Flughafen Münster/Osnabrück
FMO schließt weitere Germania-Lücken

Der Einstieg von Corendon Airlines am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) war erst der Anfang. Am Dienstag vermeldete der Flughafen weitere positive Nachrichten.

Dienstag, 19.02.2019, 11:45 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 19:32 Uhr
Flughafen Münster/Osnabrück: FMO schließt weitere Germania-Lücken
Foto: FMO/Collage: -lisa-

Mit Sun-Express, Laudamotion, Eurowings und Bulgarian Air Charter bauen vier weitere Fluggesellschaften im Sommer ihr Engagement in Greven aus. Zwei Wochen nach der Insolvenz der Airline Germania , die am FMO ein umfangreiches Angebot geflogen hatte, ist der Flughafen damit auf einem guten Weg, einen Großteil der durch die Airline-Pleite weggebrochenen Ziele kurzfristig durch neue Anbieter ersetzen zu können.

Sun-Express, ein Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines, wird zusätzlich drei wöchentliche Flüge nach Antalya in der Türkei anbieten. In der Hochsaison startet die Airline 17 Mal pro Woche zum Badeort an der Riviera. 
Die österreichische Laudamotion fliegt ab Juni drei Mal zusätzlich nach Mallorca. Insgesamt startet die Ryanair-Tochter dann zehn Mal pro Woche zur Baleareninsel.

Eurowings, die Lowcost-Tochter der Lufthansa, stockt ihr Mallorca-Angebot auf und fliegt ebenfalls zehn Mal wöchentlich dorthin. 
Zudem steuert die bulgarische Ferienfluggesellschaft Bulgarian Air Charter von Greven aus die beiden Ziele Varna und Burgas am Schwarzen Meer an. Bisher war Germania diese Strecken geflogen.

Freude über Akquise-Erfolge

Germania hatte zuletzt 20 der 27 FMO-Ziele bedient. 16 der 27 Verbindungen waren mit der Pleite Anfang Februar  auf einen Schlag weggefallen. Das Aus der Berliner Airline war für den Flughafen in Greven ein Schlag ins Kontor, der rückblickend jedoch weniger heftig ausfallen wird, als zunächst vermutet.

In der vergangenen Woche hatte Flughafen-Chef Prof. Rainer Schwarz den Einstieg von Corendon Airlines verkündet. Durchaus als dicker Fisch: Das niederländisch-türkische Unternehmen wird am FMO eine Maschine stationieren und ab April die kanarischen und griechischen Inseln ebenso anfliegen wie Ägypten und Antalya in der Türkei. Corendon startet in Greven dann 17 Mal pro Woche und sorgen dafür, dass der FMO ab April allein dadurch die Hälfte der verlorenen Germania-Strecken wieder im Angebot hat.

Diese Flugziele fallen am FMO weg

1/17
  • Mit der Pleite von Germania fallen am FMO 16 Flugziele, die 2019 im Sommerflugplan standen, weg:

    1. Faro an der Algarveküste in Südportugal

    Foto: Christian Röwekamp-dpa-gms
  • 2. Fuerteventura, die zweitgrößte der zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln liegt 100 Kilometer vor Nordafrika im Atlantik.

    Dieses Flugziel wird nach der Germania-Pleite von Corendon Airlines übernommen.

    Foto: Carlos De Saa dpa
  • 3. Funchal, Hauptstadt der portugiesischen Inselgruppe Madeira. Hier kommt Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo her.

    Foto: Michael Zehender-dpa-tmn-dpa
  • 4. Gran Canaria, die drittgrößte der Kanarischen Inseln ist bekannt für seinen farbenfrohen Karneval.

    Dieses Flugziel wird nach der Germania-Pleite von Corendon Airlines übernommen.

    Foto: Ángel Medina G dpa
  • 5. Heraklion, ist die Hauptstadt von Kreta. Sie ist eine moderne Stadt und ihre Küstenregion ist die größte touristische Region Kretas

    Dieses Flugziel wird nach der Germania-Pleite von Corendon Airlines übernommen.

    Foto: dpa
  • 6. Ibiza, die balearische Insel ist bekannt für ihre Natur und Partys bei denen immer wieder prominente DJs wie Paris Hilton auflegen.

    Foto: Sergio G. Canizares dpa
  • 7. Istanbul, Germanwings flog als einzige Airline von Greven aus den Istanbul-Airport (IST) in der türkischen Metropole an. Pegasus fliegt allerdings weiterhin vom FMO zum Flughafen Sabiha Gökçen (SAW) im Osten der Stadt.

