Strom gekappt
900 tote Schweine - „Peta“ setzt Belohnung aus

Vreden -

Beim gewaltsamen Eindringen bislang Unbekannter in einen Schweinemastbetrieb in Vreden wurde auch die Alarmanlage manipuliert. Unterdessen hat die Tierschutzorganisation „Peta“ eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt.

Dienstag, 15.01.2019, 11:53 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 15:20 Uhr
Strom gekappt: 900 tote Schweine - „Peta“ setzt Belohnung aus
Nach dem gewaltsamen Eindringen Unbekannter in einen Schweinemastbetrieb in Vreden im westlichen Münsterland, der vom Sohn des CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Röring bewirtschaftet wird, sind rund 900 Tiere verendet. Foto: Guido Kirchner (dpa)

Der qualvolle Tod von 900 Schweinen in einem Stall in Vreden bei Borken war unter anderem möglich, weil die Alarmanlage ausgeschaltet worden ist. Polizeisprecher Frank Rentmeister sagte am Dienstag, dass der oder die Einbrecher nicht nur den Strom, sondern auch die Alarmanlage auf dem Hof von Johannes Rörings Sohn Christian abgestellt haben. „Die Alarmanlage ist manipuliert worden“, sagte Rentmeister am Vormittag. Der oder die Täter hätten sich damit auskennen müssen. „Da kann man nicht einfach einen Knopf ausschalten und schon klappt das.“ Zurzeit würden die Ermittler überprüfen, wie genau die Täter vorgegangen sind.

Staatsschutz eingebunden

In der Nacht zum Montag sollen unbekannte Täter in den Stall eingedrungen sein und den Strom in dem Schweinemast abgestellt haben. Daraufhin sei die Lüftung ausgefallen. Die Mastschweine seien daraufhin erstickt. In Schweineställen ist es üblich, alte Luft abzusaugen und so einen Unterdruck zu schaffen. Dadurch strömt frische Luft durch spezielle Türen oder Klappen in der Decke oder in den Wänden in den Stall ein. Fällt die aus, können die Tiere innerhalb weniger Stunden ersticken. Das hängt unter anderem davon ab, wie groß und schwer die Schweine sind.

Da die Hintergründe der Tat völlig offen sind, hat die Polizei in Borken nach eigener Aussage auch die Staatsschutzabteilung des Polizeipräsidiums Münster mit in die Ermittlungen eingebunden. Der Staatsschutz ermittelt bei Straftaten mit einem politischen Hintergrund. Die toten Tiere wurden nach Behördenangaben in der Nacht auf Dienstag vom Hof abtransportiert.

„Peta“ setzt Belohnung aus

Unterdessen hat die Tierschutzorganisation „Peta“ eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die „entscheidend zur Aufklärung beitragen“. „Die Umstände, die zu dem qualvollen Tod der Schweine geführt haben, müssen aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“, wird in der Mitteilung Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei Peta, zitiert. Weiter heißt es: „Ganz sicher haben Tierschützer nichts mit dem Tod der Schweine zu tun, denn für sie hat das Wohlergehen der Tiere höchste Priorität.“

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