Finanzlücke beim LWL
Landschaftsverband will sich von RWE-Aktien trennen

Münster -

Lange wurde darüber gestritten, jetzt scheint es amtlich: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe will seine RWE-Aktien verkaufen. Und das hat nicht nur finanzielle Gründe.

Mittwoch, 20.03.2019, 20:37 Uhr
Finanzlücke beim LWL: Landschaftsverband will sich von RWE-Aktien trennen
Foto: dpa

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will sich vom größten Teil seiner RWE-Beteiligung trennen: In drei Tranchen will LWL-Direktor Matthias Löb Dreiviertel der RWE-Aktien verkaufen – insgesamt knapp fünf Millionen Stück. Der LWL hofft auf einen Erlös in Höhe von 105 Millionen Euro. Das sieht eine aktuelle Beschlussvorlage vor, über die der Landschaftsausschuss als „LWL-Parlament“ im Mai entschieden soll. Das Vorhaben ist politisch nicht unumstritten. Während die CDU das Aktienpaket eher behalten möchte, gibt es in der SPD noch kein einheitliches Meinungsbild.

Aus Sicht des Landesdirektors muss die RWE-Beteiligung inzwischen „vorrangig unter finanzwirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden“. Die Aspekte der Daseinsvorsorge und standortpolitische Gründe seien mit dem Einzug von Wettbewerb in den Energiemarkt und der Energiewende in den Hintergrund getreten. Hinzu komme, dass die RWE-Geschäftsbereiche Netz und Vertrieb einschließlich der Stadtwerke-Beteiligungen auf Eon übertragen worden seien.

Matthias Löb

LWL-Direktor Matthias Löb Foto: Hermann Willers

Die Gründe für den Verkauf

Einen weiteren Aspekt der RWE-Beteiligung sieht Löb für den LWL kritisch: Mit seinem Aktienpaket setze der Landschaftverband auf ein einziges Dax-Versorgungsunternehmen, das sich künftig quasi nur auf eine einzige Sparte, die Energieerzeugung, konzentrieren wolle. „Unter Kapitalanlagegesichtspunkten ist das risikoreich.“ Deshalb will der LWL seine Kapitalanlagen künftig breiter streuen, heißt es.

Mit dem Erlös aus dem Aktienverkauf in drei Tranchen sollen das Kapital der Kulturstiftung Westfalen-Lippe GmbH aufgestockt und in einem zweiten Schritt die Förderzwecke erweitert werden. Ein weiteres Drittel wird im Bereich des Landschaftsverbandes in Immobilien oder Wohnraum für Menschen mit schwersten Behinderungen investiert.

Der Hintergrund

In der Vergangenheit haben sich bereits mehrere Kommunen von ihren RWE-Aktien getrennt oder wollen dies prüfen.

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