Stutthof-Prozess fortgesetzt
Ehemaliger SS-Wachmann: Keine Gefangenen-Transporte gesehen

Münster -

Keine Kenntnis von Gefangenen-Transporten, keine Erklärung für die Todesfälle im ehemaligen Konzentrationslager Stutthof: Der wegen hundertfacher Beihilfe zum Mord angeklagte ehemalige SS-Wachmann hat vor dem Landgericht Münster am Donnerstag noch einmal bekräftigt, dass er über die Behandlung und das Schicksal der Gefangenen in dem KZ bei Danzig nichts gewusst habe.

Donnerstag, 15.11.2018, 15:17 Uhr aktualisiert: 15.11.2018, 16:00 Uhr
Stutthof-Prozess fortgesetzt: Ehemaliger SS-Wachmann: Keine Gefangenen-Transporte gesehen
Zu Beginn des vierten Verhandlungstages kam der 94-Jährige aus dem Kreis Borken mit seinen Verteidigern Jürgen Föcking (l.) und Andreas Tinkl in den Verhandlungssaal. Foto: Gunnar A. Pier

„Über die Struktur innerhalb des Lagers habe ich nicht viel mitbekommen“, hieß es in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung. „Man sagte mir, welchen Posten ich zu versehen hatte und ich habe Folge geleistet.“
Die vielen Todesfälle im Lager habe er zwar bemerkt. Woran die Häftlinge vor allem gestorben sind, könne er aber nicht sagen. „Ich führte es vor allem auf Krankheiten und Seuchen zurück.“ Er wisse aber nicht einmal, wie die Ernährung der Gefangenen ausgesehen habe.

Tag 4 im Prozess gegen ehemaligen Wachmann im KZ Stutthof

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  • Am Donnerstag ist der Prozess gegen den 94-jährigen Johann R. aus dem Kreis Borken fortgesetzt worden.

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  • Dem ehemaligen Wachmann im Konzentrationslager Stutthof wird Beihilfe zum Mord in Hunderten Fällen vorgeworfen.

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  • Am Donnerstag fand der vierte Prozesstag statt.

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  • Staatsanwalt Andreas Brendel.

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  • Johann R. kam mit seinen Verteidigern Jürgen Föcking (l.) und Andreas Tinkl in den Verhandlungssaal.

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  • Der Prozess findet im Landgericht Münster statt.

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  • Das Gesicht des Angeklagten muss auf Anweisung des Gerichts gepixelt werden. 

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Es sei aber offensichtlich gewesen, dass die Lebensumstände „miserabel“ gewesen seien. Obwohl der heute 94-Jährige aus dem münsterländischen Borken im KZ Stutthof als Wachposten eingeteilt gewesen sei, habe er nie Gefangenen-Transporte gesehen, die am Lager angekommen seien.
Dem 1923 in Rumänien geborenen Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft vor, als Wachmann in dem Lager mehrere Hundert Morde zwischen 1942 und 1944 ermöglicht zu haben. Nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralen Stelle in Ludwigsburg starben bis Kriegsende 65.000 Menschen im KZ Stutthof und in seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen.

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