Pinkwart: „Weiße Flecken sind passé“
Mobilfunknetz im Münsterland weiter ausgebaut

Düsseldorf - Die letzten weißen Flecken im 4G-Mobilfunknetz sind der schwierigste Teil. Doch seit Ende 2018 sind sie im Münsterland geschlossen, verkündet NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. 

Dienstag, 12.02.2019, 18:43 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 19:19 Uhr
Pinkwart: „Weiße Flecken sind passé“: Mobilfunknetz im Münsterland weiter ausgebaut
Foto: Jan Woitas, dpa

Die letzten weißen Flecken im 4G-Mobilfunknetz sind im Münsterland seit Ende 2018 verschwunden. Landesweit machen sie nur noch ein Prozent der Haushalte aus, wie NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart ( FDP ) am Dienstag berichtete. „Schon jetzt können wir 99 Prozent der Haushalte durch mindestens einen Anbieter mit Mobilfunk im LTE-Standard versorgen“, bilanzierte er erste Erfolge des im Juni 2018 mit den Konzernen Telekom , Vodafone und Telefonica vereinbarten Mobilfunkpaktes. Der sieht überdies vor, dass bis Sommer 2021 insgesamt 1350 LTE-Sendeanlagen neu errichtet sowie 5500 bestehende Stationen aufgerüstet werden. 

Weitere LTE-Anlagen sollen das Netz verstärken

Die ersten 100 neuen Sendemasten und 950 umgerüstete seien bereits realisiert worden. Bis Ende diesen Jahres sollen weitere 400 neue und 1200 aufgerüstete LTE-Anlagen das Netz verstärken. Profitieren sollen besonders Vertreter der drei Mobilfunkunternehmen betonten, dass die Datenrate überall mindestens 30 Megabit je Sekunde (Mbit/s) erreichen solle. Geringere Werte des Bundesverkehrsministeriums beruhten auf alten Daten. Wo Nutzer den Eindruck hätten, dass die LTE-Anbindung nicht klappt wie erhofft, sollten sie sich an die eigens eingerichtete Beschwerdestelle der Konzerne richten, riet Pinkwart.

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Andreas Pinkwart Foto: Christophe Gateau/dpa

Ausbau läuft schleppend

Dass der Ausbau der neuen LTE-Basisstationen vergleichsweise schleppend anläuft, begründen die Mobilfunkanbieter mit langwierigen Planungen und schwieriger Standortsuche. Viele der neuen Sendemasten sollen helfen, die weißen Flecken und dünne Netze auf dem Land abzudecken. Dafür müssen die Konzerne je nach Standort zwischen 150.000 und 300.000 je Anlage investieren. Standorte außerhalb von Ortschaften seien dabei teurer, weil sie mit Glasfaser und Strom erschlossen werden müssten.

Pinkwart zitierte eine Studie der „Initiative D21“, der zufolge NRW das Land mit der stärksten mobilen Internetnutzung ist: 72 Prozent der Bürger surfen mobil – mehr als in Niedersachsen (71), Bayern (69), Baden-Württemberg (68) oder Hessen (65). „Das sind hervorragende Voraussetzungen, um Nordrhein-Westfalen zum Leitmarkt für die nächste Mobilfunkgenerationen weiter zu entwickeln“, betonte Pinkwart. 5G sei – auch auf dem Land - entscheidend für den Erfolg der Digitalisierung von Smart Home über Smart City, das Internet der Dinge bis zum vernetzten Fahren.

Anschluss von Schulen und Gewerbegebiete ans Glasfasernetz 

Deutlich kritischer bewertete Pinkwart das Vorhaben, bis Ende 2022 alle Schulen und Gewerbegebiete ans Glasfasernetz anzuschließen. Bis Ende 2020 solle das bei bereits 60 Prozent der rund 5500 Schulen realisiert sein. Derweil verfügten aktuell erst neun Prozent der Gewerbegebiete über Gigabit-Datenraten. Bis Ende 2020 könnten es knapp 40 Prozent werden. Für die übrigen 60 Prozent liegen noch keine Ausbaupläne oder Förderanträge vor. „Geld ist da“, warb Pinkwart. Kommunen und die Unternehmen in den Gewerbegebieten müssten nur noch „zuschlagen“. Er setze auf eine Mentalität, wie sie Landwirte im Kreis Coesfeld gezeigt hätten: Sie hätten selbst Leerrohre verlegt und dann einen Glasfaseranbieter ins Boot geholt.

Bei den klassischen Breitbandanschlüssen mit 50 Mbit/s sind inzwischen 98 Prozent der Privathaushalte versorgt. Die letzten zwei Prozent sollen Pinkwart zufolge Ende 2020 erreicht sein.

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