Artenschutz
Baron Kerckerinck zur Borg geht mit Frank Elstner auf Tuchfühlung mit Haien

Greven/Baden-Baden -

Naturschutz der besonderen Art: Fernseh-Urgestein Frank Elstner ging für eine TV-Sendung auf Tuchfühlung mit Haien. Dabei: Baron Josef Kerckerinck zur Borg aus Greven. Der kennt sich nämlich aus mit den schwimmenden Räubern.

Donnerstag, 14.03.2019, 06:30 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 12:21 Uhr
Der Karlsruher Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt (l.), Moderator Frank Elstner und Baron Josef Kerckerinck zur Borg (r.) aus Greven gehen auf Tuchfühlung mit Haien.
Der Karlsruher Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt (l.), Moderator Frank Elstner und Baron Josef Kerckerinck zur Borg (r.) aus Greven gehen auf Tuchfühlung mit Haien. Foto: SWR/ DOCMA TV/Lars Schwellnus

„Wetten, dass..?“-Schöpfer Frank Elstner geht baden. Auf den Bahamas. Mit Haien! Für die 90-minütige Doku „Die Retter der Haie“. Begleitet wird Elstner von einem Mann, der sich mit Haien auskennt, wie kein Zweiter: Baron Josef „Jupp“ Kerckerinck zur Borg, gebürtiger Rinkeroder, der seit ein paar Jahren in Greven wohnt.

Das Ziel der beiden ­Männer ist klar: Es geht um Artenschutz. „Denn jedes Jahr werden weltweit etwa 100 Millionen Haie getötet, die meisten für die asiatische Haiflossensuppe oder für Hochzeitsbräuche“, erläutert Baron Kerckerinck – er schrieb das Buch „Haie: Eine Liebesgeschichte“ – im Gespräch mit unserer Zeitung: „Bei lebendigem Leibe werden den Haien die Flossen abgeschnitten und sie werden hilflos zurück ins Wasser geschmissen.“

Friedliche Koexistenz

Die Folgen für die größten Räuber der Meere und das Ökosystem der Ozeane sind gravierend. Daher wollen Elstner und Kerckerinck für mehr „Hai-Society“ sorgen, für ein besseres Bewusstsein der Menschen gegenüber der Spezies Hai.

Deshalb fuhren sie mit dem Karlsruher Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt und einem Kamerateam dorthin, wo Haie und Menschen in friedlicher Koexistenz miteinander leben. Fünf Tage und Nächte segelten sie auf einem Katamaran von Nassau durch die Exumas. Die Inselgruppe ist wegen ihrer Riffe und Höhlen ein beliebtes Ziel für Segler und Taucher.

Unkenntnis führt zu Ängsten

Frank Elstner kommt den Raubfischen viel näher als er wollte. „Ich habe großen Respekt vor Haien und weiß wirklich nicht, ob ich zu ihnen ins Wasser steigen werde“, erklärte der Show-Dino vor den Dreharbeiten. Doch der 76-Jährige tat es. Mut machte ihm Baron von Kerckerinck. Auf die Frage, warum der Ruf des Hais so schlecht sei, sagte er: „Wir fürchten die Haie, weil wir sie nicht kennen.“

Frank Elstner schwimmt mit Haien

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  • Auge in Auge mit einem Riffhai: Tauchgänge mit Stuart Cove, der schon für die „James Bond“-Filme mit Haien tauchte, sind ein Erlebnis.

    Foto: SWR/ DOCMA TV/Christian Ehrlich
  • Traut sich das auch TV-Moderator Frank Elstner? Zusammen mit Matthias Reinschmidt (l.) und Baron von Kerckerinck ist er  er auf den Spuren der Haie unterwegs.

    Foto: SWR/ DOCMA TV/Christian Ehrlich
  • Frank Elstner beobachtet seinen Freund Matthias Reinschmidt, der inmitten von Riffhaien taucht.

    Foto: SWR/ DOCMA TV/Christian Ehrlich
  • Eine Gruppe aus über 20 Riffhaien schwimmt um ein Wrack herum. „Die Retter der Haie” wird am Samstag (16.03.19) um 20:15 Uhr ausgestrahlt.

    Foto: SWR/ DOCMA TV/Christian Ehrlich
  • Ohne Scheu vor den großen Raubtieren: Frank Elstners Freund Matthias Reinschmidt mitten in einer Gruppe Riffhaie.

    Foto: SWR/ DOCMA TV/Christian Ehrlich
  • Baron von Kerckerinck (l.) setzt sich seit Jahren für den Schutz von Haien ein.

    Foto: SWR/ DOCMA TV/Christian Ehrlich
  • Und auch der Moderator überwindet sich: Ohne Schutz schwimmen (v.l.) Matthias Reinschmidt, Frank Elstner und Baron von Kerckerinck mit den Ammenhaien auf den Bahamas.

    Foto: SWR/ DOCMA TV/Lars Schwellnus
  • Etwas Entspannung gefällig? Auch die angeblich glücklichsten Schweine der Welt leben auf den Bahamas – Frank Elstner, Matthias Reinschmidt und Baron von Kerckerinck besuchten sie auf ihrer Reise.

    Foto: SWR/ DOCMA TV/Christian Ehrlich

Der Grevener hat in den vergangenen 16 Jahren 150 Tauchgänge mit und unter Riffhaien, Bullen-, Zi­tronen-, Ammen-, Silberspitzen-, Hammer- und Tiger­ haien gemacht: „Und schauen Sie mich an. Ich bin noch nicht einmal gebissen worden.“ Das ist auch die Botschaft der Doku: Haie sind keine Monster. „Sie sind Jäger, Raubfische, ja. Aber der Mensch steht nicht auf ihrem Speiseplan“, betont der Baron mit dem silbergrauen Haar – und dass Haie helfen, Korallenriffe am Leben zu erhalten.

Verhaltenstipps in gefährlichen Situationen

Und was macht man nun, wenn man einen schlechten Tag erwischt hat und ein Hai mit Brustflossen nach unten (Zeichen für ­Ag­gressivität) auf einen zukommt? „Ganz ruhig verhalten“, empfiehlt Baron Kerckerinck, „auf keinen Fall herumstrampeln oder gar wegschwimmen. Stattdessen immer den Blickkontakt suchen, bis sich der Hai gelangweilt davonmacht“.

Mit seinem großen Erfahrungsschatz motivierte der fast 80-Jährige Hai-Experte Frank Elstner so, dass er ­seine Angst überwinden konnte und zu den Haien ins Wasser stieg. Elstner besuchte auch den Taucher Stuart Cove aus den James-Bond-Filmen. „Wir hatten wirklich großes Glück: Insgesamt haben wir fünf verschiedene Hai-Arten in der Natur gefunden und manchen sind wir wirklich hautnah gekommen“, berichtet der Moderator.

Der Grevener freut sich auf beeindruckende Über-und-Un­ter­wasser-Aufnahmen: „Mein schönstes Erlebnis war die Begeisterung, die Frank Elstner den Haien entgegenbrachte. Das war eine Bestätigung meiner Arbeit, die ich in den vergangenen 16 Jahren geleistet habe. Ob in Schulen oder vor Erwachsenen über die wahre Natur der Haie aufzuklären. Und Frank hat das schneller begriffen als die meisten Menschen.“

Zum Thema

Die Dokumentation „Elstners ­Reisen: Die Retter der Haie“ ist am Samstag, 16. März 2019, um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen zu sehen. | www.sharkprotect.com   | www.sharks.org

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