European Homecare
ZUE-Mitarbeiter erhalten Kündigung

Schöppingen -

Den 58 Mitarbeitern von European Homecare (EHC) in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) ist am Ende des vergangenen Jahres mit Wirkung zum 30. Juni gekündigt worden.

Donnerstag, 10.01.2019, 16:36 Uhr aktualisiert: 11.01.2019, 16:49 Uhr
Auch die Küche ist im Zuge von Sanierungs- und Renovierungsarbeiten in der Zentralen Unterbringungseinrichtung im Jahr 2015 komplett erneuert worden.
Auch die Küche ist im Zuge von Sanierungs- und Renovierungsarbeiten in der Zentralen Unterbringungseinrichtung im Jahr 2015 komplett erneuert worden. Foto: Anne Spill

„Wegen arbeitsrechtlicher Fristen mussten wir vorsorglich kündigen“, sagt EHC-Medienberater Klaus Kocks . Wie ZUE-Leiter Ingo Ochtrup erklärt, ist das den Mitarbeitern im Vorfeld während einer Betriebsversammlung bereits mitgeteilt worden. Grund für die Kündigungen: Die Bezirksregierung Münster schließt zum 30. Juni die ZUE. Das hatte Regierungspräsidentin Dorothee Feller vor einigen Monaten der Gemeinde mitgeteilt.

Für EHC ist die Schließung noch nicht endgültig beschlossene Sache. „Wir schließen nicht aus, dass die Bezirksregierung noch zu einer anderen Entscheidung kommt“, so Klaus Kocks.

Sollte es aber zur Schließung kommen, erhielten die Mitarbeiter Angebote „an anderen nationalen Standorten“, sagt der EHC-Medienberater. Der nächste Standort ist momentan Rheine. Ansonsten betreibt European Homecare im Münsterland keine weiteren Anlagen.

Seit 2014 sind insgesamt rund 2,5 Millionen Euro in die ZUE investiert worden. „2014/15 ist ein Kostenumfang von 3,3 Millionen Euro ermittelt worden“, sagt Andreas Winnemöller von der Pressestelle der Bezirksregierung. Das Geld floss in Brandschutz-, Sicherheits- und Hygiene-Maßnahmen sowie in die Sanierung und Instandhaltung. Die Arbeiten wurden auf zwingend notwendige Maßnahmen beschränkt und die Anlage nicht runderneuert, so Winnemöller. Denn eine längerfristige Nutzung ist schon damals nicht mehr geplant gewesen. Der Zustand der Anlage sei derzeit so, dass momentan nur noch Mängelbeseitigung betrieben werden müsste, berichtet Winnemöller.

Derzeit erfüllt die Bezirksregierung Münster nicht die vom Land vorgegebene Kontingentzahl von 3800 Plätzen. „Mit zeitlichen Unterbrechungen aufgrund von Umbaumaßnahmen stehen im Regierungsbezirk 2460 Plätze zur Verfügung“, sagt Henning Severin, stellvertretender Pressesprecher des NRW-Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Macht ein Minus von momentan 1340 Plätzen.

In Münster ist eine neue Zentrale Unterbringungseinrichtung geplant. Die überschlägig ermittelten Kosten dafür werden mit 25,5 Millionen Euro veranschlagt – für 500 Plätze. Ähnlich viele Unterbringungsmöglichkeiten stehen auch in der Schöppinger ZUE zur Verfügung.

Wie viele Plätze die Bezirksregierung Münster künftig vorhalten muss, steht im Augenblick nicht fest. Derzeit sei die Bezirksregierung in Abstimmung mit dem Ministerium, sagt Sigrun Rittrich, Pressesprecherin der Bezirksregierung, auf Nachfrage.

Vor allem die Entwicklung der Flüchtlingszahlen ist hierbei entscheidend. Das Ministerium will laut Severin „im Rahmen einer Gesamtschau für das Land NRW gemeinsam mit der Bezirksregierung entscheiden, ob beziehungsweise welche weiteren Maßnahmen zu ergreifen sind, um die als notwendig angesehenen Zielvorgaben zu erreichen“.

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