Garten-Experte Klaus Krohme leitet Institution im Kreis Steinfurt
Ein Gewächs des Lehrgartens

Steinfurt -

Wieder was gelernt: Die Kakipflaume gedeiht auch im Münsterland. Klaus Krohme zeigt ein Körbchen mit den orangefarbenen Früchten, die eigentlich in südlichen Regionen der Erde wachsen. Doch am Ende dieses heißen Sommers kann man sie auch im Kreislehrgarten im Steinfurter Ortsteil Burgsteinfurt ernten. Leiter Krohme stellt das Körbchen zur Seite und behält die Erkenntnis im Kopf.

Donnerstag, 15.11.2018, 08:45 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 15.11.2018, 08:24 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 15.11.2018, 08:45 Uhr
Klaus Krohme leitet seit fast 30 Jahren den Kreislehrgarten in Steinfurt-Burgsteinfurt. In diesem Jahr konnte er erstmals Kakipflaumen ernten, die eigentlich eher in südlicheren Gefilden wachsen.
Klaus Krohme leitet seit fast 30 Jahren den Kreislehrgarten in Steinfurt-Burgsteinfurt. In diesem Jahr konnte er erstmals Kakipflaumen ernten, die eigentlich eher in südlicheren Gefilden wachsen. Foto: Gunnar A. Pier

Seit fast 30 Jahren leitet Klaus Krohme den Kreislehrgarten. Mehr noch: Er ist auf gewisse Weise selbst ein Gewächs dieser Institution. Eigentlich wollte er mal Krankenpfleger werden, fand aber keine Ausbildungsstelle. Also lernte er in Burgsteinfurt Gärtner, Fachrichtung Obstbau. „Ich will nicht behaupten, dass ich als Kind gerne Unkraut gejätet habe“, gibt er zu. Der Job im Grünen gefiel ihm dennoch. Nach viereinhalb Jahren in einer großen Baumschule in Münster kehrte er in den Kreislehrgarten zurück, 1989 übernahm er, inzwischen Meister, die Leitung.

Damit ist er Chef einer Einrichtung mit sehr langer Tradition. Kreislehrgärten entstanden in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. „Sie wurden gegründet, um die schlechte Ernährung zu verbessern.“ Die Menschen in der Region sollten hier lernen, wie sie im eigenen Garten erfolgreich Lebensmittel anbauen können. „Die Bauernjungs kamen her, um zu lernen, Bäume zu veredeln.“ Klassische Hilfe zur Selbsthilfe also in schwierigen Zeiten. Die meisten Kreislehrgärten sind geschlossen – der Kreis Steinfurt leistet ihn sich weiter.

Ziel: Erhalt und Weiterentwicklung des Gartens

Die Funktion der heimischen Gärten hat sich über die Jahrzehnte freilich geändert. „Ein Garten zum Sattwerden reicht nicht mehr, der Garten wird zum Erholungsraum.“ Eine Erkenntnis übrigens, die sich schon in den 1940er Jahren breitmachte. So kamen mit der Zeit viele Zierpflanzen hinzu, und 1965 wurden ­ Wochenseminare für Hobbygärtner eingeführt – die es bis heute gibt.

Herbst 2018 im Kreislehrgarten Steinfurt

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  • Bäume, Zierpfanzen, Obst: Im Kreislehrgarten Steinfurt gibt es vornehmlich heimische Pflanzen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Garten ist ansprechend gestaltet.

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  • Klaus Krohme leitet die Einrichtung seit fast 30 Jahren.

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  • Herbstliches Laub

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  • 95 Apfelsorten wachsen im Kreislehrgarten. Viele werden in einer kleinen Ausstellung gezeigt.

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  • Kletterrose "Super Excelsa"

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  • Herbst im Kreislehrgarten Steinfurt-Burgsteinfurt

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  • Tokio-Kirsche

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  • Clapps Liebing

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  • Asiatische Birne

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  • Herbst im Kreislehrgarten Steinfurt-Burgsteinfurt

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  • Herbst im Kreislehrgarten Steinfurt-Burgsteinfurt

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  • Herbst im Kreislehrgarten Steinfurt-Burgsteinfurt

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  • Dollarprinzessin

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Klaus Krohme leitet die Einrichtung seit fast 30 Jahren.

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  • Klaus Krohme leitet die Einrichtung seit fast 30 Jahren.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Klaus Krohme leitet die Einrichtung seit fast 30 Jahren.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Herbst im Kreislehrgarten Steinfurt-Burgsteinfurt

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Herbst im Kreislehrgarten Steinfurt-Burgsteinfurt

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  • Hortensi

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gelbbunter Spindelstrauch

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Gelbbunter Spindelstrauch

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  • Herbst im Kreislehrgarten Steinfurt-Burgsteinfurt

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Herbst im Kreislehrgarten Steinfurt-Burgsteinfurt

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 95 Apfelsorten wachsen im Kreislehrgarten. Viele werden in einer kleinen Ausstellung gezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 95 Apfelsorten wachsen im Kreislehrgarten. Viele werden in einer kleinen Ausstellung gezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 95 Apfelsorten wachsen im Kreislehrgarten. Viele werden in einer kleinen Ausstellung gezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 95 Apfelsorten wachsen im Kreislehrgarten. Viele werden in einer kleinen Ausstellung gezeigt.

    Foto: Gunnar A. Pier

Über 100 Jahre nach der Gründung ist der Kreislehrgarten also noch immer mehr als ein Ausflugsziel für Pflanzenfreunde aus der Gegend. „Es geht um Erhalt und Weiterentwicklung des Gartens“, erklärt Klaus Krohme. Dazu baut er zusammen mit seinem Team aus drei Gärtnern und derzeit vier Lehrlingen auf 30.000 Quadratmetern unter anderem 95 verschiedene Apfelsorten an, pflegt einen Kräutergarten, Zierpflanzen, einen Teich, Hecken, Blumen, Büsche. „Fast alles Handelssortiment“, erklärt er. Denn die Anlage ist kein Botanischer Garten, der Exotisches zeigen soll. Nein, hier wird heimischer Anbau ausprobiert. Dazu passt eben auch der Versuch mit der Kaki.

Ein volles E-Mail-Postfach

30 Jahre Rumprobieren im münsterländischen Garten haben Krohme zu einem anerkannten Fachmann gemacht. Den Sommer über gibt er in der WDR-„Lokalzeit“ Tipps – vor allem aber berät das Team Menschen, die sich mit ihren Fragen melden. „Montagmorgen ist das E-Mail-Postfach voll.“

So bekommt der Experte mit, welche Themen die Hobbygärtner der Region bewegen. „Naschgemüse“ wie Tomaten sind im Trend, bei Obst interessieren sich viele für alte Sorten, insektenfreundliche Beete erfreuen sich großer Beliebtheit.

Aktuell beschäftigt viele die Frage, was nach der langen Trockenheit zu tun ist. Rhododendren und Orchideen sind eingegangen – welche Alternativen gibt es? „Buchenhecke statt Lebensbäume“ ist einer der Tipps. Viele Ideen können Besucher beim Spaziergang durch den Kreislehrgarten finden.

Wie auch immer: „Jetzt ist Pflanzzeit“, betont Klaus Krohme. „Wir haben ja keinen harten Winter mehr.“ Und wenn doch: Die Kakipflaume übersteht auch Frost.

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