Fernsehbeitrag berichtet über Missstände
Schwere Vorwürfe gegen DRK-Kita: „Kinder werden angeschrien“

Ibbenbüren -

Das Vertrauen der Eltern, deren Kinder den DRK-Kindergarten „Weltentdecker“ in Ibbenbüren besuchen, ist zutiefst erschüttert. Am Montagabend wurde bei RTL-Extra ein Filmbeitrag gesendet, der massive Vorwürfe bezüglich der Erziehungsmethoden erhebt.

Dienstag, 25.09.2018, 20:11 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 25.09.2018, 20:11 Uhr
Vorstandsvorsitzender Johannes Hille und Bernadette Wiegand vom DRK-Kindergarten „Weltentdecker“ in Ibbenbüren wollen versuchen, die schweren Vorwürfe aufzuarbeiten.
Vorstandsvorsitzender Johannes Hille und Bernadette Wiegand vom DRK-Kindergarten „Weltentdecker“ in Ibbenbüren wollen versuchen, die schweren Vorwürfe aufzuarbeiten. Foto: Cornelia Ruholl

„Kinder werden angeschrien, ausgesperrt und sogar geschlagen“, so der Vorwurf der Reporterin, die als Praktikantin undercover eine Woche (18. bis 26. Juni) in dem Kindergarten war.

DRK will aufklären

Das DRK als Träger nimmt sich der Kritik an und bemüht sich nun darum, die Vorgänge aufzuklären. „Wir stehen in der Verantwortung und wir übernehmen sie natürlich auch“, sagt Vorstandsvorsitzender Johannes Hille. Rund 40 bis 50 besorgte und erboste Eltern standen am Dienstagmorgen vor dem DRK-Kindergarten an der Rudolf-Diesel-Straße. „Die einen waren tief traurig und haben geweint, die anderen waren aufgebracht“, sagt Johannes Hille. „Und für beide Regungen habe ich dickes Verständnis“. Aber er äußert auch einen Wunsch an die Eltern: „Bitte geben Sie uns die Chance, das Vertrauen wiederaufzubauen.“

Praktikantin beschwert sich

Bernadette Wiegand schildert, wie der Kindergartenträger mit den Vorwürfen umgeht und seit wann die Vorwürfe bekannt sind: Am 6. August habe sie vom Leiter des Ibbenbürener Jugendamtes die Information bekommen, dass sich eine ehemalige Praktikantin bei ihm beschwert habe über das Erziehungsverhalten in dem Kindergarten, insbesondere in der „Sterngruppe“, einer von zwei heilpädagogischen Gruppen des Kindergartens.

Fragebogen zur Elternzufriedenheit

Am 27. August, unmittelbar nach den Ferien, habe sie mit der Leitung der Einrichtung und mit der Qualitätsbeauftragten des DRK ein Gespräch darüber geführt und die Arbeit hinterfragt. „Wir haben uns entschieden, einen Fragebogen zur Elternzufriedenheit zu machen, die Mitarbeiter nochmals zu schulen und dass die Qualitätsbeauftragte in die Gruppen gehen sollte, um zu hospitieren und zu schauen, was ihr auffällt, woran wir arbeiten und wo wir etwas verändern oder optimieren müssten.“

Jugendämter informiert

Am 29. August habe das DRK über die Einrichtungsleitung eine E-Mail von RTL bekommen. In dieser E-Mail seien keine bestimmten Vorwürfe, sondern Fragen formuliert worden, zu denen der konkrete Hintergrund nicht bekannt gewesen sei. Ab diesem Zeitpunkt sei man aber davon ausgegangen, dass die Beschwerde der Praktikantin beim Jugendamt und die RTL-Fragen in Zusammenhang stehen.

Im Rahmen des Krisenmanagements seien sofort alle zuständigen Jugendämter informiert worden, auch alle Rotkreuzebenen, vom Ehrenamt im Ortsverein bis hin zum Präsidium, Landes- und Bundesverband. Außerdem wurde der Elternrat des Kindergartens einberufen, welcher seinerseits ankündigte, alle Eltern zu informieren.

Mitarbeiterinnen bis auf Weiteres freigestellt

Und natürlich seien auch – „und das war kein Kuschelgespräch“ (Hille) – die Gruppenmitarbeiter und die Kindergartenleitung gehört und befragt worden.

Als Montagabend der Beitrag gesendet wurde, „waren wir tief betroffen“. Das habe er auch den Eltern gesagt, so Hille. Er habe die beiden Mitarbeiterinnen der betreffenden Gruppe bis auf Weiteres freigestellt. Die Kita­leitung sei aufgrund eines Unfalls seit zehn Tagen krank. „Jetzt brauchen wir die Chance, das aufzuarbeiten.“ Um nicht fremdes Personal in die Gruppe zu schicken, werde die Situation zunächst von den Therapeuten der Gruppe aufgefangen.

Es gab schon Eltern, die ihr Kind vom Kindergarten abgemeldet haben. „Manche auch zunächst einmal nur für diesen Tag“, so Wiegand.

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