Sommerdürre belastet Autofahrer
Sprit ist knapp – und wird immer teurer

Münster -

Explodierende Spritpreise und Lieferengpässe an den Tankstellen: Die Dürre des Sommers hinterlässt im Portemonnaie der Autofahrer tiefe Spuren. Vor allem Diesel-Kraftstoff ist teuer und kostet im Münsterland schon bis zu 1,55 Euro je Liter. In Senden-Bösensell musste eine Tankstelle am Sonntag sogar schon wegen Spritmangels den Verkauf stoppen.

Montag, 05.11.2018, 20:20 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 05.11.2018, 20:02 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 05.11.2018, 20:20 Uhr
An der BFT-Tankstelle in Senden-Bösensell blieb das Preisfeld für Super E10 am Montag wegen Lieferproblemen frei.
An der BFT-Tankstelle in Senden-Bösensell blieb das Preisfeld für Super E10 am Montag wegen Lieferproblemen frei. Foto: Gunnar A. Pier

„Heute fehlt nur noch Super E10“, betont Pächter Jochen Lürwer. „Wie es ­morgen aussieht, weiß niemand.“ Teilweise erlaubte die Bundesregierung bereits den Zugriff auf die nationale Ölreserve.

Wie es zu dem Engpass kommt

Hauptgrund für die Misere: Der Rhein führt kaum noch Wasser – und über diesen Wasserweg wird ein großer Teil des Rohöls zu den Raffinerien geliefert. „Hinzu kommt, dass es kaum noch Fahrer für Tankwagen gibt – und die wenigen, die arbeiten, transportieren derzeit lieber Heizöl, weil das lukrativer ist“, erklärte Michael Deim, Betreiber von vier freien Tankstellen im Raum Münster, am Montag.

Westfalen AG hat zu kämpfen

Auch die Westfalen AG in Münster kämpft mit logistischen Problemen: „Wir haben bislang aber noch alle Betriebe unserer Kette be­liefern können“, erklärte Firmensprecher Stefan Jung. „Das ist aber inzwischen eine große Herausforderung.“ Der Kanal am Westfalen-Tank­lager in Münster-Gelmer führe zwar ausreichend Wasser, aber die Einschränkungen auf dem Rhein schlügen bis ins Münsterland durch, so Jung. Weitere Schwierigkeit: „Man muss erst mal einen Tankwagen bekommen“, beklagt Jung den eklatanten Fahrermangel.

Zu wenige Lkw-Fahrer

Marcus Hoger vom Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW in Duisburg weiß, wie dramatisch die Suche nach Lkw-Lenkern mittlerweile ist. „Bundesweit sind 50 000 Stellen unbesetzt – immer mehr Fahrer gehen in Rente, Nachwuchs gibt es kaum.“

Der aktuelle Rohölpreis und der Kurs des Euro spielen nach Angaben von Branchenkennern für die Preisbildung an den Zapfsäulen zurzeit nur eine geringe Rolle. Diesel ist allerdings wegen der hohen Heizölnachfrage im Winter regelmäßig teurer als zu anderen Jahreszeiten.  

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