Raupen-Plage
Eichenprozessionsspinner wird zum Mega-Problem

Münster/Senden -

Das Problem Eichenprozessionsspinner nimmt neue Dimensionen an. Die Kommunen im Münsterland kommen mit der Beseitigung der Nester teilweise nicht mehr hinterher, viele Veranstaltungen im Freien stehen auf der Kippe oder mussten bereits abgesagt werden.

Freitag, 21.06.2019, 16:20 Uhr aktualisiert: 21.06.2019, 17:28 Uhr
Raupen-Plage: Eichenprozessionsspinner wird zum Mega-Problem
In vielen Städten macht der Eichenprozessionsspinner aktuell Probleme. Foto: dpa

Dank optimaler Witterungsbedingungen hat sich der Eichenprozessionsspinner vor allem im Münsterland und dem Rheinland inzwischen zu einer biblischen Plage entwickelt. Immer mehr Gemeinden melden den Befall aller Ei­chenbestände.

In diesem Stadium gibt es keine Chance mehr, die Raupe wieder loszuwerden, erklärt Michael Klenner von der Landwirtschaftskammer NRW am Freitag. Die Brennhaare der Schmetterlingsraupe sind giftig und können zu Atemnot, Schwellungen Hautreizungen, und im schlimmsten Fall zu allergischen Schocks führen.

Kommunen stoßen an Grenzen

Im Münsterland sind die meisten Kommunen inzwischen dazu übergegangen, nur noch die Bereiche an kommunalen Schulen, Altenheimen, Kindergärten und Sport- sowie Spielplätzen von den Nestern der Tiere zu befreien. Mehr sei derzeit definitiv nicht leistbar, erklärte stellvertretend die Stadt Lengerich. Alleine in der kleinen Gemeinde Senden wurden bisher 2500 Gespinste entfernt. Besonderes Nachsehen haben derzeit jene Kommunen, die ihre Bäume im Frühjahr nicht mit einem für die Larven toxischen Bakterium behandelt hätten, sagt Klenner.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni haben die Verbreitung der Raupen in diesem Jahr begünstigt.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Veranstaltungen abgesagt

Viele Schulen und Sportvereine haben aufgrund des Massenbefalls der Eichen inzwischen Mühe, ihre Veranstaltungen im Freien durchzuführen. In Münster-Hiltrup wurde ein Schwimm-Event am Dortmund-Ems Kanal abgesagt , da die Bäume rundherum von den Schmetterlingsraupen befallen sind. Viele Eltern drängen darauf, ihre Kinder von befallenen Bäumen und Flächen fernzuhalten. „Viele haben Angst, dass ihre Kinder etwas abbekommen und rufen bei uns. Aber unsere Hausmeister können das allein nicht schaffen, wir brauchen Unterstützung“, sagt ein Schulleiter aus dem Kreis Warendorf. Auch Zeltlager oder andere Veranstaltungen im Freien müssen abgesagt werden.

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