Gebäude an der Sassenberger Straße gekauft
"Emshof": Pächter für Restaurant gesucht

Warendorf -

Ex-Pokerspieler Andreas Gülünay aus Gütersloh hat den „Emshof“ im Warendorfer Norden gekauft. Nach 63 Jahren endet eine Familientradition. Susanne Röwekamp, die nach dem Tod ihrer Mutter Johanna Deckenbrock im Jahre 2014 den Gasthof alleine weiterführte, fand keinen Nachfolger in der Familie.

Mittwoch, 14.08.2019, 15:06 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 15:33 Uhr
Wachwechsel im Emshof: Susanne Röwekamp, geborene Deckenbrock, hat Hotel und Restaurant an Andreas Gülünay aus Gütersloh verkauft. Dort besitzt der Unternehmer das Hotel „Busch“, das zurzeit kernsaniert wird. Offizielle Übernahme ist am 1. September.
Wachwechsel im Emshof: Susanne Röwekamp, geborene Deckenbrock, hat Hotel und Restaurant an Andreas Gülünay aus Gütersloh verkauft. Dort besitzt der Unternehmer das Hotel „Busch“, das zurzeit kernsaniert wird. Offizielle Übernahme ist am 1. September. Foto: Joachim Edler

Ob er um den Emshof gepokert hat, ist nicht bekannt. Ex-Pokerspieler Andreas Gülünay aus Gütersloh hat den Traditionsgasthof im Warendorfer Norden gekauft. Das professionelle Pokerspiel, sagt der 38-Jährige Aramäer (Osten der Türkei), der übrigens in London den Europameistertitel gewann, habe er an den Nagel gehängt, als seine Frau schwanger wurde. Gekauft habe der Unternehmer das Restaurant mit Hotelbetrieb (46 Betten) als Privatperson. Neuer Betreiber ist die „Heimquartier GmbH mit Sitz in Gütersloh, die sich auf Hotel- und Gaststättengewerbe spezialisiert habe. Gülünay ist Teilhaber der Gesellschaft. In Warendorf wird Ogur Aziz Geschäftsführer. Er komme aus der Tourismusbranche, so Gülünay.

Traditionsbetrieb in neuer Hände

Damit wechselt ein Traditionsbetrieb in neue Hände. Susanne Röwekamp , die nach dem Tod ihrer Mutter Johanna Deckenbrock im Jahre 2014 den Gasthof alleine weiterführte, fand keinen Nachfolger in der Familie. „Meine zwei Töchter, 21 und 14 Jahre alt, haben kein Interesse und gehen andere Wege.“

Der Emshof im Warendorfer Norden hat eine lange Tradition. Vor allem die Reiter schätzen den familiär geführten Gasthof in unmittelbarer Nähe des Landgestüts. Hier finden auch traditionell die Versammlungen des Reit- und Fahrvereins Warendorf statt. Daran wird sich auch nichts ändern, verspricht der neue Emshof-Besitzer. „Reservierungen, Veranstaltungen, alles läuft weiter wie bisher, alles bleibt beim alten.“ Geplant ist jedoch, die Gastronomie zu verpachten und sich allein auf den Hotelbetrieb mit Frühstück zu konzentrieren: „Bed and Breakfast“.

Für die Vermietung der Gastronomie wolle sich Gülünay aber Zeit lassen, um genau den richtigen Partner und das richtige Angebot zu finden. „Das muss schon passen, auch zu den Gästen.“ Die Mitarbeiter, zwei Festangestellte und die Teilzeitkräfte will er übernehmen. Dem 38-jährigen Unternehmer gehört auch das Hotel „Busch“ in Gütersloh, das zurzeit kernsaniert wird. Kernsaniert werden müsste der Emshof nicht, betont er, allerdings plane der neue Besitzer mittelfristig die 29 Zimmer zu renovieren. Damit kenne er sich aus, schließlich habe er Mauer gelernt und heute die Kontakte.

Blick zurück

Ein Blick zurück: Vor 63 Jahren hatte Heinz Deckenbrock das Restaurant und Hotel an der Sassenberger Straße gebaut. „Am 26. September 1956 eröffnete mein Großvater den Emshof“, erzählt Enkelin Susanne Röwekamp. Ihr Vater Karl-Heinz Deckenbrock führte den Betrieb in zweiter Generation weiter. Als er im Jahre 2008 starb, übernahmen Mutter und Tochter. Am 1. September dieses Jahres endet die Familientradition. Chefin Susanne Röwekamp will der Gastronomie aber nicht den Rücken kehren, sondern als Angestellte weiter arbeiten. Allerdings nicht in Warendorf, wie sie verrät, sondern ab Ende des Jahres in Münster.

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