Staatsanwaltschaft wertet Hinweise aus
Neue Ermittlungen gegen Kita-Leiterin

Dülmen -

Die Ermittlungen gegen eine Dülmener Kita-Leiterin wegen Misshandlung von Kindern wurde vor Jahren eingestellt – doch die Staatsanwaltschaft nimmt sich den Fall noch einmal vor. Gibt es neue Hinweise?

Freitag, 17.01.2020, 17:58 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 18:36 Uhr
Staatsanwaltschaft wertet Hinweise aus: Neue Ermittlungen gegen Kita-Leiterin
(Symbolbild) Foto: dpa

Vor mehr als sieben Jahren wurden gegen die Leiterin eines Kindergartens in Dülmen schwerste Vorwürfe erhoben. Sie soll ihre Schutzbefohlenen in mehreren Fällen geschlagen und in zwei Fällen sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft Münster hatte die Ermittlungen damals, wie berichtet, noch vor dem Gerichtsprozess eingestellt.

Seither hat sich die Erzieherin aus Sicht ihres Arbeitgebers, des evangelischen Kirchenkreises, als ausgezeichnete Kraft erwiesen. „Wir haben uns mit der Prävention von Kindesmissbrauch sehr intensiv befasst. Denn das Wohl der Kinder steht bei uns natürlich an allererster Stelle“, versichert Maleen Knorr , Sprecherin des Kirchenkreises.

Für jeden evangelischen Kindergarten sei ein eigenes Schutzkonzept umgesetzt worden, Ansprechpartner stünden jederzeit für Elterngespräche zur Verfügung. „Es hat seither nicht einen einzigen Hinweis gegen unsere Kita-Leiterin gegeben. Sonst hätten wir sofort darauf reagiert“, versichert Knorr.

Erzieherin beurlaubt

Dennoch hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf nun auf Weisung des Landesjustizministeriums die Ermittlungen wieder aufgenommen. Nicht aufgrund neuer, sondern auf Grundlage der damaligen Beschuldigungen. Das bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung Julius Sterzel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf.

Insbesondere wollen die Ermittler nun Angaben eines der mutmaßlich geschädigten Kinder aus dem Jahr 2019 nachgehen. Der Junge hatte in einem Stalking-Verfahren über seine Erlebnisse in dem Kindergarten berichtet.

Auf Anraten des LWL-Landesjugendamtes ist die Erzieherin vorübergehend beurlaubt worden. Der Kindergarten sei derzeit voll ausgebucht, das pädagogische Konzept werde durch das Team bruchlos weitergeführt. „Wir haben bislang von niemandem gehört, der seine Kinder aus Sorge bei uns abmelden möchte, und wir sehen auch gar keinen Grund hierfür“, so Knorr.

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