Politik
Minister Spahn drohte vor Jahren öffentliches Outing

Berlin/Ahaus -

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister aus Ahaus, berichtet in einem neuen Buch, dass ihm CDU-Parteifreunde 2001 mit einem öffentlichen Outing gedroht haben.

Sonntag, 16.09.2018, 14:29 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 14:11 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 14:29 Uhr
Politik: Minister Spahn drohte vor Jahren öffentliches Outing
Gesundheitsminister Jens Spahn Foto: dpa

Jens Spahn, CDU-Gesundheitsminister, drohte im Alter von 21 Jahren ein öffentliches Outing durch Parteifreunde. Daraufhin habe er sich seinen Eltern offenbart, erzählt der schwule Politiker in der Biografie „Jens Spahn“ des Journalisten Michael Bröcker („Rheinische Post“), die an diesem Montag vorgestellt wird.

Die Reaktion der Eltern

Spahn wollte im Münsterland für den Bundestag kandidieren. Doch es gab Widerstand in der örtlichen CDU. Spahn bekam einen Tipp, dass ihn ein Gegner bei der Vorstellungsrunde fragen wolle, ob er homosexuell sei. „Ich bin dann zu meinen Eltern rein und habe mich mit ihnen in die Küche gesetzt. Das war wohl das erste Mal, dass wir so richtig offen darüber gesprochen haben.“

Die Reaktion der Eltern: „Sie waren völlig gelassen“, erzählt der heute 38-jährige Spahn. Seine Mutter Ulla berichtet in dem Buch: „Wir haben dreimal Luft geholt und akzeptiert, dass die Dinge sind, wie sie sind.“ Das Outing bei der Versammlung kam dann doch nicht, Spahn wurde überraschend zum Kandidaten gekürt und schaffte schließlich 2002 auch den Sprung in den Bundestag. Spahn gewann als Direktkandidat seinen Wahlkreis (Steinfurt I – Borken I) mit 48,2 Prozent der Stimmen und konnte dies auch bei den vier folgenden Bundestagswahlen wiederholen.

2012 machte er seine Homosexualität in einem Interview öffentlich. Dem Spiegel gab er ein „erstes und letztes Interview“ über seine Homosexualität. Er wolle lieber über seine Arbeit definiert werden, sagte er damals.

Rex Gildo zum Frühstück

Spahn ist mit dem Journalisten Daniel Funke verheiratet, dem Leiter des Berliner Büros der Zeitschrift „Bunte“. Sie haben sich im Frühjahr 2013 kennengelernt. „Ich glaube zwar nicht an Liebe auf den ersten Blick, aber mir war schon klar, dass das Potenzial hatte“, verrät Funke in dem Buch. „Spät am Abend haben wir gemeinsam Roger Whittaker gehört.“ Bis heute hören sie gerne Schlager. Funke: „Das ist für uns ein Gute-Laune-Bringer. Rex Gildo zum Frühstück? Finden manche Leute komisch, ist aber unser Ding.“

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