Tierquälerei
Erneut schockierende Bilder aus Schweineställen

Kreis Steinfurt -

Zwei Jahre, nachdem Videos von kranken und teilweise verletzten Schweinen auf dem Hof der Familie der früheren NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking öffentlich wurden, sind im Kreis Steinfurt erneut Bilder aufgetaucht, die Tiere zeigen, die verletzt sind oder sich in einem inakzeptablen Zustand befinden. Die Bilder sind erneut dem Verein „Tierretter“ zugespielt worden.  

Montag, 16.09.2019, 12:04 Uhr aktualisiert: 16.09.2019, 13:51 Uhr
Tierquälerei: Erneut schockierende Bilder aus Schweineställen
Der Verein Tierretter zeigt Fotos von vier Betrieben im Kreis Steinfurt, in denen es viele verletzte Tiere gibt. Sterbende Tiere würden in Buchtengängen separiert und dort ihrem Schicksal überlassen, berichtet der Verein. Foto: Tierretter.de

Die Aufnahmen, die in vier Stallungen aufgenommen worden sind, zeigen unter anderem Schweine mit offenen Verletzungen, Brüchen, geschwollenen Gelenken und auch Kadaver, die auf dem Stallboden liegen. Sowohl dem Landwirtschaftlichen Kreisverband Steinfurt als auch dem Kreisveterinäramt sind die betroffenen Höfe bekannt. Beide haben die Zustände als inakzeptabel bezeichnet. Die betroffenen Landwirte sind diesmal keine Funktionäre. Der WDR hatte die Bilder am Sonntagabend veröffentlicht.

Das sind Bilder, die auch wir Bauern nicht sehen wollen.

WLV-Sprecher Hans-Heinrich Berghorn

Nach Angaben des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) in Münster sind die Bilder zumindest teilweise authentisch. „Die Betriebsleiter haben uns bestätigt, dass einige der Bilder aus ihren Ställen stammen“, erklärte der Sprecher Hans-Heinrich Berghorn . Der Zustand, in dem sich einige Tiere den Aufnahmen nach befinden, bezeichnete auch er als „nicht akzeptabel“. Berghorn wies jedoch darauf hin, dass diese Bilder kein zutreffendes Gesamtbild der Betriebe zeigten. Das „sind Bilder, die auch wir Bauern nicht sehen wollen“.

Probleme im Umgang mit kranken Tieren

Nach Informationen unserer Zeitung befinden sich die zwei der Betriebe in Rheine und zwei in Emsdetten. „Das Videomaterial stammt aus Mitte und Ende August“, teilte der Verein Tierretter e.V. aus Münster am Montag mit. Die Betriebe seien den Veterinärbehörden gemeldet worden.
Nach dem Fall Schulze Föcking hatte der Kreis Steinfurt Personal im Veterinäramt aufgestockt und die Zahl der Kontrollen erhöht. Nach Angaben von Dr. Christoph Brundiers, werden bei etwas jeder zehnten Kontrolle Mängel festgestellt. Probleme bereite weiterhin der Umgang mit kranken Tieren.

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