Mit dem Schiff zum Patienten
Franziskanerin aus Rhede hilft Menschen am Amazonas

Rhede -

Die Franziskanerin und Ärztin Ruth Rottbeck aus Rhede wird bald auf einem Krankenhausschiff auf dem Amazonas Kranke behandeln, die sonst niemand versorgen würde. Das hat das Bistum Münster am Dienstag angekündigt. 

Dienstag, 02.07.2019, 18:28 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 18:44 Uhr
Schwester Ruth Rottbeck wird demnächst an Bord des Krankenhausschiffes „Papa Francisco“ gehen, um Menschen am Amazonas zu versorgen.
Schwester Ruth Rottbeck wird demnächst an Bord des Krankenhausschiffes „Papa Francisco“ gehen, um Menschen am Amazonas zu versorgen. Foto: Bistum Münster

„In der Amazonasregion reicht die Gesundheitsversorgung nicht aus. Mit einem Schiff können auch entlegenere Gebiete erreicht werden. Und als Kirche sollen wir ja, wie es auch der Papst sagt, aufbrechen zu den Menschen“, sagt Ruth Rottbeck .

Anfang Februar hatte sich die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, die 2011 in die Gemeinschaft der Franziskanerinnen von Siessen eingetreten war, auf den Weg nach Brasilien gemacht. Vorher hatte sie beim Katholikentag 2018 den Bischof von Óbidos, Johannes Bahlmann, getroffen. Der ist Franziskaner aus Visbek (Landkreis Vechta) und hatte die Franziskanerinnen von Siessen zuvor um Unterstützung für das Projekt des Krankenhaus-Schiffes gebeten.

Diese „Unterstützung“ stand ihm dann beim Katholikentag gegenüber: Schwester Ruth. Sie machte sich im Oktober letzten Jahres ein Bild vor Ort. Ende 2018 gab sie ihre Stelle als Oberärztin für Gerontopsychatrie in Stuttgart auf. „Dieses Krankenhaus-Schiff kommt meinen Möglichkeiten des Aufbruchs als Ärztin und Franziskanerin sehr entgegen. Wir sind nicht nur als humanitäre Organisation unterwegs, sondern bewusst als Ordensleute und damit als Kirche“, erläutert sie.

Krankenhäuser fast unerreichbar

2013 hatte Papst Franziskus die Franziskaner gebeten, sich der Menschen am Amazonas anzunehmen. Darum betreibt die Gemeinschaft inzwischen zwei Krankenhäuser in Óbidos und in Jurutí am Amazonas. Doch das habe nicht gereicht: „Wir haben schnell erkannt, dass die Menschen am Amazonas eine besondere Versorgung brauchen, die sie auch vor Ort erreicht. Wie könnte das auf dem Amazonas besser gelingen als durch ein Krankenhaus-Schiff“, sagt Bahlmann.

Im geplanten Einsatzgebiet des Schiffes leben circa 700.000 Menschen in rund 1000 Gemeinden. Für sie seien die beiden Krankenhäuser wegen der immer wiederkehrenden Überschwemmungen fast unerreichbar, erläutert Schwester Ruth. Ein Krankenhaus-Schiff sei darum die einzige Möglichkeit, die Menschen rund um den Amazonas zu versorgen. Ziel des Projektes ist es nach den Worten der Schwester, „sowohl die gesundheitliche Grundversorgung sicherzustellen als auch am Amazonas häufige Erkrankungen und Krebserkrankungen möglichst frühzeitig zu erkennen und hier auch vorbeugend tätig zu werden.“

Das Krankenhaus-Schiff ist 32 Meter lang und verfügt über Behandlungs- und Untersuchungszimmer für verschiedene Fachrichtungen wie etwa Zahn- und Augenheilkunde sowie über einen kleinen OP-Saal, ein Labor, Röntgen-, Mammographie-, Ultraschall- und EKG-Geräte sowie über Räume für die Medikamenten-Ausgabe.

 Spendenkonto der Missionsprokur Kloster Siessen,  Stichwort „Krankenhaus-Schiff“,  IBAN: DE66 6509 3020 0360 3360 27.

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