Über privaten Account eines Mitarbeiters
Stadt Ahlen pfändet Hund und verkauft ihn bei Ebay

Ahlen -

Wäre Mops Edda fidel, wäre die Angelegenheit eventuell nie ans Licht gekommen. Doch Edda musste schon viermal an den Augen operiert werden. Und wegen dieser teuren Behandlungen fühlt sich die Besitzerin, der die schwarze Mopsdame beim Kauf als „kerngesund“ angeboten wurde, getäuscht. Sie geht juristisch gegen die Verkäuferin vor - und dabei handelt es sich um die Stadt Ahlen. Denn die Stadtverwaltung hatte den kleinen schwarzen Hund Anfang Dezember bei einer Familie gepfändet und über das private Nutzerkonto eines Mitarbeiters im Ebay-Kleinanzeigen-Markt angeboten...

Dienstag, 26.02.2019, 15:34 Uhr aktualisiert: 26.02.2019, 16:46 Uhr
Über privaten Account eines Mitarbeiters: Stadt Ahlen pfändet Hund und verkauft ihn bei Ebay
Foto: colourbox.de (Symbolbild)

Einen Hund wie eine Kaffeemaschine gepfändet und anschließend in einem Online-Portal angeboten? Die Emotionen schlagen, seitdem die Zeitung „Die Glocke“ am Wochenende den Fall publik machte, hoch. Am Dienstag wurde zudem noch bekannt, dass der kleine Hund bei einer Familie gepfändet wurde, in der der Mann seit einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt und die Frau sowie drei Kinder (neun, sieben und fünf Jahre alt) den Vierbeiner sehr vermissen. In der Wohnung steht jetzt am Napf ein Bild der Mopsdame, daneben liegt die Leine.

Hundesteuerbeiträge nicht gezahlt

„Ich verkaufe eine 1 Jahr alte Mopsdame mit Stammbaum. Der Name der Hündin lautet Edda vom Kappenberger See“, lautete der Text der Kleinanzeige, auf die die aktuelle Besitzerin, eine Polizeibeamtin aus dem Rheinland, aufmerksam wurde. „Edda wurde am 20.06.2017 geboren. Sie ist geimpft und gechippt. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt ist Edda kerngesund! ... Weitere Informationen unter ...“ Es folgten zwei Durchwahlnummern der Stadt Ahlen.

Dort erfuhr sie Genaueres. Der wertvolle Hund sei gepfändet worden, da die Eigentümerin unter anderem Hundesteuerbeiträge schulde. Am Telefon wurde man sich handelseinig. Die Polizistin zahlte 750 Euro - und konnte den Hund bei einer Pflegstelle in Hamm abholen.

Käuferin geht gegen die Stadt Ahlen vor

Mops Edda war aber wohl nicht so gesund, wie behauptet. Rund 1800 Euro kosteten bisher die ärztlichen Behandlungen. Die Besitzerin schaltete im Januar einen Anwalt ein, um zu ihrem Recht zu kommen. Ein Streitfall, der noch nicht ausgestanden ist. Auch die Stadt lässt sich juristisch vertreten.

Pfändung unstrittig - Verkauf über Ebay höchst fragwürdig

Unstrittig ist, dass die Stadt im Zuge einer Vollstreckung Tiere, die juristisch als Sachgegenstand angesehen werden, pfänden und anschließend veräußern darf. Ob dies allerdings auf dem Weg über einen privaten Kleinanzeigen-Account erfolgen darf, ist zumindest höchst fragwürdig. Auch in der Ahlener Stadtverwaltung, die sich augenblicklich wegen Edda viel Kritik anhören muss, spricht man davon, dass so ein Fall nicht üblich sei. Frank Merschhaus, Pressesprecher der Stadt Ahlen, bestätige am Dienstag, dass der Mops-Fall „intern genau geprüft“ werde. Zu Details des Kaufvertrages äußere man sich öffentlich nicht.

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