Zwei Schwerverletzte in Steinfurt-Borghorst
Streit zwischen Irakern und Afghanen eskaliert – Mordkommission ermittelt

Steinfurt-Borghorst -

Drei Männer aus dem Irak sollen am Donnerstagabend in Steinfurt-Borghorst zwei Afghanen schwer verletzt haben. Eines der Opfer schwebte zeitweilig in akuter Lebensgefahr. Eine Mordkommission ermittelt, die irakischen Staatsangehörigen sitzen in Untersuchungshaft.

Samstag, 29.06.2019, 17:35 Uhr aktualisiert: 29.06.2019, 17:56 Uhr
Zwei Schwerverletzte in Steinfurt-Borghorst: Streit zwischen Irakern und Afghanen eskaliert – Mordkommission ermittelt
Foto: dpa

Laut einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Münster, Kreispolizeibehörde Steinfurt und Polizei Münster eskalierte der Streit zwischen den fünf Männern am Donnerstag gegen 22 Uhr in einer Wohnung an der Gräfin-Bertha-Straße in Borghorst.

Nach den bisherigen Ermittlungen war ein 22-jähriger Afghane in Begleitung eines 18-jährigen Landsmannes in die Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin gekommen. In den Räumen hielten sich neben der 33-Jährigen auch drei männliche irakische Bekannte der Frau im Alter von 22, 28 und 39 Jahren auf. Als es schnell zu einem Streit zwischen den fünf Männern kam, flüchtete die Frau mit ihren Kindern ins Obergeschoss und alarmierte von dort aus die Polizei.

Währenddessen spitzte sich laut der Presseerklärung der Streit im Erdgeschoss zu. Dabei sollen die drei Iraker den 22-jährigen Afghanen geschlagen und zu Boden gebracht haben. Sodann sollen der 22-jährige Iraker mit einem Messer und der 28-Jährige mit einer Schere auf das Opfer eingestochen haben. Der 39-Jährige soll das Opfer während des Geschehens festgehalten haben. Als der 18-jährige Begleiter dem Angegriffen zu Hilfe kommen wollte, soll der 22-jährige Iraker auch ihn mit einem Messerstich in die Brust verletzt haben.

Verletzte in Spezialkliniken

Die alarmierten Polizisten nahmen die drei irakischen Beschuldigten noch in der Wohnung fest. Die beiden verletzten Afghanen wurden nach notärztlicher Erstversorgung vor Ort in Spezialkliniken gebracht.

Die Polizei Münster hat unter der Leitung des Ersten Kriminalhauptkommissars Ulrich Bux eine Mordkommission eingerichtet. „Die beiden Verletzten sind mittlerweile außer Lebensgefahr“, erklärte der Leiter der Mordkommission. „Die Hintergründe des Streits können in einer Vorbeziehung des 22-jährigen Verletzten mit der 33-jährigen Bewohnerin begründet sein", erläuterte Bux weiter.

Richter ordnet Untersuchungshaft an

„Wir ermitteln wegen des dringenden Tatverdachts der gefährlichen Körperverletzung“, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Die vorläufig Festgenommenen wurden am Samstag einem Richter vorgeführt. Dieser ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft sofortige Untersuchungshaft gegen die drei Iraker an. „Der 22-Jährige wäre nach ärztlicher Einschätzung ohne die sofortige notfallmedizinische Intervention verstorben“, erläuterte Botzenhardt weiter.

Die Ermittlungen dauern an.

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