Gepfändeter Mops
Betrugsvorwurf gegen Stadt Ahlen: Staatsanwaltschaft ermittelt

Ahlen -

Die Affäre um den von der Stadt Ahlen gepfändeten und übers Internet verkauften Mops wird zum Kriminalfall: Nach der Prüfung einer Strafanzeige wegen Betruges sieht die zuständige Staatsanwaltschaft Münster einen Anfangsverdacht bestätigt. Sie hat daher Ermittlungen eingeleitet. Das bestätigte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Stadt Ahlen will nach eigenen Angaben mit den Ermittlungsbehörden kooperieren.

Montag, 08.04.2019, 15:41 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 16:17 Uhr
Mops-Käuferin Michaela Jordan fühlt sich betrogen und hat die Stadt Ahlen verklagt.
Mops-Käuferin Michaela Jordan fühlt sich betrogen und hat die Stadt Ahlen verklagt. Foto: dpa

Die Käuferin des Mopses, eine Polizeibeamtin aus Wülfrath bei Wuppertal, hatte einen Vollziehungsbeamten der Stadt Ahlen vor knapp drei Wochen angezeigt. Sie fühlt sich nach Angaben ihres Anwalts betrogen, nachdem sie Mops „Edda“ über Ebay für 690 Euro erstanden hatte. In der Internet-Offerte habe der Vollziehungsbeamte das Tier als „kerngesund“ bezeichnet und einen Preis von „750 Euro VB“ angegeben.

Tatsächlich, so Anwalt Wolfgang Kalla , habe der Beamte gewusst, dass der Mops krank und höchstens 400 Euro wert gewesen sei. Seine Mandantin habe bereits Tierarztkosten von mehreren Tausend Euro gehabt, sagte Kalla. Er hat die Stadt daher auch zivilrechtlich verklagt. Die Klage sei der Stadt inzwischen zugeleitet worden, damit sie eine Erwiderung einreichen kann, hieß es beim Amtsgericht Ahlen.

Zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sagte ein Sprecher der Stadt am Montag: „Der Stadt Ahlen liegt keine Mitteilung der Staatsanwaltschaft vor. Falls die Staatsanwaltschaft sich an die Stadt wenden wird, werden wir unsere Kooperation anbieten.“

Mops "Edda" in ihrem neuen Heim

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  • Erst wird die Mops-Dame "Edda" von der Stadtverwaltung zum Schuldeneintreiben gepfändet. Dann wird das Tier über den privaten Ebay-Account eines Stadtmitarbeiters verkauft. Das westfälische Ahlen ist in diesem Fall gleich von mehreren Seiten in die Kritik geraten. Kämmerer Dirk Schlebes verteidigte das Vorgehen der Stadt jedoch als rechtmäßig. Laut Zwangsvollstreckungsgesetz könne wertvoller Besitz wie der Familien-Mops gepfändet werden, sagte der parteilose Kommunalpolitiker am Donnerstag, 28. Februar, der Deutschen Presse-Agentur.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Nach der Pfändung und dem Verkauf der Hündin via Ebay nimmt die Kritik am Vorgehen der westfälischen Stadt Ahlen zu. "Das Tier, seine Bedürfnisse und sein Wohlergehen wurden hier vollkommen außen vor gelassen", sagte Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund am Freitag, 1.März, auf dpa-Anfrage. Der Verkauf über Ebay-Kleinanzeigen setze «dem Ganzen regelrecht die Krone auf», kritisierte die Sprecherin. Mit Tieren über Internetplattformen zu handeln, sei absolut abzulehnen, da man Lebewesen damit zu Waren degradiere.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Die Mops Hündin "Edda", jetzt umbenannt in "Wilma" sitzt mit Ihrer neuen Besitzerin Michaela Jordan vor einem Laptop. Die Käuferin der Hündin verklagt die westfälische Stadt Ahlen. "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • Sie will den Kaufpreis und die Tierarztkosten erstattet bekommen. Der Mops sei als gesund, geimpft, entwurmt, ärztlich untersucht und "mit Stammbaum" angepriesen worden.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Wilma" sitzt neben ihren neuen Freunden den beiden Möpsen "Malte" und "Ole".

    Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
  • Mops-Dame „Edda“ in ihrem neuen Heim Foto: Guido Kirchner
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