Pressekonferenz zum gepfändeten Mops „Edda"
Ahlener Bürgermeister geht in die Offensive

Ahlen -

Die Stadt Ahlen vertritt weiterhin die Meinung, im Fall des gepfändeten Mopses „Edda“ „rechtmäßig gehandelt zu haben“. Bürgermeister Dr. Alexander Berger räumte allerdings bei einer Pressekonferenz kleinere Form- und Verfahrensfehler ein, die durch eine entsprechende Dienstanweisung künftig zu vermeiden seien.

Montag, 25.03.2019, 18:48 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 20:16 Uhr
Pressekonferenz zum gepfändeten Mops „Edda": Ahlener Bürgermeister geht in die Offensive
Pressekonferenz mit Ahlener Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Foto: Ulrich Gösmann

Die Pfändung des Haustieres und dessen Verwertung über einen privaten Ebay-Account seien nach erfolgter Interessensabwägung sowie unter Berücksichtigung des Schuldnerverhaltens – die Mops-Eigentümerin schuldet der Stadt über 7000 Euro – materiell rechtmäßig gewesen.

Unbeantwortet ließ Berger Fragen, inwieweit die Angaben in der Ebay-Anzeige des Vollzugsbeamten womöglich unrichtige Behauptungen enthielt, als er die Mops-Dame „Edda“ zum Verhandlungspreis von 750 Euro als geimpft, gechippt und nach angeblicher Rücksprache mit einem Tierarzt als „kerngesund“ anpries.

Mops völlig überteuert

Die von ihm angerufene Züchterin hatte ihn in einem Gespräch, in dem er ihr den Mops anbot, und anhand eines Fotos des Hundes auf ein offensichtliches Augenleiden hingewiesen, für dessen tierärztliche Behandlung die spätere Käuferin die Stadt inzwischen wegen arglistiger Täuschung auf Schadensersatz verklagt.

Insofern, so die Züchterin, wäre der Mops mit 750 Euro völlig überteuert. Das Angebot einer außergerichtlichen Einigung hat der Anwalt der Klägerin laut Berger abgelehnt, wobei diese Wert auf die Feststellung legt, dass sie den Bürgermeister zwei Mal vorher angeschrieben habe, ohne dass eine Reaktion erfolgt sei.

Mops "Edda" in ihrem neuen Heim

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  • Erst wird die Mops-Dame "Edda" von der Stadtverwaltung zum Schuldeneintreiben gepfändet. Dann wird das Tier über den privaten Ebay-Account eines Stadtmitarbeiters verkauft. Das westfälische Ahlen ist in diesem Fall gleich von mehreren Seiten in die Kritik geraten. Kämmerer Dirk Schlebes verteidigte das Vorgehen der Stadt jedoch als rechtmäßig. Laut Zwangsvollstreckungsgesetz könne wertvoller Besitz wie der Familien-Mops gepfändet werden, sagte der parteilose Kommunalpolitiker am Donnerstag, 28. Februar, der Deutschen Presse-Agentur.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Nach der Pfändung und dem Verkauf der Hündin via Ebay nimmt die Kritik am Vorgehen der westfälischen Stadt Ahlen zu. "Das Tier, seine Bedürfnisse und sein Wohlergehen wurden hier vollkommen außen vor gelassen", sagte Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund am Freitag, 1.März, auf dpa-Anfrage. Der Verkauf über Ebay-Kleinanzeigen setze «dem Ganzen regelrecht die Krone auf», kritisierte die Sprecherin. Mit Tieren über Internetplattformen zu handeln, sei absolut abzulehnen, da man Lebewesen damit zu Waren degradiere.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Die Mops Hündin "Edda", jetzt umbenannt in "Wilma" sitzt mit Ihrer neuen Besitzerin Michaela Jordan vor einem Laptop. Die Käuferin der Hündin verklagt die westfälische Stadt Ahlen. "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • Sie will den Kaufpreis und die Tierarztkosten erstattet bekommen. Der Mops sei als gesund, geimpft, entwurmt, ärztlich untersucht und "mit Stammbaum" angepriesen worden.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Wilma" sitzt neben ihren neuen Freunden den beiden Möpsen "Malte" und "Ole".

    Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
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