Tarifkonflikt in der Gebäudereinigung
24-stündiger Warnstreik am FMO

Greven -

Am Dienstag (8. Oktober) kommt es an mehreren deutschen Flughäfen zu Arbeitsniederlegungen im Reinigungssektor. Von den mehrstündigen Warnstreiks ist auch der Flughafen Münster/Osnabrück betroffen. Flüge sollen aber nicht ausfallen.

Dienstag, 08.10.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 08:20 Uhr
Tarifkonflikt in der Gebäudereinigung: 24-stündiger Warnstreik am FMO
Für Dienstag kündigte die IG Bau einen 24-stündigen Warnstreik am FMO im Reinigungssektor an. Die Gewerkschaft geht von Beeinträchtigungen für den Flugverkehr aus. Foto: IG Bau

Reinigungskräfte am Flughafen Münster/Osnabrück haben am Dienstag mit der Frühschicht ab 6 Uhr einen 24-stündigen Warnstreik begonnen. Damit reagiere die Gewerkschaft auf die festgefahrenen Verhandlungen über einen Rahmentarifvertrag im Gebäudereiniger-Handwerk, sagte ein Sprecher der IB BAU.

Wie die Gewerkschaft der IG BAU mitteilt, sind neben dem FMO auch die Flughäfen Frankfurt und Berlin-Tegel betroffen. In München, Düsseldorf, Stuttgart, Hannover, Dortmund und Nürnberg wurden zudem Protestaktionen angekündigt.

„Keine Auswirkungen auf Flugbetrieb”

Seit sechs Uhr in der Früh haben laut Gewerkschaftssekretär Sascha Brüggemann von der IG BAU Westfalen alle Reinigungskräfte am Flughafen Münster/Osnabrück ihre Arbeit bei Flugzeug- und Flughafenreinigung niedergelegt. „Wir sind sehr stolz, dass wirklich alle Kolleginnen und Kollegen mitmachen. Das ist ein ganz klares Signal an Ihren Arbeitgeber, dass sie die Faxen dicke haben”, so Brüggemann. 

Die IG BAU rechnet mit Beeinträchtigungen des Flugverkehrs, weil Flugzeuge ohne Reinigung nicht starten dürften. Das sei nicht wahr, dementiert Flughafensprecher Detlef Döbberthin. Die Flugzeuge dürften theoretisch auch ohne Reinigung starten, in der Realität sei es ohnehin so, dass durch den Rückgang der Verköstigung in den Flugzeugen weniger Arbeit anfalle, die teilweise ohnehin schon durch das Bordpersonal übernommen werde.

Auf den Flugbetrieb hat das definitiv keine Auswirkungen.

Flughafensprecher Detlef Döbberthin

Am FMO werde wegen des Streiks daher kein Flug ausfallen, sagte der Flughafensprecher: „Auf den Flugbetrieb hat das definitiv keine Auswirkungen.” Von dem Streik bei dem Dienstleister, der Reinigungsfirma Piepenbrock, wurde der Flughafen ziemlich überrascht. Noch am Montag wusste man bei der Flughafen-Leitung nichts von einem Streik. Die Reinigungsfirma sei erst sehr spät informiert worden, sagte Döbberthin am Dienstagmorgen.

Streit um Zuschläge

Die Gewerkschaft fordert vor allem die Einführung eines Weihnachtsgelds sowie die Bezahlung von Überstundenzuschlägen für Teilzeitbeschäftigte. Die Arbeitgeber lehnen ein 13. Monatsgehalt bislang ab und wollen darüber erst im Zuge der Lohntarifverhandlungen 2020 sprechen. Sie hatten überraschend im April den Rahmentarif gekündigt, weil sie Teilzeitkräften weiter keine Überstundenzuschläge zahlen wollen.

Ulrike Laux, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, kritisiert, dass die Unternehmen bei Überstunden eine Regelung durchsetzen wollen, bei der „Teilzeitkräfte und Mini-Jobber in Sachen Überstunden-Zuschlag praktisch leer ausgehen würden“. Dabei sei die Quote bei Gebäudereinigern, die nur einen Teilzeitvertrag oder einen 450-Euro-Job hätten, enorm hoch. „Gerade sie leisten oft viele Überstunden. Und genau dafür wollen die Arbeitgeber nach wie vor keinen Cent extra bezahlen. Dabei hätten gerade diese Beschäftigten das Geld bitter nötig“, klagt Laux.

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