Verkehrsprognose
Erhöhtes Staurisiko am Wochenende

Münster -

Achtung, volle Autobahnen: In acht Bundesländern beginnen am Wochenende die Osterferien. Der ADAC warnt vor zähfließendem Verkehr und Stau auf vielen Autobahnen, auch das Münsterland ist betroffen.

Donnerstag, 11.04.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 11.04.2019, 15:11 Uhr
Verkehrsprognose: Erhöhtes Staurisiko am Wochenende
Stau auf der Ost-West-Verbindung: Auf der A 2 wird es in den Osterferien laut Prognosen der Verkehrsclubs ADAC und ACE an einigen Tagen sehr voll. Foto: dpa

Am kommenden Wochenende (12. bis 14. April) brauchen Reisende viel Geduld auf den Autobahnen. Sie stellen sich besser auf stockenden Verkehr und hohes Staurisiko ein. Das legen die Prognosen von Auto Club Europa ( ACE ) und  ADAC  nah. Acht Bundesländer starten in die Ferien, drei sind es schon.

Das bringt viel Verkehr auf die Fernstraßen, zumal auch in vielen europäischen Nachbarländern wie Österreich und Dänemark schulfreie Zeiten anbrechen oder bereits laufen, wie etwa in Belgien oder in Teilen von Frankreich und der Schweiz. Ein „Stauchaos” erwartet der ADAC allerdings nicht.

Die meisten Urlauber dürften in die Alpen, in südliche Länder oder zu den Küsten reisen. Im Münsterland rechnen die Verkehrsclubs deshalb damit, dass es besonders auf der Nord-Süd-Achse A 1 voll wird - in beide Richtungen. Vor allem an den Baustellen - etwa zwischen Lengerich und dem Kreuz Lotte - ist Geduld gefragt. Aber auch auf der A 2 wird es den Prognosen zufolge besonders voll. Zudem sei im Großraum Rhein-Ruhr mit Staus zu rechnen. 

Stau-Tipps für Autofahrer

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  • Rund um Ostern werden viele Autofahrer wieder auf eine Nervenprobe gestellt: In den Ferien drohen Staus. Wie gehen sie am besten damit um, wenn sich nichts mehr bewegt auf der Straße? Und wie meiden sie Staus? Fragen und Antworten im Überblick:

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Radio kommt eine Staumeldung - umfahren oder nicht?

    Wenn im Verkehrsfunk die Durchsage kommt, dass es sich auf der geplanten Route staut, stehen Autofahrer vor dieser Frage. Sind sie schon nah dran, ist eine Umfahrung nach Einschätzung des Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) meist weniger sinnvoll. Denn auch Ausweichrouten sind schnell überlastet. Schlimmstenfalls dauert es dort länger, als im Stau zu warten, bis dieser sich auflöst.

    Wenn es sich nicht gerade um eine Vollsperrung handelt, ist das Ausharren in der Blechlawine aus Erfahrung des ARCD oft mit weniger Wartezeit verbunden als das Ausweichen. Eine großräumigere Umfahrung kann sich dagegen aus Sicht der Experten schon eher lohnen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kann ich Staus mit richtiger Planung vermeiden?

    Ja, zum Teil. Freitagnachmittag, wenn viele Pendler unterwegs sind, und am Beginn oder Ende von Ferien ist das Staurisiko hoch. Wer kann, fährt laut ARCD lieber antizyklisch, also nicht zu Stoßzeiten. Auch eine gute Streckenplanung hilft. So gibt es gerade an Samstagen, wenn in Hotels und Apartments Bettenwechsel ist, überlastete Autobahnen aus und in Richtung der Ferienregionen. Wer mehr Zeit mitbringt, kann hier alternativ planen und etwa mit einer Zwischenübernachtung die Strecke über Landstraßen fahren.

    Foto: dpa
  • Wie informiere ich mich am besten darüber, wo es eng werden könnte?

    Aktuell stets über die Verkehrsnachrichten im Radio. Für die längerfristige Planung bieten ADAC und Auto Club Europa (ACE) im Internet kostenfrei Prognosen, auf welchen Strecken in Deutschland, Österreich und der Schweiz am folgenden Wochenende die Staugefahr besonders hoch ist.

