Stiftungsvorstand will Verein auflösen
Ärger in der Westfalen-Initiative

Münster -

Jahrelang arbeiteten die Stiftung und der Verein Westfalen-Initiative sehr konsequent aneinander vorbei. Gemeinsam war ihnen nur, dass die Aktivitäten oft beschaulich wirkten und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden.

Donnerstag, 26.09.2019, 19:50 Uhr aktualisiert: 26.09.2019, 20:04 Uhr
Dr. Hans Moormann
Dr. Hans Moormann

Um ihr Profil zu schärfen und neue Schlagkraft zu entwickeln, wagten Verein und Stiftung im Frühjahr ei­nen Neuanfang, indem sie ih­re Führung rechtlich zusammen und faktisch in neue Hände legte. Dr. Hans Moormann ist seit März Vorstand und Vorsitzender in Personalunion. Er hat nun vorgeschlagen, den Verein aufzulösen. Viele Mitglieder, de­nen böse Zungen nachsagen, einem Alt-Herren-Gremium anzugehören, sind in Wallung.

Beide, Stiftung und Verein, haben ein doppeltes Ziel. Westfalen zu stärken und das bürgerschaftliche Engagement zu fördern. Die Wege dahin sind freilich unterschiedlich. Während die Stiftung dank millionenschwerem Erbe Projekte auflegen kann, sieht sich der Verein mit seinen knapp 200 Mitgliedern als politisches Gremium und Türöffner.

Und diesen politischen Arm glaubt die neue Spitze offenbar nicht mehr zu benötigen. „Nach den Entscheidungen über eine gemeinsame Geschäftsführung stellt sich jetzt die Frage, ob die Doppelstruktur für die Zukunft noch sinnvoll ist“, erklärt Moormann. Wichtig sei, „für den Einsatz zugunsten Westfalens mit schlanken Strukturen und frischen Kräften die vor uns liegenden Aufgaben anzugehen“.

Sicher ist: Par ordre du mufti, also von oben herab, wird der Verein nicht auszumerzen sein. Laut Satzung müssen drei Viertel der Mitglieder einer Auflösung zustimmen. Längst regt sich hinter den Kulissen Widerstand.

Moormann, der im März auf den Schild gehoben wurde, sei nur für ein Jahr gewählt, für die Wahl im März liefen sich bereits Gegenkandidaten warm, ist zu hören. Laut Satzung hat die Stiftung zwar das Recht, einen Kandidaten für die Wahl des Vereinsvor sitzenden vorzuschlagen. Den aber können die Mitglieder mit Zwei-Drittel-Mehrheit ablehnen.

Erstmals seit Langem wird wieder über die Westfalen-Initiative gesprochen, aber anders als die es sich vermutlich wünscht.

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