Feuerwehr Ahlen nutzt neues System
Die punktgenaue Handyortung

Ahlen -

Um Handyanrufer nur wenige Sekunden nach einem Notruf orten zu können, setzt die Ahlener Feuerwehr eine neue Technik ein. Wachleiter Walter Wolf stellte das System jetzt vor.

Donnerstag, 07.11.2019, 20:00 Uhr
Moderne Technik, die im Zweifel hilft, Leben zu retten: In der Einsatzzentrale der Feuerwehr Ahlen können seit wenigen Tagen die Standorte von Anrufern punktgenau ermittelt werden, die per Mobiltelefon die Notrufnummer 112 wählen.
Moderne Technik, die im Zweifel hilft, Leben zu retten: In der Einsatzzentrale der Feuerwehr Ahlen können seit wenigen Tagen die Standorte von Anrufern punktgenau ermittelt werden, die per Mobiltelefon die Notrufnummer 112 wählen. Foto: Christian Wolff

Auf der Suche nach dem typischen Beispiel einer unklaren Unfallmeldung musste Wachleiter Walter Wolf am Mittwoch gar nicht weit zurückblicken: Erst am Montagvormittag sei die Feuerwehr zu einer Pkw-Kollision gerufen worden, bei der ein neues Ortungssystem half, den Unfallort auf den Meter genau zu bestimmen.

Täglich können mehrere Anrufer ihren Standort nicht korrekt nennen. Bisher habe das die Einsatzkräfte wertvolle Minuten bei der Rettung gekostet. Die Gründe sind unterschiedlich. So kann der Anrufer selbst der Geschädigte sein und unter Schock stehen oder verletzt sein. Oft rufen Zeugen von unterwegs an und wissen dann nicht immer sofort, wo sie sich gerade befinden, wenn sie einen Unfall sehen oder wenn ihnen selbst etwas zustößt. „Irgendwo zwischen Ahlen und Hamm“ habe jene Auskunft des Anrufers gelautet, der die 112 am Montag per Mobiltelefon gewählt hatte.

Früher musste in solchen Fällen mühsam erörtert werden, wo sich die Verunglückten befanden. Das erübrigt sich dank neuer Technik, bei der Ahlen laut Walter Wolf eine Vorreiterrolle spielt. „Im Prinzip kann das System bereits bundesweit eingesetzt werden, aber wie so oft haben die Ahlener nun recht früh die Nase weit vorn“, sagte er im Ausschuss für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen. „Es lohnt sich immer, wenn man rechtzeitig offene Ohren für solche Neuerungen hat.“

Voraussetzung ist, dass die Anrufer ein GPS-fähiges Smartphone nutzen, über das sie geortet werden können. Die Ortung funktioniere auch, wenn der Nutzer die Standortermittlung am eigenen Handy abgeschaltet hat. „Wichtig ist nur, dass der Anrufer mindestens 20 Sekunden lang am Hörer ist.“ Eingesetzt werden könne die Software bei allen Telefonmodellen ab Android 4.0 sowie bei sämtlichen I-Phone-Versionen. „Für uns ist das ein erheblicher Schritt nach vorne“, so der Feuerwehr-Chef.

Frederik Werning (SPD) lobte die technische Neuerung und meinte, dass sie auch für die Polizei sinnvoll sei. Doch da gelten strengere Voraussetzungen bei der Ortung, die in der Regel mit Straftaten in Zusammenhang stehen müssen, klärte Wolf auf. Auch Erhard Richard (CDU) war voll des Lobes für die Feuerwehr und wünschte sich, dass diese Einrichtung, die bei Einsätzen rund um Leib und Leben wertvolle Minuten Zeit sparen kann, publik gemacht wird.

Im Fall von Montag stellte sich übrigens binnen kürzester Zeit heraus, dass sich der besagte Unfall auf der Walstedder Straße ereignet hatte (die „Ahlener Zeitung“ berichtete).

Wichtig ist nur, dass der Anrufer mindestens 20 Sekunden lang am Hörer ist.

Wachleiter Walter Wolf
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