Taschendieb-Maschen
Diese Tipps schützen vor Langfingern

Münsterland -

Glühwein, gebrannte Mandeln und Geschenkideen: Die Weihnachtsmärkte in der Region locken seit einigen Tagen tausende Besucher in die Innenstädte. Im dichten Gedränge tummeln sich aber auch oft Taschendiebe. Die Polizei gibt Tipps, wie man sich vor den Langfingern schützen kann.

Donnerstag, 29.11.2018, 17:30 Uhr
Taschendieb-Maschen: Diese Tipps schützen vor Langfingern
Mit vielfältigen Tricks kommen Taschendiebe an Portemonnaies oder Smartphone. Meist bemerken die Opfer den Diebstahl erst später. Foto: dpa

Mit dem Glühwein in der Hand über den Weihnachtsmarkt schlendern, hier nach einem Geschenk stöbern und dort gebrannte Mandeln kaufen. Und plötzlich ist das Portemonnaie weg. Das ist auch im Münsterland keine Seltenheit. In großen Menschenmassen finden Taschendiebe ihre Opfer.

Die meisten Taschendiebe agieren laut der Polizei in Nordrhein-Westfalen nicht alleine, sondern gehen oft arbeitsteilig vor. Meist werden die Opfer von einem Täter abgelenkt, während der andere nach dem Portemonnaie oder dem Smartphone greift.

Das sind die Tricks der Taschendiebe

Die Tipps der Langfinger sind dabei vielfältig. Stolpern, anrempeln, nach dem Weg oder der Uhrzeit fragen - die Täter lassen sich viel einfallen, um an Geldbörse oder Handy zu gelangen. Laut der Polizei NRW greifen viele Täter dabei aber zu den gleichen Tricks.

Die Tricks der Taschendiebe

Fleckentrick: Nach einem Bankbesuch werden Sie versehentlich mit Ketchup, Eis oder Kaffee bekleckert. Beim wortreichen Reinigungsversuch greift der Täter nach der Geldbörse in der Hand- oder der Jackentasche.

Stolpertrick: Vor Ihnen im Gedränge stoppt oder stolpert ein Komplize, Sie sind kurz abgelenkt, der Täter hinter Ihnen greift in Ihre Tasche.

Wechsel- oder Spendentrick: Jemand bittet Sie, Kleingeld zu wechseln oder eine Spende zu geben und greift sich dabei unbemerkt Geldscheine. Die Täter sind sehr fingerfertig!

Anrempeln oder Umarmen: Jemand stolpert, bückt sich oder rempelt Sie an. Sie sind kurz abgelenkt und schon ist das Portemonnaie, das Handy oder die Halskette weg.

Stadt- oder Fahrplantrick: Jemand zeigt Ihnen einen Stadtplan und bittet um eine Wegbeschreibung. Ihr Handy, das gerade noch auf dem Cafétisch lag oder das Portemonnaie, das in der Tasche steckte, sind fort.

Ausspähen am Geldautomaten: Täter beobachten potenzielle Opfer beim Geldabheben, versuchen, die Eingabe der Geheimnummer zu verfolgen, verwickeln sie nach dem Geldabheben in ein Gespräch und stehlen ihr Bargeld oder gleich das ganze Portemonnaie samt EC-Karte.

...

 

Der König der Taschendiebe

 

Aufmerksamkeit und Skepsis

Eines sei immer gleich, warnt die Polizei: Die Diebe nutzten sorgloses und unachtsames Verhalten oder die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer aus. Deshalb komme es auf präventive Maßnahmen an. Aufmerksamkeit, gesunde Skepsis und richtiges Verhalten könnten schon helfen, um sich vor Taschendieben zu schützen.

 

Neun Tipps gegen Taschendiebe

1/9
  • Die Polizei NRW gibt verschiedene Tipps, um es den Langfingern nicht zu leicht zu machen:

    1. Augen auf und Tasche zu - und das nicht nur beim Weihnachtsmarkt oder Innenstadtbummel.

    Foto: dpa
  • 2. Tragen Sie Wertsachen eng am Körper: Taschendiebe nutzen unauffälligen Körperkontakt im Gedränge, lenken ihre Opfer ab und nutzen deren Unachtsamkeit.

    Foto: dpa
  • 3. Bewahren Sie Bargeld, Bankkarten und Ausweise getrennt voneinander auf. Der Diebstahl einer kompletten Brieftasche/Geldbörse kostet viel Geld, Zeit und Nerven.

    Foto: dpa
  • 4. Bargeld, Bankkarten, Wertgegenstände: Nehmen Sie nur das mit, was Sie auch wirklich benötigen.

    Foto: Colourbox.de
  • 5. Wertsachen, Mobiltelefone und Digitalkameras sind am sichersten in verschließbaren Innentaschen. Taschendiebe sind extrem geschickt. Sie werden den Diebstahl vermutlich gar nicht bemerken.

    Foto: dpa
  • 6. Tragen Sie im Gedränge Rucksäcke vor dem Körper. Wertsachen in Außentaschen von Rucksäcken sind leichte Beute.

    Foto: Colourbox.de
  • 7. Notieren Sie niemals die PIN-Codes von Geld- und Kreditkarten sowie Mobiltelefonen. Lernen Sie diese auswendig!

    Foto: privat
  • 8. Einfach umdrehen: Tragen Sie Hand- oder Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper. Halten Sie diese stets verschlossen oder tragen Sie diese eingeklemmt unter dem Arm.

    Foto: dpa
  • 9. Lassen Sie Taschen und Wertgegenstände niemals unbeaufsichtigt.

    Foto: dpa

 

Polizei rufen und Anzeige erstatten

Sollte trotz aller Aufmerksamkeit trotzdem ein Taschendieb das Portemonnaie gelangt sein, wird empfohlen, sofort die Polizei zu rufen. Die Beamten weisen darauf hin, dass immer eine Strafanzeige erstattet werden sollte - auch wenn es sich nur um einen Diebstahlversuch handelt.

Wichtig ist zudem, dass Kredit- oder Bankkarten umgehend gesperrt werden. Dafür kann die einheitliche Sperr-Notruf-Nummer 116 116 gewählt werden. Haben es die Diebe auf das Smartphone abgesehen, sollten Opfer bei ihrem Netzbetreiber umgehend die Sim-Karte sperren lassen.

na_Taschendiebstahl_image_1024_width
Foto: Polizei NRW

Ein Taschendiebstahl ist nicht nur ärgerlich, sondern meist auch teuer. Personalausweis, Führerschein, Kreditkarte, Reisepass, Bahnticket - alles muss neu beantragt werden. Dabei fallen laut Polizei schnell Kosten von etwa 200 Euro an. Alle Karten und Ausweise neu zu beantragen kostet außerdem viel Zeit und Nerven.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6222641?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F
Frau fühlt sich von Polizei im Stich gelassen
Mit dem so genannten Enkeltrick wollte ein Anrufer bei einer 65-jährigen Frau aus Beckum 20 000 Euro erbeuten.
Nachrichten-Ticker