Interview
Drei Fragen an Stefan Rittmeyer

Der Chefarzt für Geriatrie am Lukas-Krankenhaus erklärt, warum sein Haus und das St.-Antonius-Krankenhaus in die Zertifizierung als Alterstraumazentrum (ATZ) investiert haben. Rund 5 000 Euro kosten Audit und Zertifikat. Hinzu kommen jährliche Gebühren fürs Alterstraumaregister, wo der medizinische Nutzen der interdisziplinären Zusammenarbeit erfasst werden soll.

Dienstag, 05.02.2019, 09:37 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 11:59 Uhr

Wie viele Patienten profitieren von der Kooperation im ATZ?

Stefan Rittmeyer : Von denen, deren Verletzungen vom Alterstraumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und Orthopädie erfasst werden, waren es 2018 284. Allerdings fassen wir das weiter. Wir kümmern uns auch um andere Verletzungen als die typischen Altersfrakturen. Insgesamt waren es doppelt so viele.

Auf welche Weise haben die beiden Kliniken in das ATZ investiert?

Stefan Rittmeyer: Das Antonius-Hospital hat zwei halbe Stellen für die Mitarbeiterinnen eingerichtet, die das Assessment machen. Außerdem haben Mitarbeiter der Pflege Fortbildungen in Geriatrie absolviert. Und dann sind ja bei jeder Teambesprechung fünf gut bezahlte Leute zusammen, die gerade nicht woanders sein können.

Hinzu kommen Kosten für Audit und Zertifizierung. Was versprechen Sie sich davon und wie refinanzieren Sie sich?

Stefan Rittmeyer: Gar nicht. Das Ganze ist budgetneutral, das heißt, das wird nicht über die Krankenkassen refinanziert. Bei uns ist es die Überzeugung, dass es sich rechnet durch die Steigerung von Patientenströmen. Wir bewegen uns ja nicht im konkurrenzfreien Raum. Ein großes Plus ist die Patientenzufriedenheit. Und nicht zuletzt, dass der Patient bei Fragen zu Wundheilung oder Schmerzen nicht mehr zur Akutklinik zurückgefahren werden muss, weil der Chirurg ja auch zu uns kommt.

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