Urteile in Sachen Disco-Schlägerei
Eine Lüge half definitiv nicht weiter

Warendorf -

Zweimal sieben, einmal sechs Monate Bewährungsstrafe, einmal 1000 Euro Strafe, zweimal je 80 Sozialstunden. Damit endete das Verfahren gegen drei Warendorfer wegen einer Schlägerei vor einer Disco 2017.

Mittwoch, 13.02.2019, 21:54 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 09:09 Uhr
Am zweiten Verhandlungstag fielen die Urteile gegen drei junge Männer. Das Gericht sah als erwiesen an, dass sie zu dritt einen Warendorfer Discothek niedergeschlagen und getreten hatten.
Am zweiten Verhandlungstag fielen die Urteile gegen drei junge Männer. Das Gericht sah als erwiesen an, dass sie zu dritt einen Warendorfer Discothek niedergeschlagen und getreten hatten. Foto: Joachim Edler

Am frühen Morgen dieses 29. Augusts war ein Warendorfer zu Boden gegangen, musste Schläge und Tritte einstecken. Laut Anklage waren dafür zwei Brüder und ein gemeinsamer Freund verantwortlich.

Die schon am ersten Tag der Hauptverhandlung kleinteilige, teils widersprüchliche Schilderung machten einen zweiten Termin am Mittwoch nötig, zumal noch Zeugen gefehlt hatten. Dass der schon in Rede stehende dritte Verhandlungstag nicht mehr nötig ist, ergab sich durch den Verzicht aller drei Verteidiger auf die Einlassungen zweier erneut nicht anwesender Zeugen.

Richterin enttarnt Lüge über Feierfotos auf „Facebook“ 

Die komplizierte Betrachtung der Aussagen von Be- und Entlastungszeugen wurde, das ist eine rote Linie durchs Verfahren, durch die eineinhalb Jahre zwischen Taten und rechtlicher Aufarbeitung nicht leichter. Die Richterin konnte gegen Ende der Beweisaufnahme allerdings eine Aussage der drei Angeklagten als Lüge enttarnen: dass sie sich nicht kennen. Dann wird man normalerweise keine gemeinsamen Feierfotos auf Facebook hochladen. Das hatten zwei der Männer getan. „Sie haben ein Bild zwar inzwischen gelöscht, aber ich hab‘s trotzdem gesehen“, meinte sie zu einem.

Die Plädoyers

Die Anklagevertreterin sah in ihrem Plädoyer die Tatvorwürfe als erwiesen an. Sie forderte wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung zehn Monate Gesamtstrafe für den Mann, der den Türsteher zwei Tage nach der Schlägerei bedroht hatte. Jeweils neun Monate hielt sie bei den Mitangeklagten für angemessen – alle drei Strafen könnten wegen günstiger Sozialprognose zur Bewährung ausgesetzt werden.

Die drei Strafverteidiger wollten in ihren Plädoyers jeweils nach dem Motto „Im Zweifel für den Angeklagten“ Freisprüche – mit Ausnahme der zugegebenen Drohung, dem Türsteher Augen und Ohren herauszuschneiden, für die eine Geldstrafe ausreiche.

Das Urteil

Die erhielt der Absender der Drohung dann auch obendrauf, muss fünfmal 200 Euro zahlen. Die beiden anderen Angeklagten leisten bis Juli 80 Sozialstunden ab. Wenn alle Auflagen erfüllt werden, ist die Schlägerei vom Sommer 2017 damit rechtlich abgehakt. Wenn nicht, sieht man sich wieder, wie die Richterin mahnte: „Tritte gegen den Kopf – da kann etwas ganz anderes passieren!“

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