Betrüger am Telefon
Falsche Polizisten schröpfen 89-Jährigen

Dülmen/Havixbeck/Olfen -

Gleich reihenweise haben Betrüger am Wochenende im Kreis Coesfeld ihr Glück mit einem altbekannten Trick versucht. Mit Erfolg: Bei einem 89-Jährigen erbeuteten sie mehrere Tausend Euro. 

Montag, 11.02.2019, 11:30 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 12:04 Uhr
Betrüger am Telefon: Falsche Polizisten schröpfen 89-Jährigen
Ein 89-jähriger Dülmener ist am Freitag auf die „Falscher-Polizist-Masche“ hereingefallen. Foto: dpa

Mehr als 50 Mal haben es Betrüger am Wochenende im Kreis Coesfeld mit dem „Falsche-Polizisten-Trick“ versucht. In Dülmen hatten sie am späten Freitagabend Erfolg. Die Tätergruppe brachte dort einen 89-Jährigen um mehrere Tausend Euro, wie die Polizei am Montag berichtete.

So gingen die Täter vor

Am Telefon machte ein Betrüger, der sich als Polizist ausgab, dem Senioren weis, in der Nachbarschaft sei eingebrochen worden. Man habe eine Liste mit weiteren Einbruchszielen gefunden. Ob er Bargeld im Haus habe? Der Dülmener fiel auf die fiese Masche herein und gab bereitwillig Auskunft. Später klingelten ein falscher Polizist und eine falsche Polizistin beim 89-Jährigen. Man müsse die Bargeldvorräte auf Falschgeld überprüfen, sagte der Betrüger und nahm das Geld an sich. Er werde sein Erspartes wohl in zwei Tagen wiederbekommen, versprachen die beiden noch und hatten es dann eilig. Erst später kamen dem Senior Zweifel und er informierte die echte Polizei.

Zeugensuche

Beschreibung des Täters: 30 Jahre alt, augenscheinlich Deutscher, 1,70 Meter groß, normale Statur, rundes Gesicht, gepflegte Erscheinung, bekleidet mit einem dunklen Anorak.

Beschreibung der Täterin: Mitte 20, vollschlank, augenscheinlich Deutsche.

Wer etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Polizei in Dülmen zu melden: 02594/7930

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Allein 48 Anzeigen aus Havixbeck

Weitere Anrufe dieser Art gab es am Wochenende in Dülmen, Olfen und vor allem in Havixbeck. Von dort haben die Polizei 48 Anzeigen wegen Betrugsversuchen falscher Polizisten erreicht. Tatzeit in Havixbeck war am späten Sonntagabend. Nach bisherigem Kenntnisstand blieb es in diesen Fällen beim Versuch. Die Angerufenen legten auf und informierten die echte Polizei.

Auch zum Wochenstart häufen sich Betrugsversuche durch falsch Polizisten im Kreis Coesfeld. Aktuell riefen Betrüger vornehmlich Seniorinnen und Senioren in Coesfeld und Havixbeck an, teilte die Polizei am Montagvormittag mit.

Wie man sich vor Betrug am Telefon schützen kann

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  • Immer wieder versuchen Betrüger vor allem ältere Menschen am Telefon zu täuschen, um so an ihr Geld zu kommen. Die Polizei gibt Tipps für das Verhalten am Telefon.

    Foto: dpa
  • Geben sich die Anrufer als Polizisten aus, ist wichtig zu wissen: Die 110 ruft nie an!

    Foto: dpa
  • Wird man angerufen, soll man sich nicht mit dem Namen melden. Besser sei es auf Begrüßungsformeln zurückzugreifen, wie „Hallo“ oder „Guten Tag“. Das erschwert es den Anrufern, sich das Vertrauen zu erschleichen.

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  • „Hallo Oma, ich bin es!” Wenn sich der Anrufer nicht mit Namen meldet, soll man sich nicht dazu verleiten lassen, den Namen zu erraten.

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  • Um sich selbst zu schützen, sollte man am Telefon keine persönlichen Daten preisgeben.

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  • Auf Fragen oder Aussagen des Anrufers nie mit „Ja“ antworten. Betrüger könnten das „Ja“ aufzeichnen und bei sprachgesteuerten Diensten als Einverständniserklärung nutzen.

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  • Ganz wichtig: Auflegen ist erlaubt. Kommt einem der Anruf merkwürdig vor - einfach auflegen!

    Foto: Colourbox.de
  • Ist man sich unsicher, immer eine vertraute Person hinzuziehen.

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  • Die Betrüger gehen oft geschickt vor und verwickeln einen in lange Gespräche. Aus diesen heraus zu kommen, ist manchmal nicht einfach, Um sich zu schützen, sollte man nicht warten, dass der Anrufer das Telefonat beendet, sondern selbst die Initiative ergreifen.

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  • Auch „Nein“ zu sagen ist erlaubt. Möchte man auf Fragen des Anrufers ungern antworten, ist es nicht schlimm, die Frage nicht zu beantworten und „Nein“ zu sagen.

    Foto: dpa
  • Haben Betrüger angerufen, sollte man die Polizei informieren, indem man die 110 wählt.

    Die Polizei im Kreis Borken bietet die Tipps auch als übersichtliche Infokarte zum Download an, die man ausgedruckt neben das Telefon legen kann.

    Foto: dpa

Die Polizei rät: Geben Sie Unbekannten keine Auskünfte über ihre Vermögensverhältnisse und Wertgegenstände im Haus. Die echte Polizei würde sich niemals am Telefon danach erkundigen. Händigen Sie Unbekannten keine Wertsachen aus. Seien Sie bei Anrufen dieser Art misstrauisch, legen Sie auf, rufen Sie die Polizei über die Notrufnummer 110.

Vorfälle im Kreis Warendorf

Auch die Polizei im Kreis Warendorf weist darauf hin, dass vermehrt Bürger von angeblichen Polizeibeamten angerufen werden. "In den Telefonaten versuchen die Betrüger ihre Opfer zu manipulieren, indem sie ihnen Geschichten über Straftaten erzählen und sie zum vermeintlichen Schutz ihres Eigentums auffordern, Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen", teilt die Polizei mit. Betroffene sollen auf solche Anrufe nicht reagieren, sondern die Polizei rufen.

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