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Fünflinge feiern fünften Kindergeburtstag

Münster/Gronau -

Nichts ist für die Familie Touma aus Gronau noch so wie vor fünf Jahren. Die Gründe heißen Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn. Die Fünflinge feierten nun in der Uniklinik Münster ihren fünften Geburtstag und ein Wiedersehen mit ihren Geburtshelfern.

Montag, 12.11.2018, 18:22 Uhr aktualisiert: 13.11.2018, 10:17 Uhr
Umgeben von Kameras und Mikrofonen packen Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn ihre Geschenke aus. Die Mädchen aus Gronau sind vor fünf Jahren in der Uniklinik zur Welt gekommen.
Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn pusten ihre Geburtstagskerzen aus. Die Mädchen aus Gronau sind vor fünf Jahren in der Uniklinik zur Welt gekommen. Foto: Gunnar A. Pier

Das Geburtstagslied „Happy Birthday“ ist für Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn kein Spaß. Spätestens bei „Happy Birthday, liebe…“ bricht der fröhliche Gesang zusammen – wenigstens am Montag, als die Fünflinge in die Uniklinik kamen, um dort ihren fünften Geburtstag zu feiern.

Dafür sind die fünf in rosa Tüllröckchen, mit einem Einhorn-Haarreif und Geburtstagsschärpen aus Gronau nach Münster gekommen, um all die zu treffen, die ihnen beim Start ins Leben geholfen haben: Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen, Besuchsdienst – es waren vielen Menschen, die der plötzlich kinderreichen Familie Touma damals auf die Sprünge geholfen haben. Allein 25 Ärzte und Pflegende sind damals bei dem Kaiserschnitt im Kreißsaal gewesen, rund zweieinhalb Monate mussten sie in Münster bleiben, bevor sie wieder nach Hause zurückkehrten.

Weltweit eine Seltenheit

Vor fünf Jahren – am 12. November 2013 – hatte Fedah Touma für ein in Münster bis dahin einmaliges Ereignis gesorgt. Sie brachte fünf Mädchen zur Welt. Das besondere: Alle fünf waren zwar sehr leicht – nur 1100 bis 1500 Gramm – und zehn Wochen zu früh, aber ansonsten fehlte ihnen nichts.

Der Leiter der UKM-Geburtshilfe, Professor Walter Klockenbusch , ist immer noch froh, dass der Mutter all das erspart geblieben ist, was Frauen in ähnlichen Situationen passieren könnte: ein Diabetes oder eine Schwangerschaftsvergiftung zum Beispiel. Und noch heute sagt er: „Wie sie das getragen hat, ist schon bewundernswert.“ Fünflingsgeburten sind auch weltweit eine Seltenheit. Oder wie Klockenbusch es sagt: „Die Chance liegt bei 1 zu 85 ⁵.“ Also offensichtlich sehr selten.

Fünflinge feiern 5. Geburtstag

Fünf kleine Persönlichkeiten und viel Stress

Seitdem ist für die Toumas nichts mehr so wie vor fünf Jahren. Mutter Fedah Touma macht kein Geheimnis daraus, dass fünf Töchter auf einen Schlag wirklich schlauchen. Fünf Stunden Schlaf am Tag in guten Zeiten, zwei Stunden weniger bei Krankheit oder zu Weihnachten, das macht mürbe. Die 130-Quadratmeter-Wohnung, die sie nach der Geburt bezogen, ist schon wieder zu klein. Die Suche nach einem Haus in Gronau, wo die Familie lebt, ist auch nicht leicht, weil in den vergangenen Jahren keine Gelegenheit blieb, ein paar Euro zur Seite zu legen, um sich wenigstens ein Grundstück kaufen zu können.

Vater Makarios Touma hat seit ein paar Monaten wieder einen Job und arbeitet als Hilfskraft auf dem Bau, aber vorher war auch gar keine Zeit für eine Suche nach Arbeit: Fünflinge bedeuten, dass bei einem Infekt oder einer anderen Krankheit Stress ist im Hause Touma. „Ich habe einen Super-Chef“, sagt der 36-Jährige. „Der hat Verständnis, wenn ich nicht kommen kann.“ Aber dann liegen zu Hause ja immer noch zwei bis drei kranke Kinder, die betreut werden wollen.

Fünflinge aus Gronau feiern ihren fünften Geburtstag

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  • Geschenke, Geschenke! Evelyn, Justina, Josefina, Melissia und Maria Touma (von links) feiern in der UKM-Kita "Niki de Saint Phalle" ihren fünften Geburtstag.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vorbereitungen fürs Fest: Mama Makarios Touma macht ihren Töchtern die Haare schön.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die offizielle Geburtstagsfeier am Montag sorgte für ein riesiges Medieninteresse.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Torten, Kerzen, Kleidchen: Papa Makarios Touma mit seinen Töchtern Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn (von links).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Papa Makarios Touma

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Mutter Fedah

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Geburtstagspost von der Uniklinik.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prof. Dr. Walter Klockenbusch (Leiter der UKM-Geburtshilfe).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die Geburtstagskinder gaben viele Interviews.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Mama Fedah Touma und Papa Makarios Touma putzen ihre Kinder fürs Fest heraus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn (von links)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Maria, Melissia, Josefina, Justina, Evelyn, Mutter Fedah, Vater Makarios Touma und der Bruder Michael,

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn (von links) pusten die Kerzen aus.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn (von links)

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  • Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn (von links)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn (von links)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn (von links)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Maria, Melissia, Josefina, Justina und Evelyn (von links)

    Foto: Gunnar A. Pier

Drama ist bei den Toumas ohnehin. „Täglich“, sagt die Mutter. Die fünfeiigen Fünflinge sind fünf kleine Persönlichkeiten. „Jede ist anders“, sagt sie. Dass Streit ein durchaus fester Bestandteil des täglichen Umgangs ist, zeigen die Mädchen auch während der Geburtstagsparty in der UKM-Kita. Trotzdem möchten ihre Eltern mit nichts in der Welt tauschen.

Und dann ist da noch der Bruder Michael, der nicht zu kurz kommen soll. Aber Makarios Touma gibt offen zu, dass das viel zu selten gelingt. Zumal Vater und Mutter die komplette Betreuung ihrer sechs Kinder alleine wuppen müssen. Großeltern zum Beispiel, die das Paar mal unterstützen könnten, gibt es nicht. Und so ist der Abend, an dem die beiden zum letzten Mal miteinander aus waren, lange her. Um genau zu sein: über fünf Jahre.

Geburt von Fünflingen im Uniklinikum Münster

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  • Foto: Wilfried Gerharz
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