Ausgleichsfläche kann mit 1,6 Millionen Euro gestaltet werden
Bäume müssen gefällt werden

Ostbevern -

Was passiert mit den Bäumen entlang des zweiten Bauabschnittes des Baugebietes Wischhausstraße? Diese Frage hatte Ulrich Lunkebein in der letzten Sitzung des Rates in 2019 gestellt. Nachdem es zunächst hieß, die Bäume dürfen nicht gefällt werden, schaffte Bürgermeister Wolfgang Annen jetzt Fakten. Bereits mit dem 2018 beschlossenen Bebauungsplan hat die Politik entschieden, dass die Bäume weg müssen.

Dienstag, 14.01.2020, 16:48 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 14:32 Uhr
So ähnlich könnte auch die Ausgleichsfläche für die gefällten Bäume und das Baugebiet Kohkamp III aussehen.
So ähnlich könnte auch die Ausgleichsfläche für die gefällten Bäume und das Baugebiet Kohkamp III aussehen. Foto: Gemeinde Ostbevern

Einen Aufschrei hat es in der letzten Ratssitzung des Jahres 2019 gegeben, als sich Ulrich Lunkebein zu Wort meldete und sich nach den Markierungen an den Bäumen am Rande zweiten Bauabschnitts zum Baugebiet Wischhausstraße erkundigte ( WN berichteten). Jetzt bringt Bürgermeister Wolfgang Annen Klarheit in die Angelegenheit: Die Bäume müssen gefällt werden. Anhand einer zeitlichen Auflistung erläutert er auch warum. Denn die Politik hat bereits vor knapp drei Jahren so entschieden. Bereits 2017 haben sich die Ausschüsse mit der Sachlage beschäftigt.

Am 4. April 2017 habe es den ersten Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Wischhaustraße gegeben, sagt Annen. Drei Monate später im Juli folgte die Vorstellung eines ersten Vorentwurfes zum Bebauungsplan. Schon dort sei die Baumreihe nicht als Grünfläche dargestellt worden, führt der Bürgermeister aus. Des Weiteren war die Baumreihe Thema im Umwelt- und Planungsausschuss im August 2017, in dem Carsten Lang vom Planungsbüro Wolters und Partner eindeutig auf die Nachverdichtung eingegangen sei und die Bäume als nicht erhaltenswert eingestuft worden seien.

Anders verhalte es sich mit dem angrenzenden Wäldchen. „Das ist in jedem Fall erhaltenswert“, sagt Annen. Gleiches gelte für die Baumreihe auf der anderen Seite des Baugebietes.

Weitere Beschlüsse um Bebauungsplan wurden im Januar 2018 sowie im März und August 2018 gefasst. Jedes Mal, ohne die Baumreihe als erhaltenswert einzustufen. Das sei auch durch die Beteiligung des Landesbetriebes Wald und Holz bestätigt worden, so Annen.

Durch die Fällung der Bäume entstehen 15 000 Biowertpunkte. „Ziel ist es, einen neuen Ökopool in Kombination mit dem notwendigen Ausgleich für das Baugebiet Kohkamp III anzulegen“, erläutert der Bürgermeister. So kommen insgesamt 80 000 Biowertpunkte zusammen, so dass 1,6 Millionen Euro in eine Naturschutzfläche investiert werden können. Wolfgang Annen hat auch schon eine Fläche im Auge, an der die Bever ein weiteres Stück renaturiert werden soll. „Wir sind da aber noch in Verhandlungen“, sagt er. Aber um eine Größenordnung zu nennen: Mit der Summe der Biowertpunkte sei es möglich, rund 100 neue Bäume in dem Gebiet zu pflanzen, einen „neuen“ Altarm zu schaffen und damit rund zehn Hektar Naturschutzfläche.

Sollte sich die Politik jetzt noch gegen eine Fällung der Baumreihe aussprechen, hätte das fatale finanzielle Folgen für die Gemeinde. Denn dann müsste ein Abstand der Bebauung von 25 Metern zu den Bäumen eingehalten werden. „Das würde uns 13 Baugrundstücke kosten“, sagt Annen. Und nicht nur das. Auch Regressforderungen des Bauunternehmers sowie der Versorgungsunternehmen sieht er: „Wir haben ja quasi schon angefangen.“

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