Mädchen stirbt bei Reitunfall
Experten sprechen von Einzelfall

Neuenkirchen/Bramsche -

Der tragische Tod einer Siebenjährigen in Neuenkirchen macht viele fassungslos. Reit-Experten betonen, Unfälle dieser Art seien selten. Eine erste Vermutung für den Auslöser gibt es bereits.

Montag, 25.03.2019, 12:19 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 18:36 Uhr
Mädchen stirbt bei Reitunfall : Experten sprechen von Einzelfall
(Symbolbild) Foto: dpa

Ein sieben Jahre altes Mädchen ist bei einem Reitunfall in Neuenkirchen bei Osnabrück gestorben. Das Pferd des Mädchens habe am Sonntag bei der Siegerehrung eines Turniers gescheut, wie die Polizei am Montag mitteilte. Das Tier habe sich auf die Hinterbeine gestellt und das Kind abgeworfen. Anschließend fiel das Pferd auf die Siebenjährige. Noch in der Reithalle wurde sie reanimiert, ehe sie mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen wurde. Dort starb das Mädchen am späten Abend.

„Das ist eine ganz seltene Situation“, sagte Norbert Meenen vom Asklepios Klinikum St. Georg in Hamburg. Jeder Reiter falle mal vom Pferd. Wenn ein Tier wie bei diesem Unfall auf einen Reiter falle, seien allerdings schwere Verletzungen zu erwarten. Das gelte auch für Erwachsene. Zwar hatte die Siebenjährige in Neuenkirchen laut Polizei einen Helm auf. Doch selbst der und eine gute Reitweste seien keine Garantie für einen guten Ausgang, sagte Meenen. „Beim Reiten können wie überall Unfälle passieren.“

Zudem sei für die Tiere die Situation einer Siegerehrung ungewohnt. „Pferde sind bei Siegerehrungen nervös. Sie tun etwas, was sie sonst nicht tun: still stehen. Das können nicht alle Pferde“, sagte Meenen. Auch von Musik könnten die Tiere nervöser werden. „Es kann passieren, dass Pferde weglaufen oder eben scheuen.“

Bei dem Pferd habe es sich um ein Pony gehandelt, sagte Jörg Maier vom Reitsportverband Weser-Ems. Zusammen mit dem Richter des Turniers arbeite der Verband den Unfall derzeit auf. „Das ist eine sehr tragische Angelegenheit.“ Anfängerprüfungen würden im Regelfall mit erfahrenen Pferden durchgeführt. Auch die Größe des Reiters entscheide, welches Pferd geritten werde.

Bei der Ausbildung der Betreuer werde darauf geachtet, dass diese in Notfällen einschreiten könnten. In manchen Fällen wie in Neuenkirchen ließen sich Unfälle allerdings nicht verhindern. Gleichzeitig betont auch Maier, dass es sich um einen Einzelfall handele. „Das ist der erste tödliche Unfall bei einer Jugendprüfung im Verbandsgebiet in den letzten zwölf Jahren“, erklärt der Vorsitzende.

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