    Foto: dpa
  • 8. Kos, eine griechische Insel mit einer Mischung aus Sandstränden, türkisblauem Wasser und schönen Städten.

    Dieses Flugziel wird nach der Germania-Pleite von Corendon Airlines übernommen.

    Foto: dpa
  • 9. Lanzarote, die kanarische Insel beeindruckt mit ihrer Vulkanlandschaft.

    Foto: dpa
  • 10. Larnaca, die Hafenstadt im Südosten von Zypern ist besonders sehenswert wegen ihrer Strandpromenade.

    Foto: dpa
  • 11. Malaga, die andalusische Provinz liegt an der Südküste Spaniens und bietet wunderschöne Strände. Außerdem scheint dort an rund 300 Tagen im Jahr die Sonne.

    Foto: dpa
  • 12. Rhodos, die griechische Insel hat zahlreiche Strände und trägt durch ihre viele Sonnenstunden auch den Namen "Sonneninsel".

    Dieses Flugziel wird nach der Germania-Pleite von Corendon Airlines übernommen.

    Foto: dpa
  • 13. Teneriffa, die kanarische Vulkaninsel bietet mit ihrer 55 Jahren alten Sternenwarte ein ganz besonderen Besuchermagneten.

    Dieses Flugziel wird nach der Germania-Pleite von Corendon Airlines übernommen.

    Foto: dpa
  • 14. Thessaloniki, die griechische Hafenstadt ist bekannt für ihren weißen Turm, der südlich des Hafens von Thessaloniki steht.

    Foto: dpa
  • 15. Varna, die bulgarische Hafenstadt liegt an der Schwarzmeerküste und ist die drittgrößte Stadt Bulgariens.

    Dieses Flugziel wird nach der Germania-Pleite von Bulgarian Air Charter übernommen.

    Foto: dpa
  • 16. Zonguldak an der türkischen Schwarzmeerküste sollte im Juni 2019 ins Streckennetz des FMO aufgenommen werden. dazu kommt es jetzt nicht mehr.

    Foto: dpa
  • Vier weitere ehemalige Germanwings-Destinationen werden von Greven aus noch von anderen Airlines bedient: 

    - Palma de Mallorca (Eurowings und Laudamotion)

    - Antalya (Sun Express)

    - Burgas (Bulgarian Air Charter)

    - Hurghada (Fly Egypt)

    Foto: Gunnar A Pier

Mit den jüngsten Akquise-Erfolgen konnte der Flughafen nun „75 Prozent des touristischen Angebots mit anderen Fluggesellschaften wiederbesetzen“, teilte der FMO-Chef am Dienstag mit. 270.000 Passagiere waren 2018 vom FMO mit Germania geflogen. Mit dem neuen Angebot könnten in diesem Jahr rund 200.000 Fluggäste erreicht werden.

„Wir freuen uns, mit nun 26 zusätzlichen Wochenfrequenzen auch im Sommer 2019 einen umfangreichen und attraktiven Flugplan bieten zu können“, so Schwarz weiter. 

Ein Kommentar zum Thema

Wer hätte nicht darauf gewettet, dass der Flughafen in Greven nach dem Germania-Aus in eine mehr oder minder schwere Krise fliegt? Schließlich ist mit der Berliner Airline das touristische Schwergewicht des FMO in die Knie gegangen. Mickriges Angebot, immer weniger Passagiere, faule Ausreden. All das gab es schon: Als Air Berlin seinerzeit ins Trudeln geriet, begann am Flughafen Münster/Osnabrück die Zeit eines lang anhaltenden Siechtums.

Und jetzt? Ein kurzer Schock nach der Germania- Pleite – und dann weitermachen wie bisher. Knapp  zwei Wochen später kann der FMO neue Airlines, neue Strecken, neue Ziele verkünden. Und so ganz nebenbei legt er ein erfrischendes Selbstbewusstsein an den Tag. Wenn das rund drei Jahre währende Germania-Intermezzo für eines gut war, dann dafür, zu zeigen, dass der FMO Potenzial und damit seine Berechtigung hat. 

Jetzt gilt es, den neuen, noch jungen Vertrauens­vorschuss der Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und nicht zuletzt der Kunden zu nutzen. Der Grundstock ist mit dem Sommerflugplan gelegt. Spätestens nach den Sommerferien werden wir wissen, ob es funktioniert hat. Die Zeichen dafür stehen zumindest nicht schlecht.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6403215?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F
„Fridays for Future“ plant neue Groß-Demo
Mehr als 20 000 Münsteraner nahmen im September an der Großdemonstration von „Fridays for Future“ teil.
Nachrichten-Ticker