    Foto: dpa
  • Wie verhalte ich mich in der Blechlawine?

    Ganz wichtig: eine Rettungsgasse bilden, und zwar zwischen der äußeren linken und der mittleren Spur. Ansonsten ist Geduld gefragt. Ständige Spurwechsel bringen keine zeitlichen Vorteile. Zudem hat man lieber vorgesorgt und ausreichend Getränke und Snacks im Auto.

    Foto: dpa
  • Was ist beim Einfädeln zu beachten?

    Oft bilden sich Staus, weil ein Fahrstreifen endet und etwa statt drei nur noch zwei zur Verfügung stehen. Viele Autofahrer scheren an solchen Stellen zu früh ein oder fahren zu sehr auf. Die Folge davon ist immer wieder Stillstand. Richtig geht es laut ACE so: Erst direkt vor der Engstelle fädeln sich die Autos auf die Nebenspur ein, schön nach dem Reißverschlussprinzip. Damit das klappt und der Verkehr dabei weiter fließt, ist ausreichend Abstand wichtig.

    Foto: dpa
  • Was ist, wenn die Blase drückt?

    Das menschliche Bedürfnis ist verständlich, doch die Regeln sind klar: Autobahnen zu betreten, ist generell verboten, informiert der Tüv Thüringen. Das gilt auch im Stau. Zehn Euro Bußgeld drohen. Davon ausgenommen ist nur der Fall einer Fahrzeugpanne, bei dem Betroffene das Fahrzeug verlassen und zum eigenen Schutz hinter die Leitplanke klettern. Wenn das Auto den anrollenden Verkehr behindert, weil der Fahrer austritt, drohen je nach Dauer 30 bis 70 Euro Strafe.

    Dazu kommt: In der Öffentlichkeit zu pinkeln, ist grundsätzlich untersagt und wird je nach Stadt oder Kommune unterschiedlich hart bestraft. Darum raten die Experten: Menschen mit schwachen Blasen sollten eventuell über die Anschaffung eines sogenannten Notfall- oder Taschen-WCs nachdenken.

    Foto: dpa

Wann fahren?

Typische Pendlerstaus sollen bereits am Freitag bis in den Abend rund um die Ballungsräume für Verzögerungen sorgen. Am Samstag wird es dann voraussichtlich ab frühen Vormittag voll auf den Fernstraßen. Der Sonntag ist dabei laut ACE ein besserer Reisetag als Samstag.

In den Osterferien wird es laut ADAC-Prognose noch weitere Tage geben, an denen mit sehr starkem Verkehr und längeren Stauungen gerechnet werden muss:

  • Gründonnerstag, 18. April
  • Karfreitag, 19. April
  • Ostermontag, 22. April
  • Wochenende 26./27. April
Strecken mit erhöhter Staugefahr

A 1: Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg - Lübeck; beide Richtungen

A 1, A 3, A 4: Kölner Ring

A 2: Oberhausen - Dortmund - Hannover - - Berlin; beide Richtungen

A 3: Oberhausen - Köln - Frankfurt/Main - Würzburg - Nürnberg - Passau

A 4: Kirchheimer Dreieck - Erfurt - Dresden

A 5: Kassel - Frankfurt/Main - Karlsruhe - Basel

A 6: Kaiserslautern - Mannheim - Heilbronn - Nürnberg; beide Richtungen

A 7: Hamburg - Hannover - Würzburg - Ulm - Füssen/Reutte

A 8: Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg

A 9: München - Nürnberg - Berlin; beide Richtungen

A 10: Berliner Ring; Vollsperrung zwischen Kreuz Oranienburg und Anschlussstelle Birkenwerder in beiden Fahrtrichtungen vom Freitag, 12. April (22.00 Uhr) bis Montag, 15. April (05:00 Uhr).

