IHK Nord Westfalen
MINT-Forum - damit Technik begeistert

Münster -

MINT-Berufe: Für viele Jugendliche sind Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik kein Thema – für die Wirtschaft umso mehr. Wie begeistert Schüler davon sein können, erlebten die Besucher beim ersten MINT-Forum der IHK Nord Westfalen.

Freitag, 08.11.2019, 10:24 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 10:37 Uhr
Felix Röwekämper aus Ibbenbüren ist begeisterter Erfinder - und stellte sich am Donnerstag den Besuchern des IHK-Forums zum Them MINT vor.
Felix Röwekämper aus Ibbenbüren ist begeisterter Erfinder - und stellte sich am Donnerstag den Besuchern des IHK-Forums zum Them MINT vor. Foto: Gunnar A. Pier

Felix Röwekämper ist ein ungewöhnlicher Typ. Nicht nur, dass er sich über Gebühr für technische Themen begeistert – er ist auch noch ganz alleine drauf gekommen: „Ich habe an meiner Schule überhaupt keine Förderung bekommen“, sagt der heute 22-Jährige. Der deutschen Wirtschaft fehlen Leute wie dieser „Jugend-forscht“-Bundessieger aus Ibbenbüren. Um das Thema anzugehen, veranstaltete die IHK Nord Westfalen am Donnerstag ihr erstes MINT-Forum.

MINT-Berufe: Für viele Jugendliche sind Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik kein Thema – für die Wirtschaft umso mehr. „Ende April fehlten in Deutschland 311 000 Arbeitskräfte in diesen Bereichen“, verdeutlichte IHK-Präsident Benedikt Hüffer die Misere. „Und die Zahl wäre noch höher, wenn wir nicht viele begabte Menschen aus dem Ausland hätten.“ Also: „Um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, benötigen wir gut ausgebildete technische Fachkräfte auf allen Qualifikationsniveaus vom ausgebildeten Facharbeiter über Techniker und IT-Spezialisten bis hin zum Akademiker oder Industriemeister.“

Dafür gibt es Initiativen wie die Gemeinschaftsoffensive „Zukunft durch Innovation.NRW“ (zdi). „Hardware-Anschaffung reicht nicht, es fehlen auch MINT-Lehrer“, erklärte Magdalena Hein von der zdi in ihrem Impulsreferat. Es gehe um viel: „Ein Verständnis für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist Voraussetzung für individuelle Persönlichkeitsentfaltung.“

1. MINT-Forum der IHK Nord Westfalen

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  • Für eine stärkere Ausrichtung der Berufs- und Studienorientierung auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Fächer) warb die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen beim MINT-Forum am 7. November 2019.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • IHK-Präsident Benedikt Hüffer begrüßte die Besucher . . .

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  • . . . im IHK-Bildungszentrum in Münster.

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  • Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Münster zeigen unter anderem IHK-Präsident Benedikt Hüffer ihre Arbeit beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Moderator Tobias Häusler, IHK-Vizepräsident Lars Baumgürtel (Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG in Gelsenkirchen), IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel und Klaus Koch (Bezirksregierung Münster) (von links) beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Moderator Tobias Häusler, Felix Röwekämper, Roland Keßelmann (MINT-Koordinator am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup) und Isabel Testroet (Leiterin des Projekts Junge Uni Bocholt) beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Felix Röwekämper ist MINT-begeistert und hat bereits den Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" gewonnen.

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  • Isabel Testroet, Leiterin des Projekts Junge Uni Bocholt, beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

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  • Magdalena Hein von der Gemeinschaftsoffensive "Zukunft durch Innovation.NRW" (zdi) beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

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  • Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Münster zeigen unter anderem IHK-Präsident Benedikt Hüffer ihre Arbeit beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums aus Münster zeigen unter anderem IHK-Präsident Benedikt Hüffer ihre Arbeit beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

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  • WDR-Moderator Tobias Häusler führte durch den Abend.

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  • Magdalena Hein von der Gemeinschaftsoffensive "Zukunft durch Innovation.NRW" (zdi) beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

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  • IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel

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  • Moderator Tobias Häusler, Felix Röwekämper, Roland Keßelmann (MINT-Koordinator am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup) und Isabel Testroet (Leiterin des Projekts Junge Uni Bocholt) beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

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  • Felix Röwekämper ist MINT-begeistert und hat bereits den Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" gewonnen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Moderator Tobias Häusler, Felix Röwekämper, Roland Keßelmann (MINT-Koordinator am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup), Isabel Testroet (Leiterin des Projekts Junge Uni Bocholt) und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel beim MINT-Forum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen am 7. November 2019  im IHK-Bildungszentrum in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier

„Mädchen sind deutlich zurückhaltender“

In einer ersten Gesprächsrunde trafen IHK-Vizepräsident Lars Baumgürtel, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel und Klaus Koch von der Bezirksregierung Münster aufeinander. „Mädchen sind deutlich zurückhaltender“, berichtete Koch, „aber wenn man sie einmal gewonnen hat, sind sie nicht schlechter.“ Jaeckel betonte, wie wichtig es sei, diese Themen interessant zu verkaufen, und verwies auf das Beispiel von Astronaut Alexander Gerst. Der berichtete multimedial live von der ISS – und prompt sei das Interesse am Luft- und Raumfahrttechnik-Studium durch die Decke gegangen. Eine wichtige Rolle gibt Jaeckel den Schulen und machte ein Angebot: „Wir als Unternehmen würden das massiv unterstützen.“

Begeisterung im Gesicht der Schüler

Wie so etwas laufen kann, zeigten Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster-Hiltrup. Sie hatten sich in einem Kurs mit der Funktion von Formel-Eins-Autos beschäftigt und damit einen Preis gewonnen. Ihre Arbeit präsentierten sie im Foyer – und die Begeisterung für die oft so ungeliebte MINT-Thematik stand ihnen ins Gesicht geschrieben.

Im Foyer zeigten Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums in Münster-Hiltrup ihre Arbeit unter anderem IHK-Präsident Benedikt Hüffer.

Im Foyer zeigten Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums in Münster-Hiltrup ihre Arbeit unter anderem IHK-Präsident Benedikt Hüffer. Foto: Gunnar A. Pier

"Jugend forscht"

Das ist bei Felix Röwekämper nicht anders. Mit seinem weiterentwickelten Bohrmaschinenschraubstock gewann er „Jugend forscht“ auf Bundesebene, weitere Erfindungen gewannen Preise. „Ich habe meine Eltern schon früh in den Wahnsinn getrieben, weil ich alle Elek­tro­ge­räte auseinandergebaut habe“, erinnert er sich. Förderung habe er vermisst: „Es kam alles aus mir.“

Lieber nicht studieren?

Seine Zukunft? So weiter machen. Studium? „Ich denke oft anders. Und ich habe die Befürchtung, durch ein Studium in eine Form gedrückt zu werden.“ Wichtiger sei es, sich selbst zu verwirklichen. Das gelinge ihm mit seinen Tüfteleien – mit gelebter MINT-Begeisterung.

Auf solche Leute hofft die Wirtschaft. Auf so ungewöhnliche Typen.

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