Cyberangriffe auf Rekordhoch
Auch im Münsterland werden Unternehmen tagtäglich attackiert

Berlin/Münster -

Laut Bundeskriminalamt sind inzwischen drei Viertel aller Fälle Cyberattacken. Die haben sowohl in ihrer Quantität und Qualität dramatisch zugenommen, sagt Prof. Sebastian Schinzel, IT-Sicherheitsexperte der Fachhochschule Münster. Hinter den Angriffen stecken längst hochprofessionelle Banden, die oft „Staatsressourcen im Rücken“ haben, ergänzt der Bitkom-Sprecher. Vor allem Russland und China be­trieben Industriespionage in ganz großem Stil.

Mittwoch, 13.11.2019, 19:02 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 19:44 Uhr
Die Cyberkriminalität nimmt deutlich zu – und sie betrifft auch kleine Mittelständler im Münsterland.
Die Cyberkriminalität nimmt deutlich zu – und sie betrifft auch kleine Mittelständler im Münsterland. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Von den Hackerangriffen betroffen sind nicht nur ­große Betriebe, sondern auch kleine Mittelständler. „Selbst im ländlichen Münsterland vergeht kein Tag ­ohne“, be­tont Klaus Hillebrands , Abteilungsleiter Digitalisierung bei der IHK Nord Westfalen. Hillebrands kennt Unternehmen, die innerhalb von 24 Stunden Hunderte Male attackiert worden sind.

In der Regel sind es zwei Methoden, mit denen die Kriminellen Schäden anrichten. Entweder blockieren sie mit einer Schadsoftware die Com­­putersysteme der Firmen und erpressen anschließend Geld für die Freigabe. Oder aber sie versuchen, an sensible Daten heranzukommen, indem sie sich beispielsweise mit Phishing-Mails Zugang zu Servern und Datenbanken verschaffen, sagt Hillebrands.

Positiv: Nachdem 2016 nach einer Welle von Cyberangriffen unter anderem ei­ne Klinik in Neuss lahmgelegt worden war, sind viele Unternehmen wach geworden und haben ein Bewusstsein für das Bedrohungspotenzialentwickelt. „Die Angriffe damals haben viel bewirkt“, sagt Schinzel. Das gilt nach Angaben der IHK auch für kleine Unternehmen, denn auch die arbeiten inzwischen flächendeckend computerbasiert.

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