Einigung bei Tarifverhandlungen
Textil-Beschäftigte erreichen kräftiges Gehaltsplus

Bielefeld/Münster -

Nach zähem Ringen und zahlreichen Warnstreikaktionen haben sich Arbeitgeber und IG Metall in der Textilindustrie geeinigt: Ein neuer Tarifabschluss steht.

Mittwoch, 13.02.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 18:25 Uhr
Einigung bei Tarifverhandlungen: Textil-Beschäftigte erreichen kräftiges Gehaltsplus
Markus Simon, Verhandlungsführer der Arbeitgeber bei den Textil-Tarifverhandlungen. Nach drei Verhandlungsrunden gibt es nun mit der IG Metall einen Tarifabschluss. Foto: Heinl

Nach drei Verhandlungsrunden haben sich die IG Metall und die Arbeitgeber der Textilindustrie in Westdeutschland in der Nacht zum Mittwoch auf einen Tarifabschluss geeinigt.

Die rund 100.000 Beschäftigten der Branche bekommen ab August in zwei Schritten insgesamt 4,9 Prozent mehr Lohn und Gehalt, teilten die IG Metall und Arbeitgebervertreter am Mittwoch mit. Außerdem sollen sie eine Einmalzahlung von 340 Euro  erhalten.

Druck durch Warnstreiks

Der Tarifabschluss gilt für zwei Jahre. Er sieht zudem Verbesserungen bei der Altersteilzeit, den Ausbildungsvergütungen sowie dem Urlaubsgeld vor. Das Ergebnis sei vor allem durch den Druck der mehr als 10.000 Warnstreikenden erreicht worden, sagte Manfred Menningen, der Verhandlungsführer der IG Metall, in einer Mitteilung.

Auch im Münsterland war bei Firmen in Rheine, Emsdetten, Bocholt und Gescher die Arbeit niedergelegt worden. „Die gute Warnstreikbeteiligung hat Wirkung gezeigt und die Erhöhung des Aufstockungsbetrages für die Altersteilzeit hilft, den demografischen Wandel im Sinne der Beschäftigten zu gestalten“, kommentierte Karin Hageböck, Geschäftsführerin der IG Metall in Rheine das Verhandlungsergebnis.

Kompromiss für beide Seiten

Ursprünglich hatte die IG Metall eine Einkommenserhöhung um 5,5 Prozent gefordert. Die Arbeitgeber hatten 3,4 Prozent mehr Geld sowie Einmalzahlungen bei einer Vertragslaufzeit von 28 Monaten angeboten.

„Mit dem Kompromiss sind wir an die Grenze des Machbaren gegangen“, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Markus Simon. Die Gespräche für die 10.000 Textilbeschäftigten in Ostdeutschland werden separat noch weitergeführt.

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