Landwirte protestieren mit Traktoren gegen Agrarpolitik
Bauern legen Städte lahm

Münster/Bonn -

Die Bauern haben ihren Protest gegen die nationale und europä­ische Agrarpolitik am Dienstag auf die Straße getragen und ­vielerorts für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Zur zentralen Kundgebung kamen 6000 Landwirte aus dem Bundesgebiet nach Bonn – dort wurde die gesamte Innenstadt inklusive Rheinbrücken lahmgelegt.

Dienstag, 22.10.2019, 20:20 Uhr aktualisiert: 22.10.2019, 20:30 Uhr
Landwirte protestieren mit Traktoren gegen Agrarpolitik: Bauern legen Städte lahm
Landwirte-Protest in Münster. Foto: Oliver Werner

Schwerpunkt des Protests in der Region war die Innenstadt von Münster. Dort ­behinderten Landwirte aus dem gesamten Münsterland – darunter auffallend viele jüngere Bäuerinnen und Bauern – den Verkehr. Nach ­Angaben der Polizei waren 950 Traktoren auf der 9,5 Ki lometer langen Strecke durch die Innenstadt unterwegs. Zwischen elf und 14 Uhr staute sich der Verkehr auf vielen Straßen. Linienbusse hatten bis zu 90 Minuten Verspätung.

Impressionen von der Traktoren-Demo in Münster

Bauern als Buhmänner

Der Veranstalter der Demo, Hendrik Meier, sagte, es habe diese Form von Aufmerksamkeit gebraucht, um zu verdeut­lichen, dass den Landwirten von der Politik ständig neue Auf­lagen aufgebürdet werden und Bauern als Buhmänner in der Klimaschutzdebatte dastehen. Auch auf den Zufahrtsstraßen ins Umland ging vielerorts nichts mehr. Nach Informationen unserer Zeitung wollten die Bauern, deren Protest nicht vom West­fälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband mit organisiert wurde, auch Autobahnen blockieren. Aufgerufen zu dem Aktionstag hatte das noch recht junge Netzwerk „Land schafft Verbindung“.

Trecker-Konvoi: Landwirte-Protest in Münster

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  • Die Demonstration der Landwirte ist Teil einer bundesweiten Aktion, für die sich die Protestler über soziale Netzwerke zusammengeschlossen haben. 

    Foto: Oliver Werner
  • Die Veranstalter planten die Protestaktion ausdrücklich ohne die Verbände wie den Westfälisch-Lippischen Bauernverband.

    Foto: Oliver Werner
  • Protestiert wird gegen die Agrarpläne der Bundesregierung. 

    Foto: Oliver Werner
  • In Münster hatten sich rund 400 Trecker für den Konvoi versammelt.

    Foto: Oliver Werner
  • Teilnehmer aus Ascheberg, Nordkirchen, Lüdinghausen, Rinkerode und Herbern sowie aus dem West-Münsterland waren nach Münster gekommen. 

    Foto: Oliver Werner
  • Es folgen weitere Impressionen von der Fahrt des Trecker-Korsos durch die Stadt...

    Foto: Oliver Werner
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  • Foto: Ralf Repöhler
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  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt

Kritik an Politik

Bei den Protesten geht es in erster Linie um die Politik der Ministerinnen Julia Klöckner (Agrar) und Svenja Schulze (Umwelt). Beide hatten sich auf ein Aktionsprogramm für den besseren Schutz von Insekten sowie eine neue nationale Düngeverordnung verständigt. Beim Insektenschutz sind vor allem deutliche Einschränkungen beim Einsatz von Pestiziden vorgesehen. Zudem soll weniger Nitrat ins Grundwasser gelangen.

Julia Klöckner zeigte Verständnis für die Anliegen der Landwirte, mahnte aber auch Reformbereitschaft an. Schulze beharrte auf ihrem Eintreten für mehr Insektenschutz in Deutschland.

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