Steuerhinterziehung: Plädoyer des Staatsanwalts
Firmenchef soll in Haft

Lüdinghausen/Münster -

Beim Fortsetzungstermin wegen Steuerhinterziehung von über einer Millionen Euro am Landgericht Münster forderte die Staatsanwaltschaft eine vierjährige Haftstrafe für den 67-jährigen Chef eines Lüdinghauser Unternehmens – und eine eineinhalbjährige für seine Mitangeklagte.

Mittwoch, 15.05.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 12:22 Uhr
(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: dpa

Vier Jahre Gefängnis soll nach Vorstellung des Staatsanwaltes im Verfahren um Steuerhinterziehung von weit über einer Million Euro (wir berichteten) das Urteil für den 67 Jahre alten Hauptangeklagten aus Olfen lauten. Das hat der Anklagevertreter beim Fortsetzungstermin am Landgericht Münster beantragt. Die 58 Jahre alte Mitangeklagte (und damalige Lebensgefährtin) aus Celle soll zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt werden.

Überlange Verfahrensdauer

Für beide würde in dem Fall gelten, dass jeweils drei Monate der Strafen als bereits verbüßt angesehen werden. Grund wäre „die überlange Verfahrensdauer“, hieß es in dem Plädoyer. Die angeklagten Fälle beziehen sich auf Vorgänge in den Jahren 2011 und 2012.

Der Staatsanwalt ist sicher, dass bei mehreren Geschäften der Firma „MHS Ruhrmetall“ aus Lüdinghausen Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall begangen wurde. Beim An- und Weiterverkauf von Silbergranulat seien die Finanzbehörden bei der Umsatzsteuer bewusst getäuscht worden. So habe der 67-Jährige als Firmeninhaber und die 58-Jährige als Beschäftigte in drei Fällen falsche Angaben bei der Umsatzsteuerjahreserklärung für 2011 gemacht, und getäuscht hätten sie auch bei den Umsatzsteuervoranmeldungen für das erste Quartal 2012 sowie für April 2012. Allein in den Fällen von 2011 gehe es um rund 1,5 Million Euro.

Schlussworte stehen aus

Die Anwälte hielten ihre Schlussworte noch nicht. Sie wollen den Antrag des Staatsanwaltes erst mit den beiden beraten. Möglicherweise würde der Olfener doch noch etwas zum Sachverhalt darlegen. Der Staatsanwalt hatte sich verwundert gezeigt, dass die 58-Jährige nichts zu den Vorwürfen ausgesagt hatte, da sie für die mutmaßlichen Taten nicht hauptverantwortlich sei.

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