Fahrräder-Statistik
Zahl der Pedelec-Unfälle im Münsterland hat sich verdoppelt

Münster -

Autos, dicke Lkw, Motorräder: Auf den Straßen wird es immer enger – und für Radfahrer zunehmend gefährlich. Das belegen auch die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Vor allem die Zahl der verletzten Pedelec-Fahrer ist gestiegen - insbesondere in Münster.

Dienstag, 02.04.2019, 16:42 Uhr
Fahrräder-Statistik: Zahl der Pedelec-Unfälle im Münsterland hat sich verdoppelt
(Symbolbild) Foto: dpa

Immer mehr Radfahrer müssen mit Auto- und Lkw-Fahrern um den knappen Platz auf den Straßen kämpfen – und das geht nicht immer glimpflich aus: 2018 starben 455 Radfahrer auf Deutschlands Straßen. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2017 um 15 Prozent gestiegen. Besonders auffällig: 89 Radfahrer verunglückten 2018 tödlich mit Elektro-Rädern (Pedelecs). Hier liegt der bundesweite Anstieg im Vergleich zu 2017 bei 27 Prozent, erklärte das Statistische Bundesamt.

In Münster hat sich die Zahl der verletzten Pedelec-Fahrer sogar verdoppelt: 2017 waren es 37 Betroffene, ein Jahr später 74. „Viele Leute sind nicht mit dem Umgang der Pedelecs vertraut“, sagt Antonia Klein, Pressesprecherin der Polizei Münster. „Häufig wird auch die Geschwindigkeit der Pedelecs von den Rad- und Autofahrern unterschätzt“, ergänzt Björn Korte , Mitarbeiter der Pressestelle der Polizei Coesfeld. So komme es beispielsweise beim Abbiegen häufiger zu Zusammenstößen.

„Die häufigste Unfallursache ist das falsche Verhalten im Straßenverkehr“, so Korte. So könne etwa das Fahren auf der falschen Seite oder die Missachtung der Vorfahrts-Regeln fatale Folgen mit sich bringen. In Münster wurden im vergangenen Jahr 861 Radfahrer bei Unfällen verletzt, das sind 118 mehr als im Jahr 2017. Zwei Radfahrer kamen dabei ums Leben.  

Wovor sich Radfahrer fürchten

1/8
  • Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des Versicherungsunternehmens CosmosDirekt zeigt, wovor sich Fahrradfahrer am meisten fürchten. Dazu wurden im April 1.504 Personen ab 18 Jahren in ganz Deutschland befragt, darunter 1.113 Fahrradfahrer.

    Foto: Markus Lütkemeyer
  • Platz 7: Technischer Defekt

    Die Gefahr kann auch vom eigenen Gefährt ausgehen. Etwa, wenn die Bremse versagt, die Kette reißt oder die Lenkstange bricht: für 10 Prozent der Befragten Grund zur Sorge.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Platz 6: Andere Radfahrer

    Auch andere Radler können zur Gefahr werden, wenn sie zu dicht überholen. 18 Prozent haben vor dieser Situation Angst. 

    Foto: Oliver Hengst
  • Platz 5: Radwegschäden

    Unfälle wegen beschädigter Radwege fürchten 22 Prozent.

    Foto: Thomas Schubert
  • Platz 4: Schienen

    28 Prozent der Befragten haben Angst davor, in Straßenbahnschienen zu geraten. Ein in Münster eher zu vernachlässigendes Problem.

    Foto: Günter Benning
  • Platz 3: Autotüren

    Auch bei parkenden Fahrzeugen ist Vorsicht geboten. Etwa, wenn Pkw-Halter am Straßenrand parken und die Tür zum Aussteigen öffnen. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) haben davor Angst. Um einen Unfall zu vermeiden, sollten Radfahrer wenn möglich Abstand zu parkenden Wagen halten. Autofahrer sollten vor dem Aussteigen immer in den Außenspiegel und über die Schulter nach hinten schauen.

    Foto: DVR/dpa
  • Platz 2: Zu enges Überholen

    Besonders gefürchtet sind dicht überholende Autos und Lkws (83 Prozent). 

    Foto: dpa
  • Platz 1: Rechtsabbieger

    Die Straßenverkehrsordnung gibt es vor: Biegen Autofahrer rechts ab, haben geradeausfahrende Fahrradfahrer Vorrang. Dennoch kommt es dabei oft zu Unfällen. Nicht ohne Grund stellen abbiegende Autos mit 88 Prozent die größte Angst von Radlern dar. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
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