A 61: Mönchengladbach - Koblenz - Ludwigshafen

A 81: Heilbronn - Stuttgart - Singen

A 93: Inntaldreieck - Kufstein

A 95: München - Garmisch-Partenkirchen

A 99: Umfahrung München

Osterurlauber sorgen auch in der Schweiz und in Österreich für lange langsame Blechkolonnen und Staus auf den Autobahnen - besonders auf den Transitrouten. Stark staugefährdet sind die Brenner-, Tauern- und die Gotthardroute, berichtet der ADAC. Besonders am Gotthardtunnel müssen Autofahrer mit Wartezeiten und Blockabfertigungen rechnen. Hier nennt der ACE die A 13 über San Bernardino als Ausweichroute. Das lohne sich ab einer Verzögerung von einer Stunde. Mögliche Zeitverluste sind aufgrund stichprobenartiger Verkehrskontrollen bei der Rückreise von Österreich nach Deutschland möglich.

...

 

10 Tipps gegen Langeweile im Stau

1/10
  • 1. Drei Geschichten

    Spiele im Auto bieten Unterhaltung für Groß und Klein. Ein kreatives Spiel: Geschichten erraten. Jeder erzählt drei Geschichten über sich selbst, von denen eine erfunden ist. Die Mitfahrer müssen erraten welche.

    Foto: Z1009 Jan-Peter Kasper
  • 2. Wetten, dass ... in der Stau Edition

    Sobald der Verkehr steht, muss jeder Mitfahrer wetten, wie lange es dauert bis es weitergeht. Die Wetten werden notiert und wer richtig liegt, gewinnt! Das bringt sogar in einem Stau Spannung.

    Foto: dpa
  • 3. Kennzeichen-Bingo

    Die fortgeschrittene Variante des Klassikers „Kennzeichen raten“: Am besten noch vor der Abreise Bingokarten mit Kennzeichen-Abkürzungen vorbereiten und im Auto an die Mitreisenden verteilen - wer zuerst eine Reihe voll hat, gewinnt eine Kleinigkeit.

    Foto: Malte Christians
  • 4. Was bin ich?

    Noch ein sehr unterhaltsamer Klassiker: Einer der Reisenden denkt sich einen Beruf (alternativ: Tier, Promi, Charakter usw.) aus, die anderen versuchen, ihn zu erraten. Alle Fragen dürfen nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden.

    Foto: Marius Becker
  • 5. Musiktitel erraten

    Wem keine Berufe mehr einfallen, der dreht einfach das Radio auf: Alle Mitfahrenden müssen versuchen den laufenden Song möglichst schnell zu erraten. Wer den Titel als erstes weiß, gewinnt.

    Alternativ können alle Reisenden den neusten Sommerhit üben, das sorgt garantiert für gute Laune!

    Foto: Axel Seidemann
  • 6. Hörspiele

    Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann sich auch entspannt zurücklehnen und ein Hörspiel genießen. Mit spannenden oder unterhaltsamen Geschichten vergeht die Zeit gleich viel schneller. Besonders geeignet, wenn man alleine unterwegs ist.

    Foto: Jürgen Mahnke
  • 7. Einfach mal quatschen

    Gerade wenn man alleine unterwegs ist, kann man die Zeit im Stau gut für ein langes Telefonat nutzen - ob mit der Mutter, Oma oder mit Freunden. Einzige Voraussetzung ist eine Freisprechanlage, dann steht einem schönen Gespräch nichts im Wege.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • 8. Wischen und Putzen

    Man kann die Zeit im Stau natürlich auch praktisch nutzen: Mit ein paar Reinigungstüchern im Auto kann man Armaturenbrett und Lenkrad reinigen. Aber Achtung: Nicht abschnallen, sondern nur da putzen, wo man - ohne sich zu verdrehen - dran kommt.

    Foto: Frank Mächler
  • 9. Bewegung

    Geht gar nichts mehr vor oder zurück, kann man auch aussteigen und sich etwas Bewegung verschaffen. Etwa indem man zwei oder drei Runden um das Auto rennt.

    Foto: Bernd Thissen
  • 10. Essen und Trinken

    Gerade bei längeren Strecken gilt: Ausreichend Essen und Getränke mitnehmen. Getränke, die warm nicht mehr schmecken, oder Essen, das bei Wärme schmilzt, sind nicht so geeignet. Also besser Wasser oder Tee und leckeres Obst einpacken - denn mit vollem Magen ist alles nur noch halb so schlimm.

    Foto: A3399 Arne Dedert

 

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