehr schnell verzehrt war. Andernfalls sei gut vorstellbar, dass sich die Flammen ins Obergeschoss hochgefressen oder auf Nachbargebäude übergegriffen hätten, meinte der Gutachter.

Unklar blieb, ob eine oder mehrere Kartuschen für Gaskocher, die im Laden gelagert wurden, ebenfalls explodiert waren. Einige Zeugen wollten in der Tatnacht mehrere Detonationen gehört haben. Ein Kriminalbeamter gab an, auch mehrere Gaskartuschen im Brandschutt gesehen zu haben.

Auf den Fotos vom Tatort zu sehen ist aber nur ein Behälter. Einer der Verteidiger warf der Polizei daraufhin „unsaubere Arbeit“ vor. Die Zahl der Gaskartuschen sei nicht hinreichend dokumentiert worden, obwohl dies im Zusammenhang mit so einem Brand doch sicher relevant sei.

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