App eine Alternative zum Automaten
Smarte Parker zahlen per Handy

Ahlen -

Künftig geht‘s auch ohne Ticket: Parken in Ahlen. Abgerechnet wird dann über Smartparking.

Donnerstag, 13.09.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.09.2018, 06:00 Uhr
Bald soll beides gehen: Mit Bargeld zahlen oder mit dem Handy. Smartparking macht‘s möglich. Sollte der Rat im Oktober zustimmen, geht das System zum 1. Dezember an der Start.
Bald soll beides gehen: Mit Bargeld zahlen oder mit dem Handy. Smartparking macht‘s möglich. Sollte der Rat im Oktober zustimmen, geht das System zum 1. Dezember an der Start. Foto: Ulrich Gösmann

Was in Hamm und Hamburg funktioniert, soll auch in Ahlen zum Autofahreralltag gehören: Smartparking! Gabriele Hoffmann , Leiterin der städtischen Rechts- und Ordnungsabteilung, schaffte es unter einer halben Stunde, die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen für das zu begeistern, was schon im Dezember an den Start gehen soll: bargeldloses Parken. Für interessierte Autofahrer hätte am Dienstagnachmittag die Brötchentaste gereicht, um Vortrag und Diskussion in ganzer Länge mitzubekommen. Doch wer weiß es vorher. . . 

Brötchentaste – das heißt auf Ahlens gebührenpflichtigen Parkplätzen: die erste halbe Stunde gratis. Danach wird im Stundentakt abgerechnet. Und das vorab, ehe es in die Stadt geht. Shoppen unter Zeitdruck? Nicht mit Smartparking. Bezahlt wird über eine aufs Smartphone geladene App. Verlängert auch, sollte der Schuh beim Anprobieren noch drücken oder der Kaffee länger schmecken als erwartet. Ein Griff zum Handy und – fernab von Auto und Automat – nachgelöst. Zeitscharf, ohne Stunden zu verschenken. Handyparken, so Hoffmann, habe den Charme, Parkzeit an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Mit „Smartparking Plattform e.V.“ sieht die Stadt Ahlen den richtigen Partner gefunden. Eine Initiative, vom ehemaligen Hamburger Oberbürgermeister Ole von Beust gegründet, ist eine Basis, die alle in Deutschland zertifizierten Anbieter vereint. Aktuell arbeiten 60 Städte – Österreich eingerechnet – mit Smartparking. Zwei mit Ahlen vergleichbare Kommunen hätten sich auf Nachfrage, so Hoffmann, begeistert gezeigt.

Vier oder fünf Anbieter wollen in Ahlen einsteigen.

Gabriele Hoffmann

„Vier oder fünf Anbieter wollen in Ahlen einsteigen“, schickte die Rechtsdirektorin in die Runde. Unter Vermittlung der Initiative werden wortgleiche Verträge mit dem Verein und allen am Standort interessierten Anbietern abgeschlossen. Laufzeit: 24 Monate. Weitere Anbieter können hinzukommen. Wer schon in Münster, Hamm oder anderswo aufs Smartparking setzt, hat seinen Anbieter bereits abgespeichert.

Ob mit Münzen oder Handy: Die Parkgebühren sind die gleichen. Je nach Anbieter und Nutzungswunsch des Kunden werden einzelfallbezogene Gebühren oder Pauschalen erhoben, wie die Referentin erklärte. Beim Einzelparken seien das wenige Cent. „Vielleicht drei, vier oder fünf“. Und auch das: „Wir bekommen 1:1 unsere Parkgebühren.“

Parken ohne Ticket hinter der Windschutzscheibe? Auch kein Problem. Die städtischen Überwachungsgeräte sind über ihre Software „OwiGo“ mit dem System kompatibel. Heißt: Ans Kennzeichen halten oder eintippen und die Abfrage des Außendienstlers läuft. „Der Datenschutz ist streng gewährleistet“, unterstrich die Leiterin der Rechtsabteilung. Nach 24 Stunden würden alle Zugriffsdaten automatisch gelöscht.

Die einstimmige Zustimmung aus dem Fachausschuss lässt erwarten, dass das Thema auch im Oktober ebenso schnell durch den Stadtrat geht. Handyparken könnte dann schon zum 1. Dezember in Ahlen möglich sein.

Zukunftsmusik: digitales Parkleitsystem

Erfahrungswerte zeigen, dass nach einem Jahr zwei Prozent der Parkenden das System nutzen, nach zwei Jahren fünf. Eine Reduzierung der Betriebskosten sei noch ein frommer Wunsch, ließ Hoffmann den Ausschuss wissen. Zukunftsmusik auch noch das: weitere Dienstleistungen. Darunter ein digitales Parkleitsystem.

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